Op Lëtzebuergesch

Neue Luxemburg-Karte kommt gut an

Nach jahrelanger Arbeit hat das Bildungsministerium nun eine Karte des Landes herausgegeben, wie es sie in der Art noch nicht gegeben hat. Alle Orts- und Flussnamen sind auf Luxemburgisch. Vor allem Schulen sollen davon Gebrauch machen. Doch nicht nur sie. Jeder, der möchte, kann die Karte gratis beim Ministerium bestellen.

Die neue Karte gibt es in zwei Formaten: einem großen für die Schule und einem kleineren für den „Hausgebrauch“. Interessant ist, dass auch die alten luxemburgischen Namen von Ortschaften aus dem nahen Grenzgebiet verzeichnet sind. 

Die neue Karte gibt es in zwei Formaten: einem großen für die Schule und einem kleineren für den „Hausgebrauch“. Interessant ist, dass auch die alten luxemburgischen Namen von Ortschaften aus dem nahen Grenzgebiet verzeichnet sind.  Foto: MEN

Reisen bildet. Dabei muss man nicht unbedingt einmal in den Flieger steigen oder mit dem Auto verzweifelt nach einem Parkplatz suchen, um Neues zu entdecken. Eine Landkarte reicht. Zum Beispiel jene, die vom Bildungsministerium ausgearbeitet und jetzt veröffentlicht wurde.

Auf dieser Karte im handlichen A2-Format sind neben den offiziellen, meist französischen Orts- und Flussnamen auch die luxemburgischen Bezeichnungen zu finden: Troisvierges zum Beispiel oben im Norden des Landes heißt Ëlwen. Der Mont Saint-Jean mit dem imposanten Aussichtsturm des Architekten François Valentiny nennt sich Gehaansbierg. Oder für Larochette sagt man Fiels.

Bier aus Béibreg

Wer die „Übersetzungen“ kennt, darf sich auf die Schulter klopfen, andere haben vielleicht ein Aha-Erlebnis und lernen was hinzu. Das gilt auch für Ortsnamen im Grenzgebiet. Wer zum Beispiel nach Mont Saint-Martin (nahe Longwy bzw. Lonkesch) zum Einkaufen fährt, der landet im Luxemburger Sprachgebrauch auf dem Mäertesbierg. Freunde gepflegt gezapften Bieres ist Bitburg ein Begriff. Vielleicht sollten sie nächstens ein Pils aus Béibreg bestellen. So nennt sich die deutsche Ortschaft nämlich auf Luxemburgisch.

Von der Landkarte, die sich an Kinder und Jugendliche, aber natürlich auch an Erwachsene gleichermaßen richtet, ist je ein Exemplar im großen Format an sämtliche Schulen des Lands verteilt worden. Die kleinere Karte im Format A2 kann jeder bestellen. In beiden Fällen ist sie gratis. Wenn Schulen zwei oder mehrere zwei Meter große Exemplare haben möchten, kosten die 160 Euro pro Stück.

Bislang gut angekommen

Vom Lehrpersonal, das sonst nicht gerade zimperlich mit dem Bildungsministerium umgeht, ist bislang keine Kritik zu hören. „Endlich eine neue Karte und endlich auch mit Namen auf Luxemburgisch“, sagt ein Lehrer aus dem Süden des Landes. Die Karte, mit der er bislang gearbeitet hat, habe bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel.

Der Erfolg gibt der Initiative auch sonst recht. 3.000 Exemplare im kleineren A2-Format wurden gedruckt. 6.000 wurden bestellt. Jetzt wird nachgedruckt, und zwar beim renommierten Verlag Westermann in Deutschland, der seit vielen Jahren mit dem Luxemburger Bildungsministerium zusammenarbeitet und auf Aufträge dieser Art spezialisiert ist.

Langwierige Arbeit

Jeder, der interessiert ist, erhält eine Karte. Man soll sich also ruhig melden, sagt Marc Barthelemy, der seit 2018 Kommissar für die luxemburgische Sprache ist und für die Karte verantwortlich zeichnet. Die Idee selbst ist aber bereits etwas älter. Sie geht auf jene Zeit zurück, als Mady Delvaux-Stehres Bildungsministerin war, also die Jahre von 2004 bis 2013. Damals dachte man vor allem an das Schulpersonal, das mit Schülern zu tun hatte, die aus dem Ausland nach Luxemburg gezogen sind. Sie sollten nicht nur Luxemburgisch lernen, sondern auch die Gegend kennenlernen und die dazugehörigen Namen.

Dass es etwas länger dauerte, so Marc Barthelemy, der damals Regierungsrat war, lag auch daran, dass es keine wirklich vollständige und einheitliche Liste gab. Zudem war es nicht so einfach, sich auf eine Schreibweise oder gar auf einen Namen selbst zu einigen.

Auch für die Straßenbauverwaltung

Sollte man den national verwendeten Namen wie zum Beispiel „Wolz“ und „Veianen“ nehmen oder eher den regionalen oder lokalen, also „Wooltz“ und „Veinen“? Letztendlich wurde sich für den nationalen entschieden und der „Conseil permanent de la langue luxembourgeise“ konnte nach einiger Zeit eine vollständige Liste vorlegen und die Karte in Druck geben. Eine Arbeitsgrundlage war übrigens das alte Telefonbuch.

Auf cpll.lu kann man sich die gesamte Liste jetzt ansehen – inklusive der ortsüblichen Bezeichnungen. Die Liste hat übrigens auch die Straßenbauverwaltung bekommen und kann sie in Zukunft bei neuen Ortsschildern benutzen. Vielleicht gibt es ja auch mal ein Schild, das uns den Weg nach Miezeg zeigt. Kennen Sie nicht? Doch, bestimmt! Es handelt sich nämlich um den luxemburgischen Namen für Messancy. Und schon wieder haben wir etwas dazugelernt.

Das Bestellformular finden Sie auf http://edulink.lu/unpa.

Anmerkung: Eine – möglicherweise etwas überraschende – Reise durch das Großherzogtum macht Marco Goetz auch in seinem Kommentar

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