Wallendorf (D)

Freundschaftliches Stelldichein auf der ehemaligen Grenzbrücke

Die Einstufung des Großherzogtums als Risikogebiet im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie durch das Robert-Koch-Institut hat in den vergangenen Wochen für reichlich Unmut sowohl auf der luxemburgischen als auch auf der Seite der deutschen Nachbarn gesorgt. Leidtragende waren in erster Linie der Einzelhandel und die Gastronomie auf der deutschen Seite, in den sozialen Netzwerken ist die Volksseele mehr als einmal hochgekocht und alte Ressentiments traten wieder zutage.

Ein Prosit auf die grenzüberschreitende Initiative

Ein Prosit auf die grenzüberschreitende Initiative Foto: Herbert Becker

Seit Mitte der Woche haben die zuständigen Behörden in Deutschland die Warnung wieder aufgehoben, die momentan jedoch wieder steigenden Fallzahlen und die immer noch geltende Karenzzeit zeigen aber lediglich ein wenig Licht am Ende des Tunnels.

Den letztlich doch positiven Bescheid aus Berlin haben Uschi und Wolfgang Wagner aus dem Eifelort Geichlingen (D) sowie Anne-Marie und Florian Holweck-Bylow aus Vianden (L) zum Anlass genommen, in privater Initiative zu einer gedeckten Tafel auf der ehemaligen Grenzbrücke im beschaulichen Dorf Wallendorf, am Zusammenfluss von Sauer und Our, einzuladen.

Ziel der Aktion „Grenzüberschreitenden Tafel“ war es, mit Politikern, Unternehmern und sonstigen Entscheidungsträgern einen Austausch über die Möglichkeit einer einheitlichen Regelung der Hygienebestimmungen während der Corona-Krise für die gesamte Grenzregion zu finden. Reichlich lokale Prominenz war der Einladung der Initiatoren gefolgt, um sich bei einem Lunch an der gedeckten Tafel zwanglos, aber dennoch zielgerichtet auszutauschen.

„Mir haten es einfach genuch, eis Frënn net méi ze gesinn“, erklärte Anne-Marie Holweck-Bylow bei ihrer Begrüßungsrede. An der reich gedeckten Tafel hatten aus der Politszene der Europaabgeordnete Charles Goerens (DP) sowie der Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder (CDU) Platz genommen sowie zahlreiche Unternehmer und Gastronomen von beiden Seiten des Grenzflusses, unter ihnen Hotelier Fons Leweck, die Künstlerin Tammy Reichling oder die Sprachlehrerin für Geflüchtete, Gaby Heger.

Dank für unermüdlichen Einsatz

Ein Gläschen unter Freunden
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Ein Gläschen unter Freunden
Ein Prosit auf die grenzüberschreitende Initiative
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Ein Prosit auf die grenzüberschreitende Initiative

Groß war die Freude bei den privaten Initiatoren des kurzfristig anberaumten Events über die Solidarität der anwesenden Teilnehmer.

Patrick Schnieder richtete dann auch Dankesworte an die Organisatoren und bemerkte weiter: „Den Dank möchte ich aber gerne weitergeben an Außenminister Jean Asselborn und Ministerpräsidentin Malu Dreyer, für deren unermüdlichen und vehementen Einsatz dafür, daß diese Verordnung des RKI aufgehoben werden konnte. Ich habe ja Verständnis für viele Maßnahmen infolge der Pandemie, für das, was wir aber in den letzten Wochen mitmachen und hinnehmen mussten, allerdings nicht.“

Charles Goerens gab diesen Dank seinerseits ebenso an die zuvor Genannten weiter. „Ich möchte mich aber auch bedanken bei allen Menschen in der Großregion, die sich für diese gemeinsame Sache starkgemacht haben und nicht müde geworden sind, bei den zuständigen Instanzen zu reklamieren und Klage zu führen. Das, was wir heute hier erleben dürfen, ist das gelebte Europa, so wie Robert Schuman es seinerzeit angestrebt hat.“

Unser Fazit: eine lobenswerte Initiative, man rückt wieder näher zusammen, grenzüberschreitende Begegnungen sind wieder uneingeschränkt möglich ... und das ist gut so!

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