Einkommen75.919 Euro: Das ist das durchschnittliche Gehalt in Luxemburg

Einkommen / 75.919 Euro: Das ist das durchschnittliche Gehalt in Luxemburg
Innerhalb der Luxemburger Arbeitnehmerschaft gibt es große Gehaltsunterschiede Symbolfoto: Unsplash

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Wie viel verdient wer? Statec weiß darauf eine Antwort. Das Statistikamt hat das Lohngefüge der Arbeitnehmer im Land auseinandergenommen. Die Erhebung kommt mit der einen oder anderen Überraschung.

Kein Land der Schlechtverdiener: Ein Vollzeitarbeitnehmer hat in Luxemburg im Jahr 2022 durchschnittlich 75.919 Euro verdient. Das berichtet die Statistikbehörde Statec. Die Summe meint das Bruttogehalt übers ganze Jahr, inklusive eventuellen Extra-Vergütungen wie Prämien, Zuschläge, Boni und 13. Monatsgehälter. Zieht man den Bruttomedianlohn zurate, sieht die Rechnung aber ganz anders aus. Der liegt bei 58.126 Euro. Das heißt: 50 Prozent der Arbeitnehmer verdienen mehr als diese Summe, die andere Hälfte weniger. 

Innerhalb der Arbeitnehmerschaft gibt es aber große Unterschiede. Führungskräfte oder Direktoren verdienen in Luxemburg beispielsweise ein Mehrfaches ihrer Angestellten oder einfacher Arbeitnehmer, von Statec „professions élémentaires“ genannt: Auf 158.242 Euro kommen Kader und Direktoren durchschnittlich, die „professions élémentaires“ gerade einmal auf 40.143 Euro. Menschen mit Hochschulabschluss kommen auf durchschnittlich 115.892 Euro – Menschen ohne Sekundarabschluss auf 43.772 Euro. 

111.362 Euro durchschnittlich im Bildungsbereich

Natürlich kommt es auch darauf an, in welchem Sektor man arbeitet. Als Beispiel vergleichen die Statistiker die Gastronomie mit dem Finanzsektor. Kellner und Köche verdienen demnach mit 40.461 Euro fast zwei Drittel weniger als die Banker auf Kirchberg mit 113.018 Euro. Der Finanzsektor ist ohnehin die Branche mit dem höchsten Gehalt. Darauf folgt aber gleich der öffentliche Dienst. Für den Bildungssektor wird ein Durchschnittsgehalt von 111.362 Euro angegeben. Dort gibt es auch den insgesamt höchsten Medianlohn: 108.929 Euro. 

Auf Platz drei im Ranking folgen spezialisierte wissenschaftliche oder technische Tätigkeiten – darunter fallen auch Anwälte, Wirtschaftsprüfer oder Architekten. Ebenfalls über 100.000 Euro streichen die Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltungen ein. Am unteren Ende der Tabelle: Handel (52.468 Euro), Baubranche (49.587 Euro), Verwaltungstätigkeiten (48.679 Euro) – und eben der Horeca-Sektor.

Die großen Unterschiede zwischen den Branchen erklärt Statec auch mit dem Bildungsabschluss. 81 Prozent der Beschäftigten im Finanzwesen haben demnach einen Uni-Abschluss. In Hotellerie und Gastronomie sind es nur 11 Prozent. 

Median deutlich unter dem Durchschnitt

Statec betont, dass die Durchschnittswerte relativiert werden müssen, da die Median-Löhne in den meisten Sektoren deutlich niedriger sind. Der Median wird weniger von Extremwerten beeinflusst. Die Statistiker erklären: „Der durchschnittliche Bruttojahreslohn liegt 30 Prozent über dem Medianlohn.“ Das deute auf eine stärkere Konzentration der Löhne am unteren Ende hin. Mit Ausnahme von Bildungswesen, öffentlicher Verwaltung und Gesundheitswesen seien die Löhne demnach relativ ungleichmäßig verteilt. Umgekehrt bedeutet das, dass es in diesen drei Sektoren „nicht sehr viele hohe Löhne“ gibt. 

