Italien

Addio Cavaliere: Zum Tod von Silvio Berlusconi, Unternehmer, Medienmogul, Politiker

Jahrelang war er die prägende politische Figur Italiens. Keiner war so umstritten wie Silvio Berlusconi: Zwischen Mafia, Bunga-Bunga und hoher Politik oszillierte der Gründer und Führer der Forza Italia. Nun ist der Cavaliere im Alter von 86 verstorben.

Silvio Berlusconi im April 2006

Silvio Berlusconi im April 2006 Foto: Andreas Solaro/AFP

Totgesagt wurde er schon öfter. Gesundheitlich angeschlagen, musste sich Silvio Berlusconi in den vergangenen Jahren wiederholt in stationäre Behandlung begeben. Doch immer wieder rappelte sich der „Cavaliere“, wie er von den hiesigen Medien meist genannt wurde, wieder auf. Ein Stehaufmännchen auch in der Politik: Vier Regierungen saß er als „Presidente“ vor, kein Regierungschef prägte das politische Italien so wie der am 29. Mai 1936 in Mailand Geborene. Nicht umsonst nannte man die zwanzig Jahre seiner Machtausübung „Berlusconismo“ – der Unternehmer und Medienmogul prägte nicht nur die politische, sondern vor allem auch die kulturelle und medienpolitische Welt Italiens im letzten Jahrzehnt des vergangenen und ersten des aktuellen Jahrhunderts. Ob Privatsender oder öffentlich-rechtliche, alle wurden auf eine Linie gebracht, die dem frohlockenden Gemüt des Herrschers über dem Fininvest-Imperium entsprach.

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