Justiz

Prozess um Arzt und Corona-Skeptiker Benoît Ochs wegen Krankheit vertagt

Wird Dr. Benoît Ochs nochmals wegen Verstößen gegen den Ärztekodex mit Berufsverbot belegt? Diese Frage konnte am Mittwoch nicht beantwortet werden. Der Allgemeinmediziner war krank. 

Dr. Benoît Ochs bei bester Gesundheit anlässlich einer sogenannten „Marche blanche“ in Luxemburg-Stadt

Dr. Benoît Ochs bei bester Gesundheit anlässlich einer sogenannten „Marche blanche“ in Luxemburg-Stadt Foto: Editpress/Tania Feller

Selbst Ärzte können mal krank werden. Das gilt auch für Dr. Benoît Ochs, einen der führenden Köpfe der Corona-Skeptiker-Szene. Am Mittwochnachmittag hätte er vor Gericht erscheinen sollen, hat sich aber krankheitshalber abgemeldet – offensichtlich mit Attest eines Arztes. Laut Prozedur konnte er sich nicht durch seinen Anwalt vertreten lassen. Deshalb wurde der Prozess vertagt. 

Der Allgemeinmediziner aus Gonderingen sollte sich erneut vor einer Disziplinarkommission des „Collège médical“ verantworten. Wegen ähnlicher Verstöße gegen den ärztlichen Deontologiekodex, wie die, die ihm bereits letztes Jahr in einem Disziplinarverfahren zwölf Monate Berufsverbot beschert haben. Dieses Verbot gilt noch bis Mitte April 2023. Es könnte nun verlängert werden. Warum?

Details sind nicht in Erfahrung zu bringen. Es scheint aber, als ob die Ärztekammer sich auf Vorfälle beruft, die vor der Disziplinarstrafe im März 2022 geschehen sind und die zum Teil erst nach und nach bekannt wurden. Es geht allgemein um die Haltung des Arztes gegenüber den Bestimmungen, die während der Pandemie von Regierung und Ärztekammer entschieden wurden und an die sich Dr. Ochs nicht vollumfänglich gehalten beziehungsweise öffentlich kritisiert hat. Es könnte sich beispielsweise um einen Zwischenfall in einer „Maison médicale“ handeln, wo Dr. Ochs Dienst hatte, bereits in Erwartung seines Urteils, und zwei Patientinnen Angst vor der Impfung gemacht haben soll. Es könnte aber auch um eine Behauptung des Arztes gehen, der zufolge 26 Bewohner eines Seniorenheims in Niederkorn nach der Booster-Impfung verstorben seien. Genaueres weiß man nicht. Infrage kommen auch Aussagen, die der Arzt bei Anti-Corona-Maßnahmen-Veranstaltungen im nahen Ausland gemacht haben soll.

Vielleicht wird der Prozess, der am 1. März nachgeholt wird, Aufschluss bringen. Dr. Benoît Ochs will sich laut seinem Luxemburger Anwalt Me Christian Bock Schützenhilfe von einem französischen Anwalt holen. Man wird sehen. Die Wahrheit kommt ans Licht. Ob sie jedem gefällt, ist ein anderes Thema.

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