Und es gibt auch sehr kleine Gehälter, die nicht wenige Menschen erwirtschaften: Einer von zehn Arbeitnehmern verdient in Luxemburg weniger als 33.110 Euro – der soziale Mindestlohn lag 2022 laut Statec bei ungefähr 27.591 Euro. Die Top 10 Prozent der Luxemburger Arbeitnehmer verdienen durchschnittlich 135.797 Euro. Und die Top 1 Prozent? 284.715 Euro. 

Lohnlücke wird breiter

Die „Lohnlücke“ zwischen den größten und niedrigsten Löhnen nennt Statec den „Interdezillbereich“: Er beschreibt, wie viel mehr die oberen zehn Prozent im Vergleich zu den unteren zehn Prozent verdienen. Im Jahr 2022 lag dieses Verhältnis bei 4,1 – die Top 10 Prozent verdienten also durchschnittlich 4,1-mal mehr als die unteren zehn Prozent. Dieser Faktor ist seit 2010 leicht angestiegen, erklärt Statec. 2010 lag er noch bei 3,8. 

Gestiegen sind die Löhne seit 2018 aber – das liegt natürlich auch an der automatischen Lohnindexierung – in allen Gehaltsklassen. Bis 2022 waren es im Durchschnitt 3,6 Prozent pro Jahr, laut Statec insgesamt 15,4 Prozent. Im Bereich der wissenschaftlichen oder technischen Tätigkeiten und in der öffentlichen Verwaltung aber „sind die Löhne überdurchschnittlich hoch und sind überdurchschnittlich gewachsen“. Bei großen Unternehmen gibt es übrigens statistisch gesehen größere Chancen auf ein höheres Gehalt als bei kleinen Firmen. 

Grenzgänger verdienen in der öffentlichen Verwaltung mehr

Grenzgänger bekommen – statistisch gesehen – ein niedrigeres Gehalt als in Luxemburg ansässige Arbeitnehmer. Laut Statec liegt das Niveau bei 71 Prozent eines Einwohners mit Luxemburger Pass. Das relativiert sich aber, wenn man in einzelne Sektoren blickt. So verdienen Grenzgänger, wenn sie im Gesundheitswesen oder – ausgerechnet – der öffentlichen Verwaltung Luxemburgs arbeiten, durchschnittlich die höchsten Löhne. In der öffentlichen Verwaltung ist das laut Statec beispielsweise darauf zurückzuführen, dass ihr Bildungsniveau höher ist: 44 Prozent der Grenzgänger in diesem Sektor haben mindestens einen Bachelor in der Tasche. Bei der Luxemburger Wohnbevölkerung sind das nur 29 Prozent. 

Blickt man auf die Gesamtwirtschaft, dann liegen Luxemburger, die im Großherzogtum wohnen, aber gehaltsmäßig vorne: Sie verdienen durchschnittlich 92.093 Euro. Ausländer mit Wohnsitz in Luxemburg kommen auf 78.747 Euro, Grenzgänger auf 65.487 Euro. 

Grober J-P.
11. Juli 2024 - 23.46

Wetten, das mit den 2380€ Pension pro Monat ist eine Masche, dazu gemacht den Pöbel zu besänftigen. Seht her ihr Mindestlohnempfänger, es gibt noch mehr Gebeutelte. Es ist einfach .......nur ......... Manipulation. Das dürfte meine Mam selig beruhigen, war mit dabei. Trotzdem war es zu knapp für das Altenheim.

Grober J-P.
11. Juli 2024 - 21.11

H. Senzig, bitte übernehmen Sie.
Auf RTL wird berichtet 6,4 Milliarden € Pensionen ausbezahlt an 224000 Pensionisten.
Stimmt das? Irgendwas hinkt da, wenn man die Gehälter durchsieht. Heisst es mittlerweile 2/6 Pension?

lupus-canis
10. Juli 2024 - 18.02

do sën dër awer Vill déi nëmmen maximum ee Brutto vun 31200€ a nach manner hun..

krass
10. Juli 2024 - 8.59

unfassbar was hier jeder verdient für das wenig Resultat/Qualität