„Coronastep“-Report
Abwässer in Luxemburg geben derzeit unklaren Ausblick auf das Infektionsgeschehen
Der neueste Bericht zur Belastung der Luxemburger Abwässer mit Coronaviren lässt keine klaren Trends erkennen: An einigen Stellen steigen die Werte, anderswo stagnieren sie – und an einigen Orten lässt sich das Virus praktisch nicht mehr nachweisen.
Foto: Editpress/Frank Goebel
Wie entwickeln sich die Corona-Infektionen in Luxemburg? Die Untersuchung des Abwassers kann hier hilfreich sein, um einen Blick in die nähere Zukunft zu werfen: Schließlich scheiden Menschen das Virus schon aus, bevor sie sich krank fühlen und sich testen lassen – wenn sie das überhaupt machen.
In der jüngsten Veröffentlichung bitten die Forscher allerdings ein weiteres Mal um mehr Zeit, bis eindeutige Aussagen getroffen werden können: Nachdem in den vergangenen Wochen erst ein Rückgang der Werte gemessen worden war, die sich dann aber auf immer noch hohem Niveau stabilisierten, musste der bisher jüngste Report ein leichtes Ansteigen der Werte vermelden. Ob es sich dabei um Schwankungen der Messwerte handelt, wie sie immer wieder beobachtet werden, oder doch einen neuen Trend, sollten weitere Messungen erkennen lassen. Davon liegen die ersten jetzt vor mit dem neuesten Report (Nummer 41, hier als PDF).
„In der Kalenderwoche 02 waren die SARS-CoV-2-RNA-Flüsse in den Kläranlagen hoch und in der gleichen Größenordnung wie in den letzten drei Wochen, was auf eine weiterhin hohe Prävalenz des Virus im Abwasser auf nationaler und regionaler Ebene hinweist“, fassen die Forscher zusammen. „Der in den vergangenen Wochen festgestellte Trend zur Stabilisierung der SARS-CoV-2-Dynamik im Abwasser ist nach wie vor gültig, wenngleich auf Basis der in dieser Woche erhobenen Ergebnisse ein leichter Aufwärtstrend festzustellen ist.“
Die Übersichtsgrafik, die die gemessene SARS-CoV-2-Verseuchung des Abwassers für jede Mess-Stelle über ein farbcodiertes Feld wiedergibt, lässt auf den ersten Blick aber sogar Erfreuliches erkennen – nämlich gleich vier Felder, die blassgrün bis tiefgrün ein Absinken der Werte anzeigen:
Die Pandemie aus „Sicht“ der Kläranlagen (Quelle: list.lu / Beschriftungen übersetzt durch Tageblatt) Grafik: Editpress/Frank Goebel
Vorsicht aber: Die x-Achse stellt keine „Null-Linie“ dar. Vielmehr bewegen sich die Kontaminationswerte „nahe der Nachweisgrenze der angewandten Methodik“, wie die Forscher erklären. In Böwingen, Übersyren, Echternach und Grevenmacher verschwindet das Virus also wohl nicht komplett, sondern kann mit der vorliegenden Methode nur nicht mehr gemessen werden. Andere Kläranlagen (wie in Hesperingen Schifflingen, Petingen und Bettemburg) verzeichnen weiterhin einen „leichten Anstieg der SARS-CoV-2-Kontamination“, heißt es im Report.
Vorsicht, Falle: Für die grüne Linie (Virengehalt im Abwasser) stellt die x-Achse keine absolute Null-Linie dar, sondern lediglich die Grenze zur Nachweisbarkeit Grafik: Editpress/FrankGoebel