Es ist erstaunlich, dass es bis zum Jahr 2019 gedauert hat, bis sich ein kolumbianischer Radfahrer ins Palmarès der Tour de France eingeschrieben hat. Vielversprechende Talente gab es genügend, wenn auch einige – so wie viele Fahrer aus anderen Nationen auch – mithilfe illegaler Mittel an der Spitze mitfuhren. Die letzte große Tour-Hoffnung der Kolumbianer hieß Nairo Quintana und konnte bei der diesjährigen Ausgabe immerhin einen Etappensieg feiern. Quintana gewann zwar bereits den Giro und die Vuelta, doch für einen Sieg bei der Tour reichte es bislang nicht.

Der ganz große Durchbruch beim größten Radrennen der Welt gelang erst dem 22-jährigen Egan Bernal. Damit sind die großen Landesrundfahrten 2019 bislang fest in südamerikanischer Hand, da der Giro d’Italia im Mai bereits an den Ecuadorianer Richard Carapaz ging. Und genau wie auf den Champs-Elysées am Sonntag sorgten die südamerikanischen Fans bereits in Verona für eine fantastische Stimmung. Am neuerlichen Erfolg der südamerikanischen Fahrer trägt sicherlich die Professionalisierung der Wettkämpfe in Übersee einen gewissen Anteil.

Rennen wie die Tour de San Luis in Argentinien oder die Kolumbien-Rundfahrt ziehen mittlerweile die besten Fahrer der Welt an und bieten dem einheimischen Nachwuchs ein perfektes Sprungbrett für eine Karriere in Europa. Der Expansionskurs in Richtung Südamerika scheint sich für den Radsport auszuzahlen.

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