Basketball

Darum ist die Erleichterung bei der Résidence nach dem Derby-Sieg groß

Neue Saison, neues Glück: Nach einer desolaten zweiten Saisonhälfte 2024/25, in der die Résidence Walferdingen nur einen einzigen Sieg – am 7. Januar gegen die Musel Pikes – einfahren konnte und im Viertelfinale chancenlos gegen den späteren Meister Ettelbrück ausschied, wollte das Team aus dem Alzette-Tal mit frischem Elan in die neue Spielzeit starten.

Oliver Vujakovic und die Résidence Walferdingen konnten am Samstag eine lange Durststrecke beenden

Oliver Vujakovic und die Résidence Walferdingen konnten am Samstag eine lange Durststrecke beenden Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Doch zum Auftakt gab es für die Spieler um Kapitän Oliver Vujakovic in Stadtbredimus nur einen weiteren herben Dämpfer. Dementsprechend groß war nach der unerwartet deutlichen 81:100-Niederlage gegen die Musel Pikes dann auch der Frust in Walferdingen. „Wir haben dieses Spiel einfach nicht ernst genug genommen und sind offensiv wie auch defensiv nicht mit der nötigen Energie reingegangen“, findet Vujakovic deutliche Worte. „Diese Partie war für uns ganz sicher ein Weckruf und hat uns gezeigt, dass wir keinen Gegner unterschätzen dürfen.“ Dass die Musel Pikes, die in den letzten beiden Jahren den Klassenerhalt erst in der Relegation geschafft haben, in diesem Jahr brandgefährlich sind, dürfte in der Enovos League inzwischen dann auch jeder gesehen haben. 

Wir haben dieses Spiel einfach nicht ernst genug genommen

Oliver Vujakovic

über die Auftaktniederlage gegen die Musel Pikes

„Nach diesem Auftaktmatch haben wir die ganze Woche über die Intensität im Training hochgehalten und an unserer Defensive gearbeitet. Der Trainer hat auch genau die richtigen Worte gefunden“, erklärt der Spielführer weiter. Mit dem Derby gegen Steinsel stand für die Résidence am zweiten Spieltag gleich ein weiterer harter Brocken auf dem Programm, doch im Alzette-Tal scheint es nun endlich „Klick“ gemacht zu haben, wie der routinierte Spieler meint. „So ein Derby ist immer noch etwas ganz Besonderes und gibt einem gefühlt schon ein extra Stückchen an Motivation“, so der 28-Jährige, der in Luxemburg seit seiner Kindheit für die Résidence aufläuft. „In der Defensive standen wir viel besser, haben physisch stärker gespielt und auch viel besser kommuniziert. Zudem sind wir im Angriff auch nicht mehr nur halbherzig zum Korb gezogen.“ Und so endete für Walferdingen ausgerechnet im Derby gegen die Amicale, mit einem 83:70-Erfolg, eine lange Durststrecke von zehn Niederlagen in Serie. 

„So kann man sich nicht präsentieren“

Dass die Erleichterung nach dem verpatzten Auftakt bei den Spielern dementsprechend groß war, scheint da nur logisch, auch wenn Oliver Vujakovic nicht von Druck spricht. „Es ist eine neue Saison und wir denken nicht mehr an die letzte. Natürlich waren alle Verantwortlichen enttäuscht von der Leistung gegen die Musel Pikes, weil so viele Ressourcen und Energie in die Mannschaft gesteckt wurden, und so kann man sich einfach nicht präsentieren.“

Dass sich das Team auch erst einmal finden muss, ist eine weitere Tatsache. Denn mit Vujakovic selbst stand in den beiden Auftaktspielen nur ein einziger Spieler der letztjährigen Starting Five noch in der Anfangsformation. Die beiden Profi-Spieler, der Kroate Vranjes sowie Tom Schomer sind derweil allesamt Neuzugänge. „Am Anfang – in den ersten Trainingseinheiten – ist es nie einfach, sich wieder selbst und seine Rolle zu finden, aber gleichzeitig auch als Team zusammenzuwachsen. Ich persönlich habe mich aber mit allen auf Anhieb verstanden. Da es ja auch nicht alles unbekannte Gesichter waren, fällt es einem auch leichter.“ Es ist ein neuer Kader, der gleichzeitig auch den Spielstil bei der Résidence etwas ändern soll. „Wir wollen einen aggressiveren und schnelleren Basketball entwickeln, vor allem in der Defensive“, so Vujakovic

Nach dem Pokalsieg am Dienstagabend bei Zweitligist Bascharage, durch den Walferdingen ins Achtelfinale eingezogen ist, stehen in den kommenden Wochen für die Résidence weiter schwere Gegner auf dem Programm. Nach dem Racing am Samstag folgen Mitfavorit Düdelingen und Fels, das sich zuhause stets als unbequemer Gegner zeigt. „Jedes Spiel ist anders, doch diese drei werden sicherlich schwer. Wir müssen mit dem gleichen Fokus antreten wie gegen Steinsel und nicht nur 30, sondern 40 Minuten konzentriert agieren“, so die Devise des Kapitäns. „Mit einem aggressiven und energiereichen Basketball können wir für jeden Gegner gefährlich werden“, ist er sich zum Abschluss dann sicher. In Walferdingen hofft man jedenfalls, dass der Knoten nun endlich wieder geplatzt ist. 

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