Einzelkritik
Ein eingeschworener Haufen: „Rote Löwen“ liefern das erhoffte Fußballfest als Einheit
Die FLF-Auswahl wusste die über 9.000 Zuschauer zu begeistern: Das Team holte diesen Sieg als Einheit. Nachdem es über Monate düster in der Offensive aussah, ist es umso wichtig gewesen, dass sich drei unterschiedliche Torschützen hervorheben konnten.
Zum zweiten Mal in Folge Torschütze für die FLF-Auswahl: Vincent Thill Foto: Editpress/Gerry Schmit
Anthony Moris: Das Knie machte keine Probleme mehr. Die Nummer eins war zurück im Kasten. In der 8. musste er schon eine erste Parade aus kurzer Distanz auspacken. Hatte Glück, dass sein Fehlpass in der 24. ohne Folgen blieb. Drückte einen Freistoß in der 48. über die Latte, war bis zum Schlusspfiff hellwach.
Laurent Jans: Das ganze Stadion hätte es dem Kapitän gewünscht, als er nach Flanke von Sinani auf der rechten Strafraumseite abzog ... Doch sein zweiter Abschluss des Abends flog am Gehäuse vorbei. Die gewohnt aufopferungsvolle Vorstellung des 33-Jährigen, dem vielleicht nicht alles gelang, dafür aber die Leidenschaft reinschmiss, die es braucht.
Seid Korac: Der Mann mit den meisten Pässen des Hinspiels war der erste, der es aus der Distanz versuchte. Den schwersten Stand hatte die FLF-Auswahl nach Wiederanpfiff: Rüttelte die Kollegen lautstark wach. Besser noch: Seine klasse Vorlage für das Premierentor von Cruz.
Dirk Carlson: Das unzertrennliche Innenverteidiger-Duo harmonierte blendend. Bis auf die hektischen Minuten nach der Pause ein solider, unaufgeregter Auftritt der Nummer 13. Mit der Hereinnahme von Mahmutovic änderte sich sein Job, da er auf die linke Seite rausrückte.
Florian Bohnert: Ballverlust Nummer zwei führte zur ersten Chance der Malteser. Danach wendete sich das Blatt zum Guten: Sein cleverer Einwurf leitete das Führungstor ein. Sah direkt nach Wiederanpfiff Gelb, weil er die Hand aufgelegt hatte. Um kein weiteres Risiko einzugehen, wurde er zur Spielstunde ausgewechselt und durch Mahmutovic ersetzt.
Christopher Martins: Hoch anlaufen, Druck ausüben – die etwas höhere Rolle, die ihm zugeteilt wurde, hatte zur Folge, dass sich die Kilometerzahlen erhöhten. Als Schweizer Taschenmesser hatte er absolut keine Anpassungsschwierigkeiten, nach den Einwechslungen in andere Rollen zu schlüpfen. Ein guter Abend für „Kiki“.
Mathias Olesen: So perfekt wie der Schnauzer beim Profi aus Graz sitzt, so unästhetisch war die Aufgabe bei den beherzten Zweikämpfen. Ein gewohnt engagierter Auftritt, der beweist, wie wichtig er für diese Mannschaft ist.
Leandro Barreiro: Wurde in der Nachspielzeit auf der Strafraumgrenze von J. Mbong von den Beinen geholt. Die Pferdelunge der Nation war wieder einmal überall anzutreffen. Was für eine Übersicht beim 2:0, als er Sinani traumhaft mit der Hacke bediente! Nach einem Foul musste er in der 57. verletzt raus.
Vincent Thill: Musste in den ersten Minuten ein paar härtere Treffer einstecken. Es stellte sich schnell heraus, dass der Mannheimer heiß wie Frittenfett war und die Malteser förmlich schwindelig spielen wollte. Beim Tor zunächst der Ballkontakt mit rechts, dann ein Abschluss mit links und ein Tunnel für Keeper Bonello (20.). Alles in allem für ihr ein zweiter toller Abend gegen Malta.
Danel Sinani: Zeichnete sich mit der Vorlage für V. Thill aus: Der Blick nach rechts leitete den Treffer ein. Sah Gelb, als er nach eigenem Fehlpass auf Höhe des Mittelkreises ein taktisches Foul beging (27.). Zog in der 45. ab und forderte sofort einen Elfmeter, doch der Pfiff blieb noch aus. Dennoch durfte er noch vor der Pause vom Punkt antreten: Seinen Flachschuss entschärfte Bonello. Die Belohnung und das 2:0 gab’s erst nach dem Tee.
Aiman Dardari: Sein erster Haken (13.) erlaubte es ihm, in den Sechzehner einzuziehen. Hatte auf seiner linken Seite weniger Möglichkeiten, sich in Szene zu setzen, war allerdings derjenige, der vor dem Foul an Barreiro mit Ball am Fuß durch den Strafraum gehen wollte. Kurz vor der 80. ausgewechselt.
Sébastien Thill: Wurde, wie sein Bruder, gleich hart getroffen. Brachte sich anschließend gut ein und verteilte die Bälle clever. Ihm hatte es die FLF-Auswahl zu verdanken, dass es beim 3:0 blieb, als er in der 89. Moris zur Hilfe geeilt war.
Enes Mahmutovic: Leistete sich in der 65. einen Ballverlust, der hätte böse ausgehen können. Wurde danach immer sicherer.
Yvandro Borges und Tomas Moreira: Wenige Sekunden nach der Einwechslung (68.) hatte Borges schon einen Abschluss (69.) auf der Habenseite. Starke Balleroberung bei einem Malta-Konter. Moreira setzte allerdings mit einem insgesamt beeindruckenden Auftritt einen obendrauf, als er über rechts das 3:0 erzielte. Nur das Jubeln muss er noch üben: Bei seinem ersten Länderspieltor endete der Rutscher auf den Knien härter als gedacht. Das störte ihn aber nicht weiter.
Jayson Videira: Zu kurze Einsatzzeit für eine Bewertung.