Portugal
Parlamentswahlen im Schatten von Korruption und Krisen
Zum dritten Mal in drei Jahren wählen die Portugiesen an diesem Sonntag (18. Mai) ein neues Parlament. Das Land sucht einen Ausweg aus dem Dauerkarussell kurzlebiger Regierungen und parlamentarischer Blockaden. Der letzte Premier, Luís Montenegro, stolperte mit seiner Mitte-rechts-Regierung nach nur einem Jahr über eine Misstrauensabstimmung.
PS-Chef Pedro Nuno Santos (l.) und AD-Chef Luis Montenegro trafen sich Ende April zu einem TV-Duell Foto: Filipe Amorim/AFP
Auslöser der jüngsten Regierungskrise waren umstrittene Geschäfte Montenegros. 2021, noch ohne Regierungsamt, gründete er eine Beratungsfirma, deren Anteile später auf seine Ehefrau und zwei Kinder übergingen. Diese Firma soll auch nach seinem Amtsantritt als Premier weiterhin Zahlungen von großen Unternehmen erhalten haben. Die Opposition witterte einen Interessenkonflikt und zwang Montenegro im März zum Rücktritt.