Ministerium startet Kampagne
Sexuell übertragbare Infektionen nehmen zu – auch in Luxemburg
Die Fälle von sexuell übertragbaren Infektionen steigen in ganz Europa – auch in Luxemburg. Die Regierung startet deswegen eine neue Kampagne. Sie will vor allem junge Menschen erreichen.
STIs sind auf dem Vormarsch – Kondome schützen vor einer Ansteckung Foto: Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa
28 Prozent mehr Fälle von Gonorrhö, 16 Prozent mehr Fälle von Syphilis und 6,8 Prozent mehr Fälle von Chlamydien: Sexuell übertragbare Infektionen (STIs) sind 2023 in Luxemburg im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen. Nur HIV-Infektionen verzeichneten einen Rückgang. Die Situation sieht im Rest Europas ähnlich aus. Das Gesundheitsministerium startet deswegen eine Präventions- und Testkampagne, wie aus einer Pressemitteilung am Montag hervorgeht.
Vom 12. bis zum 15. Juni wird die „Agence nationale pour l’information des jeunes“ (ANIJ) zusammen mit der Gesundheitsdirektion eine nationale Sensibilisierungskampagne für junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren starten. Das Ziel: über verantwortungsbewusstes Sexualverhalten informieren und sensibilisieren.
Eine hybride und kreative Kampagne soll das Zielpublikum erreichen. Deswegen wurde die Kampagne „von Jugendlichen für Jugendliche“ konzipiert. „Ihre aktive Beteiligung war während des gesamten Entstehungsprozesses von entscheidender Bedeutung und garantierte einen authentischen Ansatz“, schreibt das Ministerium. Videos, Podcasts und andere Inhalte in den sozialen Medien sowie Workshops und eine Aufführung sollen dazu dienen, die jungen Leute zu erreichen.
Außerdem findet vom 19. bis 26. Mai die „European Testing Week“ statt. An verschiedenen Orten in Luxemburg gibt es dann kostenlose, anonyme und rezeptfreie Tests für sexuell übertragbare Infektionen. Bestimmte STIs verursachen nur wenige oder gar keine Symptome – können jedoch irreversible Schäden verursachen. „Deshalb werden alle sexuell aktiven Menschen, insbesondere diejenigen mit Gelegenheits- oder mehreren Partnern, die nicht systematisch Kondome benutzen, dazu ermutigt, sich testen zu lassen“, schreibt das Ministerium. Eine Liste mit den Terminen gibt es auf der Internetseite santesecu.lu. (dr)
Schutzmaßnahmen gegen sexuell übertragbare Infektionen (STIs)
STIs können bei Geschlechtsverkehr mit oder ohne Penetration durch Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten übertragen werden. Sie sind meistens behandelbar, können aber ohne Behandlung schwere Komplikationen nach sich ziehen.
So kann man sich schützen:
– Bei jedem Geschlechtsverkehr ein Kondom verwenden,
– sich regelmäßig auf STIs und HIV testen lassen,
– Partner informieren,
– sich gegen Hepatitis B (im Rahmen der obligatorischen Impfungen für Neugeborene) und gegen HPV (ab 9 Jahren möglich) impfen lassen,
– sich mit PrEP (Präexpositionsprophylaxe) oder PEP (Postexpositionsprophylaxe) vor HIV schützen.