La spoliation des biens juifs (12)

Zwischen Eid und Enteignung: Das luxemburgische Notariat im Nationalsozialismus

Der Notar Félix Reding wurde im November 1946 zu 5 Jahren Gefängnis, 500.000 Franken Buße und zum Verlust der luxemburgischen Staatsangehörigkeit verurteilt. Ausschnitt eines Presseartikels zum Prozess in „D’Unio’n“.

Der Notar Félix Reding wurde im November 1946 zu 5 Jahren Gefängnis, 500.000 Franken Buße und zum Verlust der luxemburgischen Staatsangehörigkeit verurteilt. Ausschnitt eines Presseartikels zum Prozess in „D’Unio’n“. Quelle: D’Unio’n, Quotidien de la Résistance luxembourgeoise, 12.11.1946, S. 3 (eluxemburgensia.lu)

Nach Abschluss des Abkommens vom 27. Januar 2021 zwischen der luxemburgischen Regierung und der jüdischen Gemeinde beauftragte der Staat die Universität Luxemburg formell mit der Ausführung mehrerer Forschungsaufträge, von denen einer mir zur Bearbeitung übertragen wurde. Das staatliche Forschungsmandat legt fest, dass die damit einhergehende Doktorarbeit „die Prozesse der finanziellen Enteignung während der Besatzungszeit nachzeichnet, indem sie eine umfassende Perspektive einnimmt, die alle Akteure des Finanzsektors einbezieht: neben den Bankinstituten werden auch Versicherungen, Notare sowie alle weiteren Finanz- und Kreditinstitute sowie die nationalsozialistische Verwaltung berücksichtigt“. Dass auch Notare, die bei Amtsantritt einen Eid auf Großherzogin und Verfassung abgelegt hatten und somit in einem besonderen öffentlich-rechtlichen Verhältnis zum Staatsoberhaupt standen, als Akteure an der jüdischen Enteignung beteiligt waren, ist in Luxemburg weitgehend in Vergessenheit geraten.1

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren