Eine Spurensuche

Wie viel russisches Gas fließt nach Luxemburg?

Auf die Frage, wie hoch der Anteil von russischem Gas am Luxemburger Mix ist, gibt es von den Behörden kaum oder teils zweifelhafte Antworten. Einzig die Unternehmensgruppe Enovos/Encevo zeigt sich transparent und spricht von 14 Prozent im Jahr 2024. Luxemburgs Gas-Verbraucher zahlen demnach, auch drei Jahre nach Kriegsbeginn, Monat für Monat Geld an Russland. Tageblatt-Schätzungen zufolge belaufen sich die Überweisungen aus Luxemburg für russisches Gas für das Jahr 2024 auf 33 Millionen Euro. Das wäre fast halb so viel, wie das Land in dem Jahr für Hilfen an die Ukraine ausgegeben hat.

Auch in Luxemburg wird, drei Jahre nachdem russische Panzerkolonnen in die Ukraine gerollt sind, immer noch russisches Gas verbraucht 

Auch in Luxemburg wird, drei Jahre nachdem russische Panzerkolonnen in die Ukraine gerollt sind, immer noch russisches Gas verbraucht  Foto: AFP//Nikolay Doychinov

Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump den Europäern den Spiegel vorgehalten. Während Europa fordert, dass die USA die Ukraine stärker unterstützen soll, finanzieren die Europäer die russische Kriegsmaschinerie munter weiter. Mehr als drei Jahre nach dem Einmarsch russischer Panzerkolonnen in die Ukraine importiert Europa immer noch 19 Prozent des verbrauchten Erdgases aus dem kriegstreibenden Land – zuvor waren es 45 Prozent. Und die EU will sich auch weiterhin Zeit lassen: Letzte Woche sprach sich eine Mehrheit der EU-Länder für ein schrittweises Ende russischer Gaslieferungen bis Anfang 2028 aus – also dann fast sechs Jahre nach Kriegsbeginn.

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