Powerlifting-Weltverband
Wiederwahl von Ex-Präsident Gaston Parage aus Luxemburg soll wegen angeblichem Sex mit Prostituierten verhindert werden
Skandal beim Powerlifting-Weltverband: Eine Wiederwahl des Luxemburgers Gaston Parage ins Präsidentenamt soll verhindert werden – wegen angeblichem Sex mit einer Prostituierten in Südafrika. Doch Parage hält weiter an seiner Kandidatur fest.
Gaston Parage Foto: Editpress-Archiv
Die „International Powerlifting Federation“ (IPF) versucht laut The Times, ihren ehemaligen Präsidenten Gaston Parage von der Wiederwahl auszuschließen. Der Luxemburger, der auch im Luxemburger Verband tätig ist, war am 11. März von seinem Posten zurückgetreten. Er habe zugegeben, während einer Veranstaltung in Sun City, Südafrika, im vergangenen Jahr „dreimal“ eine Prostituierte für Sex bezahlt zu haben, schreibt die britische Zeitung. In Südafrika ist Prostitution illegal.
Auf der Webseite des Weltverbands lässt sich eine Pressemitteilung von besagtem Tag finden. Dort steht, dass Parage aus „beruflichen und persönlichen Gründen“ von seinem Amt zurückgetreten sei. Der IPF dankt ihm für „seine langjährigen Dienste für den Sport“ und wünscht ihm „viel Erfolg für seine zukünftigen beruflichen Unternehmungen“.
Doch Parage hat sich für die am 11. Juni in Chemnitz anberaumte Wahl für das Präsidentenamt wieder aufstellen lassen. Der Weltverband veröffentlichte daraufhin eine Erklärung – mit brisanten Details. Der Exekutivausschuss des Verbands sei der Ansicht, dass Parage „Verhalten, das mit den Verantwortlichkeiten und ethischen Standards, die von einem IPF-Präsidenten erwartet werden, unvereinbar ist“, an den Tag gelegt habe.
Erpressung um „5.000 Euro“
In der Erklärung heißt es, dass die IPF wegen des „mündlichen und schriftlichen Geständnisses vom 10. und 11. März 2025“ interveniere. Darin habe Parage auf die Frage „Haben Sie für Sex bezahlt?“ mit „Ja, dreimal“ geantwortet. Parage erklärte hingegen gegenüber der Times, dass er kein solches Geständnis abgegeben habe – und er nun einen Anwalt konsultiere. Er behaupte, „nur eine Frau getroffen“ zu haben, die keine Prostituierte gewesen sei. Außerdem habe er dem Verband dreimal gesagt, dass die Frau keine Prostituierte sei. Auch habe Parage nie gesagt, dass er für Sex bezahlt habe.
Parage sei aber von jemandem, der sich als Vertreter der Frau ausgab, um „5.000 Euro“ erpresst worden, schreibt The Times. „Was ich erklärt habe … es gab eine E-Mail von einer unbekannten Person, die behauptete, ich hätte für Sex bezahlt, ich hätte die Frau missbraucht, ich hätte die Frau festgehalten, ich würde sie erpressen, und dann wollten sie 5.000 Euro von mir“, sagte er gegenüber der Zeitung.
Laut Parage gebe es in Südafrika keine Vorwürfe gegen ihn – der Weltverband „mische sich also vor einem Gericht ein“. Der Verband ist hingegen der Meinung, dass er die IPF in Verruf gebracht habe und sich das negativ auf den Verband, seine Sponsoren und die internationale Sportgemeinschaft insgesamt auswirken würde.
Am späten Freitagabend veröffentlichte das Luxemburger Wort ein Interview mit Parage, der sich darin zu den Vorwürfen äußert. „Ich bin in Südafrika in keinen speziellen Club gegangen und war nicht auf der Suche nach einer Prostituierten. Ich saß mit einem Freund an der Hotelbar, als eine schöne Frau dort vorbeikam. Wir kamen ins Gespräch und gingen später zusammen auf das Zimmer. Aber sie war keine Prostituierte und ich habe auch kein Geld an sie bezahlt“, wird er zitiert. Parage bestätigt in dem Interview, dass ihm ein Mann um 5.000 Euro erpressen wollte.
Weil er sich unter Druck gefühlt habe und es aufgrund seines schlechten Englischs bei der IPF zu Missverständnissen gekommen sei, hätte er sein Amt niedergelegt. Weiter sagt Parage im Luxemburger Wort: „Ich habe mittlerweile sogar einen Brief von ihr, in dem sie klarstellt, dass sie keine Prostituierte ist und das als diffamierend empfindet. Den Brief werde ich beim Kongress in Chemnitz (11. Juni) auch vorlegen.“ Parage will dennoch weiter kandidieren. „Ich bin nur deswegen zurückgetreten, weil ich keinen Schaden anrichten wollte und es diesen Druck gab. Jetzt, mit klarem Kopf und den Beweisen meiner Unschuld, stelle ich mich wieder zur Wahl.“