Serbien
Belgrad purzelt beim Schlingerkurs zwischen Ost und West zunehmend zwischen alle Stühle
In vermeintlicher Nachfolge des blockfreien Jugoslawiens versucht sich der EU-Anwärter Serbien im Seiltanz zwischen Ost und West. Doch nicht nur im In-, sondern auch im Ausland verliert der autoritär gestrickte Präsident Vucic an Kredit: Sein Schlingerkurs bugsiert das Land zunehmend ins Abseits.
Abgekühlte Beziehungen: Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (l.) war am Mittwoch zu Gast beim serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic (r.) Foto: Andrej Isakovic/AFP
Auch großflächiges Textil kann den tristen Stand der Dinge beim EU-Anwärter Serbien kaum mehr verbergen. Selbst das eigens für EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen über die 115 Meter hohe Fassade des Belgrader Genex-Turms gespannte Europabanner ersparte Gastgeber Aleksander Vucic nicht den demonstrativen Liebesentzug.