Pakistan

190 Tote bei Kämpfen mit Aufständischen

Bei Angriffen von Aufständischen in der Unruheprovinz Belutschistan im Südwesten Pakistans sind nach Armee-Angaben mehr als 190 Menschen getötet worden.

Anwohner durchsuchen nach Aufständischen-Angriff Trümmer nach verwertbaren Gegenständen

Nach den Angriffen der Aufständischen suchen Anwohner nach Verwertbarem Foto: AFP/Banaras Khan

Die separatistischen Kämpfer von der ethnischen Gruppe der Belutschen griffen am Samstag in mehreren Orten an, wie das Militär mitteilte. Die „Belutschistan-Befreiungsarmee“ (BLA) erklärte, sie habe militärische Einrichtungen sowie Beamte angegriffen. Die pakistanischen Sicherheitskräfte fahndeten am Sonntag weiter nach Angreifern und ihren Hintermännern.

Die „koordinierten Schusswaffen- und Selbstmordanschläge“ seien in ganz Belutschistan verübt worden, vor allem aber in der Provinzhauptstadt Quetta und in Gwadar, teilte ein hochrangiger Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur AFP mit. Insgesamt hätten Angriffe an mehr als zwölf Orten stattgefunden. Auch sei der stellvertretende Verwaltungschef des Bezirks Nushki entführt worden.

Nach Angaben der Provinzregierung von Belutschistan wurden dabei mindestens 31 Zivilisten und 17 Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet. Zudem seien 145 Aufständische gestorben, darunter mehrere Selbstmordattentäter.

In einem Bezirk Belutschistans hätten die Aufständischen mindestens 30 Gefängnisinsassen befreit und dabei Schusswaffen und Munition an sich gebracht, teilte ein Sicherheitsbeamter mit. Zudem hätten die Kämpfer eine Polizeiwache angegriffen und dort ebenfalls Munition geraubt. Ein hochrangiger Armeevertreter in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erklärte, die Angriffe seien „koordiniert, aber schlecht ausgeführt“ gewesen.

Indien beschuldigt

Premierminister Shehbaz Sharif lobte den Einsatz der Sicherheitskräfte. Zugleich beschuldigte der pakistanische Regierungschef das benachbarte Indien, die für die Anschläge verantwortlichen Separatisten unterstützt zu haben. „Wir werden den Krieg gegen den Terrorismus fortsetzen, bis er vollständig aus dem Land getilgt ist“, kündigte Sharif an.

Neu Delhi wies jegliche Beteiligung an den Angriffen vehement zurück. Es handele sich bei dem Vorwurf um „unbegründete Anschuldigungen Pakistans“, die „nichts anderes als die übliche Taktik sind, um von den eigenen internen Versäumnissen abzulenken“, erklärte Außenamtssprecher Randhir Jaiswal.

Die rohstoffreiche Provinz Belutschistan an der Grenze zu Afghanistan und dem Iran wird regelmäßig von Gewalt erschüttert. Die Armee geht dort seit Jahrzehnten gegen separatistische Aufständische vor. Erst am Freitag hatte die Armee mitgeteilt, bei zwei Einsätzen in der Provinz 41 Aufständische getötet zu haben.

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