Vianden: 12 Jahre Stillstand

Pascal Zimmer möchte das Hotel Oranienburg wiederbeleben

Seit zwölf Jahren steht das „Oranienburg“ in Vianden leer. Nun gibt es Hoffnung: Der Unternehmer Pascal Zimmer plant offenbar eine Renaissance des einst beliebten Hotels mit Blick auf die Burg. 

Die Nähe zur Burg machte den Charme des „Oranienburg“ aus. Ein Unternehmer will daran anknüpfen.

Die Nähe zur Burg machte den Charme des „Oranienburg“ aus. Ein Unternehmer will daran anknüpfen. Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Das „Oranienburg“ in Vianden war einst weit über die Grenzen Luxemburgs hinaus bekannt. Seit zwölf Jahren jedoch steht das Hotel samt Restaurant „Le Châtelain“ leer. 2013 war Schluss, seither herrscht Stillstand. Wer heute durch die Fenster im Erdgeschoss blickt, unternimmt eine Reise in die Vergangenheit. Im Speisesaal oder an der Bar wirkt es, als hätten die letzten Gäste die Räume gerade eben erst verlassen.

Doch nun keimt Hoffnung auf, dass das stattliche Anwesen wieder zu neuem Leben erwacht. Die ARD-Sendung „Wir im Saarland – Grenzenlos“ vom 24. Februar deutete eine vielversprechende Entwicklung an. Offenbar plant der Unternehmer Pascal Zimmer den Kauf des „Oranienburg“. Zimmer ist unter anderem bekannt für seine stilvolle Renovierung und Umwandlung in Ferienunterkünfte des „Château de Clémency“ und des Hauses „Beim Mulles“ in Vianden. Was das mögliche neue Projekt anbelangt, bestätigt er auf Nachfrage des Tageblatt jetzt lediglich: „In progress …“ Eindeutiges Interesse bekundet er jedoch bereits seit Monaten auf seinen Facebook-Seiten.

„Eine neue Liga“

Das ehemalige Hotel mit seinem Restaurant ist eine Herausforderung ganz anderer Größe – eine neue Liga, in der Zimmer mitspielen möchte, wie es in der Fernsehsendung heißt, die in der ARD-Mediathek abrufbar ist. Im Interview mit dem SR betont der Unternehmer seinen Respekt vor der Aufgabe, aber auch seine Entschlossenheit: „Ich bin hoch motiviert, eine Ikone zu renovieren, die jeder in Luxemburg kennt.“

In Vianden würde wohl kaum jemand die Wiedereröffnung des „Oranienburg“ und seines Restaurants nicht begrüßen. Vor allem die Gemeindeverantwortlichen, die sich in der Sache bisher aber bedeckt halten. Sie lassen allerdings durchblicken, dass eine neue Nutzung des Hotels zu der von ihnen angestrebten Erneuerung der Stadt passe. Einst zählte es zu den besten Adressen des Ourstädtchens, nicht zuletzt dank des spektakulären Blicks auf die imposante Burg. Nur die ehemalige Jugendherberge und die Familienpension „Au bon repos“ lagen noch näher und boten einen ebenso eindrucksvollen Anblick. Umso bedauerlicher ist der jahrelange Leer- und Stillstand des „Oranienburg“. Er ist Ausdruck nicht genutzten Potenzials und eigentlich eine Schande. 

Andere Interessenten?

Details fehlen, doch in Vianden machen Gerüchte die Runde. Offenbar gab es bereits andere Interessenten für die markante Immobilie. Ein ortsansässiger Hotelier zum Beispiel. Dann war von einem Umbau des „Oranienburg“ in eine Einrichtung für betreutes Wohnen die Rede – ein Projekt, das offensichtlich jedoch nicht weiterverfolgt wurde oder wird. Von anderen Plänen oder Ideen hört man nichts. Damit scheint der Weg für Pascal Zimmer eigentlich frei, um dem Hotel neues Leben einzuhauchen, an seine Glanzzeit anzuknüpfen und seine einstige Gemütlichkeit und seinen traditionellen Charme wiederaufkommen zu lassen. Man darf gespannt sein, wie der umtriebige Unternehmer ein Projekt dieser Größenordnung angehen wird und was genau seine Vorstellungen sind. Ohne finanzstarken Partner scheint die Sache allerdings schwierig.

Das einstige Drei-Sterne-Hotel verfügte über 25 Zimmer, alle mit eigenem Bad. Das hauseigene Restaurant „Le Châtelain“ war ein weiteres Aushängeschild, ebenso wie der weitläufige Garten mit seinem bezaubernden Blick auf die Burg – insbesondere am Abend, wenn sie in stimmungsvolles Licht getaucht wurde. Ein Anblick, der vielleicht ja bald wieder Gäste in seinen Bann ziehen kann.

Das Hotel verfügte einst über 25 Zimmer, alle mit Bad, einen großen Garten und d...
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Das Hotel verfügte einst über 25 Zimmer, alle mit Bad, einen großen Garten und das bekannte Restaurant „Le Châtelain“
Ob hier wohl der Unternehmer Pascal Zimmer seine Absicht kundgetan hat?
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Ob hier wohl der Unternehmer Pascal Zimmer seine Absicht kundgetan hat?
Blick auf die Bar und den Speisesaal: Als seien die letzten Gäste gerade erst ge...
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Blick auf die Bar und den Speisesaal: Als seien die letzten Gäste gerade erst gegangen …
2013 geschlossen: Auf den ersten Blick scheint noch alles gut in Schuss
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2013 geschlossen: Auf den ersten Blick scheint noch alles gut in Schuss
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