Bob Jungels
Die Anzeichen für einen Wechsel zu AG2R La Mondiale verdichten sich weiter
Olympiasieger Greg Van Avermaet wurde gestern bei AG2R vorgestellt, Romain Bardet hat die französische Equipe verlassen. Damit sollte der Weg für die Ankunft von Bob Jungels ebenfalls frei sein. Eine Unterschrift des sechsfachen Luxemburger Meisters beim Team von Ben Gastauer gab es bei Redaktionsschluss zwar noch nicht, allerdings verdichten sich die Anzeichen für eine baldige Ankündigung.
Die Radsportwelt wartet jetzt gespannt auf die nächsten Aussagen von Bob Jungels Foto: Luis Mangorrinha/Le Quotidien
Die Radsport-Gerüchteküche brodelt eigentlich bereits seit Ende Juli. Und seit gestern sind zwei weitere Puzzleteile in Bezug auf den Jungels-Poker gelegt worden: Romain Bardet hat sich offiziell von AG2R in Richtung Sunweb verabschiedet – und Olympiasieger Greg Van Avermaet wurde beim französischen Rennstall vorgestellt. Ankündigungen, die aufgrund der Medienberichte eigentlich nur noch wenig überraschten.
„Jungels passt perfekt in das Profil von AG2R“, hatte Valentin Jacquemet, der die Mannschaft seit einigen Jahren für die Zeitung Le Dauphiné Libéré verfolgt, damals bereits geschrieben und die gestrige Unterschrift vorausgesagt. „Mit einem möglichen Trio Oliver Naesen, Greg Van Avermaet und Jungels wäre die Mannschaft bei den Klassikern sicherlich eine der stärksten. Während sie die Resultate einfahren, können sich die jungen Fahrer außerdem in Ruhe weiterentwickeln.“ Naesen verlängerte seinen Vertrag (genau wie Ben Gastauer) kürzlich. In den Planungen des Kaders von Vincent Lavenu fehlt also jetzt nur noch die Unterschrift von Jungels. Kommentiert hat der 27-Jährige diese Spekulationen aber noch nicht.
Paradigmenwechsel
Stößt der sechsfache Landesmeister von Deceuninck zu AG2R, könnte er dort aufgrund des Bardet-Weggangs große Freiheiten genießen. Vor einem Monat sagte Lavenu in einem Interview mit Le Dauphiné Libéré, dass es die Mannschaft nicht mehr störe, im Gesamtklassement der Tour de France nicht vertreten zu sein. AG2R La Mondiale will für nächste Saison seine Philosophie ändern. Dann gehe es darum, „große Rennen zu gewinnen“, erklärte der Teammanager. Dafür spricht auch der neue Name der Mannschaft.
Bei AG2R wird 2021 mit Citröen nämlich ein neuer Sponsor einsteigen: Wie L’Equipe berichtete, soll das Budget damit die Grenze der 22 Millionen Euro übersteigen. Van Avermaet, Naesen oder Jungels kommen alle drei für die Leaderpositionen bei Klassikern in Frage, zudem könnte Jungels, der mit Liège-Bastogne-Liège bereits ein Monument gewinnen konnte, bei den großen Rundfahrten ins Rampenlicht rücken.
Ultracycling: Starke Konkurrenz für Dizzy
Heute Abend geht Ralph Diseviscourt an den Start der „Race around Austria“. Auf der 2.200 km langen Strecke sind rund 30.000 Höhenmeter zu überwinden. Dabei wird er es nicht einfach haben, seinen Erfolg von 2017 zu wiederholen, da neben Vorjahressieger Rainer Steinberger (D) auch Christophe Strasser (AUT), der derzeit beste Ultracycler, am Start sein wird. M.N.