Bertolt Brecht
„Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ im Nationaltheater: ein multilinguales und -mediales Spektakel
Bertolt Brecht ist aktuell wie eh und je, wie die aktuelle Inszenierung von „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ im „Théâtre national du Luxembourg“ (TNL) zeigt. Was macht ihn aktuell? Und wie werden seine Stücke heute auf die Bühne gebracht? Etwa als multimediales und multilinguales Theaterstück, wie es Davide Sacco und Agata Tomšič von ErosAntEros seit fast 15 Jahren tun: in Form eines engagierten Theaters, einer markanten Ästhetik und dieses Mal mit der Musik der slowenischen Band Laibach.
„Saint Joan of the Stockyards“: Agata Tomšič, Davide Sacco und Florian Hirsch unter „Attention“, dem TNL-Motto der Saison Foto: Editpress/Julien Garroy
ErosAntEros ist aus der Begegnung der beiden Theatermacher im Jahr 2010 entstanden. „Wir bedienen uns einer Vielzahl von Quellen und Ausdrucksformen“, erklärt Davide Sacco. In Luxemburg war diese Art des multimedialen Theaters bereits vor mehr als zwei, drei Jahren im TNL bei der Koproduktion „Confini“ zu sehen. Das Stück, das in Zusammenarbeit mit dem Autor Ian De Toffoli entstand, entpuppte sich als eine spektakuläre und zugleich gesellschaftskritische Performance über das Thema Migration sowie über die politische und ökonomische Geschichte der Europäische Union. Bunt, wuchtig und komplex, nicht mit dem Vorschlaghammer, sondern mit der ganzen Bandbreite an Möglichkeiten, die das Theater der Gegenwart aufzufahren in der Lage ist.