WM-Qualifikation

Frühes Ende aller Hoffnungen: Luxemburg gegen Deutschland ohne jegliche Chance

Nach 20 Minuten war das WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland bereits entschieden. Luxemburg lag 0:2 in Rückstand und musste nach dem Platzverweis gegen Dirk Carlson 72 Minuten in Unterzahl auskommen. In Sinsheim ging es während 90 Minuten nur in eine Richtung. Die „Roten Löwen“ verloren am Ende „nur“ mit 0:4 – vor allem dank einer vorbildlichen kämpferischen Einstellung.

Seid Korac und seine Teamkollegen hatten keine Chance gegen Deutschland

Seid Korac und seine Teamkollegen hatten keine Chance gegen Deutschland Foto: Editpress/Gerry Schmit

Jeff Strasser ging kein Risiko ein und trat gegen den haushohen Favoriten mit einem defensiven 4-5-1-System an. Danel Sinani fehlte am Freitag wegen seiner Gelbsperre. Christopher Martins kehrte nach seiner Adduktorenverletzung wieder in die Mannschaft zurück. Seid Korac steht nach seiner Sperre wieder auf dem Platz. Sturmtalent Aiman Dardari wurde für seine starken Auftritte im September belohnt und stand wieder in der Startelf.

Bei Deutschland standen vor allem zwei Personalien im Mittelpunkt. Sturmriese Nick Woltemade, der kürzlich für 70 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Newcastle United gewechselt war, stand nach seinem grippalen Infekt in der Startelf. Bundestrainer Julian Nagelsmann stellte zudem Kapitän Joshua Kimmich wieder auf der rechten Seite auf. In der Abwehr feierte Nico Schlotterbeck nach einer langen Verletzungspause sein Comeback in der DFB-Elf. Auf den Flügeln stürmten Serge Gnabry und Karim Adeyemi von Anfang an. Nicht dabei waren unter anderem Jamal Musiala, Antonio Rüdiger oder Kai Havertz.

„Nicht so schlecht, muss man sagen“

„Die Luxemburger sind nicht so schlecht, muss man sagen. Die darf man nicht unterschätzen“, warnte ARD-Experte Bastian Schweinsteiger vor dem Anpfiff und zählte einige Resultate der FLF-Auswahl aus der jüngeren Vergangenheit auf. Deutschland musste gewinnen und am besten etwas für das Torverhältnis tun. Diese Ausgangslage war der 0:2-Niederlage gegen die Slowakei am ersten Spieltag der WM-Qualifikation geschuldet. Die DFB-Elf kesselte die Luxemburger sofort am Strafraum ein. Nach einem ersten Schuss von Kimmich, den Moris parierte (3.), wurde das Tor von Gnabry wegen eines Handspiels von Woltemade durch den VAR aberkannt.

Durchatmen durfte die FLF-Auswahl jedoch nicht. Die Mannschaft von Trainer Jeff Strasser stand sehr tief, mit einer Fünferabwehrkette und einem Vierermittelfeld.

Eine Standardsituation führte bereits in der 12. Minute zur Führung für Deutschland. Raum schlenzte den Ball durch ein Loch in der Mauer und Moris war chancenlos (1:0). Sieben Minuten später kam es knüppeldick. Nachdem der serbische Schiedsrichter den VAR konsultiert hatte, zeigte er nach einem Handspiel von Carlson auf den Elfmeterpunkt und zeigte dem FLF-Verteidiger zudem die rote Karte. Eine sehr harte Entscheidung, denn eine eindeutige Gelegenheit wurde durch die Schulterberührung von Carlson nicht verhindert. DFB-Kapitän Kimmich verwandelte den fälligen Strafstoß ohne Probleme (2:0, 21.).

Luxemburg musste nun 72 Minuten in Unterzahl auskommen. Die Grundausrichtung wurde dementsprechend noch defensiver. Das Spiel fand eigentlich nur um den Strafraum der „Roten Löwen“ statt. Diese wehrten sich mit allen möglichen Mitteln. Für Entlastung konnte nicht gesorgt werden. Luxemburg kam in den ersten 45 Minuten nur ein paar Mal über die Mittellinie. Trotzdem kassierte die Strasser Elf bis zum Pausenpfiff kein weiteres Gegentor.

Kampf gegen die Kanterniederlage

In der Pause kam Eric Veiga für Florian Bohnert. Bei Deutschland wurde Nico Schlotterbeck durch Waldemar Anton ersetzt. Die DFB-Elf brauchte nicht lange, um das Ergebnis auf 3:0 zu schrauben. Veiga versuchte, den Ball vor Gnabry wegzugrätschen. Der Bayern-Star blieb jedoch in Ballbesitz und hatte freien Lauf, um den dritten deutschen Treffer zu erzielen (48.). Zwei Minuten später legte Kimmich noch einen drauf, als ihm der Ball im Fünfmeterraum vor die Füße fiel (4:0, 50.).

Den Luxemburgern standen nun bittere 40 Restminuten bevor. Deutschland wollte sich nämlich den Frust der vergangenen Woche mit Toren von der Seele spielen und sich mit dem Publikum versöhnen. Außerdem könnte die Tordifferenz beim Kampf um den Gruppensieg entscheidend sein.

Die FLF-Auswahl hatte überhaupt keine Möglichkeit mehr für Entlastung zu sorgen. Es ging nur noch darum, den Schaden in Grenzen zu halten. Die Partie hatte sehr viel Kraft gekostet, da Deutschland dauerhaft das Spiel verschob und Luxemburg dem Ball dauernd hinterherrennen musste. Die Schlussphase überstand die FLF Auswahl schadlos. Vor allem, weil die zehn verbliebenen Spieler bis zum Ende der Partie alles aus ihren Körpern herausquetschten, um eine Kanterniederlage zu verhindern.

Nun muss sich schnell erholt werden, denn bereits am Samstag reist Luxemburg in die Slowakei. Am Montag tritt die FLF-Auswahl in Trnava auf diesen Gegner.

Statistik

Deutschland: Baumann - Kimmich, Tah, Schlotterbeck (46. Anton), Raum (82. Brown) - Goretzka, Pavlovic - Gnabry (69. Beier), Wirtz, Adeyemi (61. Baku) - Woltemade (61. Burkardt)
Luxemburg:
Moris – Jans, Mahmutovic, Korac, Carlson, Bohnert (46. Veiga) – Olesen (87. Dzogovic), C. Martins (77. S. Thill), Barreiro – Moreira (67. O. Thill) – Dardari (67. Selimovic)
Schiedsrichter:
Minakovic – Borovic, Bozovic (alle Serbien)
Gelbe Karten:
Strasser (Trainer), C. Martins
Rote Karte: Carlson (20., Handspiel)
Torfolge:
1:0 Raum (12.), 2:0 Kimmich (21., Handelfmeter), 3:0 Gnabry (48.), 4:0 Kimmich (50.)
Beste Spieler:
Kimmich, Gnabry – Moris
Zuschauer:
25.000 zahlende
Spieler des Spiels:
 Anthony Moris war nicht zu beneiden. Während 90 Minuten lief ein Angriff nach dem anderen auf sein Tor. Der FLF-Keeper konnte jedoch in so manchen Situationen zeigen, welche Klasse er hat.

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