Verbrauchervertrauen

Stimmungsbarometer: Luxemburger Haushalte schauen mit Pessimismus in die Zukunft

Die Stimmung der Luxemburger Verbraucher wird nicht besser. Im April ist der von der Zentralbank erhobene Verbrauchervertrauensindikator auf seinen tiefsten Punkt seit rund einem Jahr eingebrochen. Besonders die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sich verschlechtert.

Die Verbraucher in Luxemburg sind nicht optimistisch gestimmt, was die wirtschaftliche Entwicklung des Landes betrifft

Die Verbraucher in Luxemburg sind nicht optimistisch gestimmt, was die wirtschaftliche Entwicklung des Landes betrifft Foto: Editpress/Julien Garroy

Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine und den immer schneller steigenden Preisen war die Zuversicht der Luxemburger Verbraucher 2022 regelrecht eingebrochen: In den Monaten August, September und Oktober 2022 war die Stimmung der Luxemburger Verbraucher auf historische Tiefststände gefallen. Mit minus 26, minus 30 und minus 28 Punkten waren seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002 noch nie schlechtere Ergebnisse gemessen worden. Selbst zu der pessimistischsten Corona-Zeit (April 2020) war der Indikator nur bis auf minus 24 Punkte gerutscht.

Seine jüngsten Bestmarken hatte der Luxemburger Verbrauchervertrauensindex im Juni 2021 (plus zwei Punkte). Mit den steigenden Preisen für Energie ging es danach aber wieder abwärts mit den Ergebnissen der Umfrage. Im Jahr 2023 haben sich die Haushalte dann, leicht verbesserten Zahlen zufolge, an die neue Lage mit den Dauerkrisen gewöhnt. Im Mai hatte die Luxemburger Zentralbank minus 14 Punkte gemessen. Auch war die Inflationsrate seit einem Höchststand von über sieben Prozent im Juni 2022 auf damals 3,6 Prozent zurückgegangen.

Bei der langfristigen Entwicklung des Verbrauchervertrauens ist der Einfluss von Krisen, wie etwa 2008 im Finanzbereich und 2022 mit dem russischen Überfall der Ukraine, sehr deutlich zu sehen

Bei der langfristigen Entwicklung des Verbrauchervertrauens ist der Einfluss von Krisen, wie etwa 2008 im Finanzbereich und 2022 mit dem russischen Überfall der Ukraine, sehr deutlich zu sehen

Mittlerweile hat sich volkswirtschaftlich vieles verbessert. Im März 2025 lag die Jahresinflationsrate, Statec zufolge, nur noch bei 1,3 Prozent – im Gesamtjahr 2024 bei zwei Prozent. Auch der Konjunktur geht es wieder besser: Nach einem Einbruch der Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 und 2023 hat das BIP 2024 wieder leicht zugelegt. Im laufenden Jahr wird mit einem Wachstum von 2,5 Prozent gerechnet.

Die Zuversicht der Verbraucher hat sich jedoch nicht verbessert. Im April 2025 lag die Punktezahl des Stimmungsbarometers wieder bei minus 16 Punkten. Das zeigen neue Zahlen der Luxemburger Zentralbank. Der Index befindet sich weiter deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt von minus acht Punkten.

Im April haben die Haushalte dabei besonders ihre Erwartungen sowohl hinsichtlich der in den kommenden zwölf Monaten erwarteten Wirtschaftslage in Luxemburg als auch hinsichtlich der erwarteten eigenen finanziellen Zukunft stark nach unten korrigiert. Besonders was die Entwicklung der Wirtschaft im Lande betrifft, sind die Haushalte so pessimistisch wie seit Ende 2022 nicht mehr.

Trotz dieser Einschätzung wollen die Verbraucher jedoch nicht weniger konsumieren: Im April haben sie ihre Absichten, um größere Anschaffungen zu tätigen, leicht erhöht. Zudem haben sie die Einschätzung ihrer finanziellen Lage in der Vergangenheit leicht verbessert.

Um den Indikator zum Verbrauchervertrauen zu erstellen, wird jeden Monat eine telefonische Umfrage bei etwa 500 nach Zufallsprinzip ausgewählten Einwohnern Luxemburgs durchgeführt. Dann wird der Prozentsatz der Antworten, die eine Verbesserung gemeldet haben, vom Prozentsatz der Antworten, die eine Verschlechterung gemeldet haben, abgezogen und die vier Komponenten werden zusammengerechnet.

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