Einer der höchsten Werte in Europa
Luxemburger fühlen sich ab zwei Millionen Euro Vermögen reich
Wer sich in Luxemburg reich fühlen will, braucht Vermögen. Eine neue Umfrage zeigt: Ab zwei Millionen Euro geht’s los.
Euro-Geldscheine mit unterschiedlichen Werten liegen aufeinander Foto: dpa/Jens Büttner
Luxemburg ist ein wohlhabendes Land. Nur in der Schweiz gibt es eine ähnlich hohe Pro-Kopf-Dichte an Millionären. Geld haben ist die eine Sache. Aber sich reich fühlen die andere. Wie viel Nettovermögen braucht man im Großherzogtum, um sich der Welt der Reichen und Schönen dazurechnen zu können? Eine neue Studie der Schweizer Bank Swissquote und des Luxemburger Meinungsforschungsinstituts Ilres zeigt, dass im Großherzogtum einer der höchsten Werte in Europa gilt.
Um sich in Luxemburg wohlhabend zu fühlen, ist laut Studie ein Nettovermögen von zwei Millionen Euro erforderlich. Die Befragten mit den höchsten Einkommen legen die Messlatte sogar bei 3,8 Millionen Euro an. Die meisten Studien-Teilnehmer kommen da nicht ran. Das durchschnittliche Nettovermögen der 1.697 Befragten beläuft sich auf 924.000 Euro, also weniger als die Hälfte des Ich-fühle-mich-reich-Betrags.
Nettovermögen vs. investierbares Vermögen
Wie viele Millionäre es in einem Land gibt, liegt auch an der Methodologie. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Vermögen zu berechnen. Nettovermögen ist das finanzielle Vermögen plus die realen Vermögenswerte (in Luxemburg hauptsächlich Wohnraum) minus die Schulden. Das investierbare Vermögen hingegen bezieht sich auf alle flüssigen oder leicht in Geld umwandelbaren Vermögenswerte.
Und welches jährliches Bruttoeinkommen braucht ein Haushalt, um sich wohlhabend zu fühlen? Die Antwort der Befragten: läppische 408.000 Euro. Um sich „finanziell sicher zu fühlen“, reichen laut Studie sogar bereits 249.000 Euro. Das durchschnittliche Gehalt lag 2022 in Luxemburg bei 75.919 Euro, das Median-Jahres-Gehalt bei 58.126 Euro. Nur mal so zum Vergleich.
Vor einem Jahr lagen die Schwellenwerte für ähnliche Fragen noch niedriger, schreiben die Macher der Umfrage. Das zeige, dass die Inflation und der Anstieg der Lebenshaltungskosten das Vermögen und das Gefühl der finanziellen Sicherheit der Einwohner beeinträchtigen.
Wohlstand bedeutet Freiheit
Dazu passend: Rund ein Drittel geben an, dass sie sich weniger wohlhabend als 2024 fühlen. Fast die Hälfte sagen hingegen, dass ihre finanzielle Situation im vergangenen Jahr stabil geblieben ist. Anders bei denen, die eh schon mehr haben: Zwei von fünf Haushalten mit einem Einkommen von mehr als 220.000 Euro geht es besser als vor einem Jahr.
Wohlstand bedeutet für die meisten befragten Menschen Freiheit, Wohlbefinden und finanzielle Sicherheit. Luxus oder Status rangieren weiter hinten, schreiben die Umfragemacher. Fast die Hälfte der Befragten finden, dass Geld zum Glück beiträgt, ohne jedoch der entscheidende Faktor zu sein.
Rente gleich Reichtum?
Ob die Rente zum Sich-reich-Fühlen reicht, darüber sind sich die Befragten uneinig. Fast die Hälfte sind zuversichtlich, dass ihre Rente ein ausreichendes oder gerade ausreichendes Einkommen sichern wird. Die andere Hälfte eher nicht. Das Vertrauen ist bei den über 61-Jährigen am größten – so weit keine Überraschung. Millennials und die Generation Z zeigen sich hingegen zunehmend skeptisch.
Weil die Rente den meisten nicht genug ist, setzen die Umfrage-Teilnehmer auch noch auf andere Strategien, um den Betrag aufzubessern. An erster Stelle: ihre Ersparnisse aufbrauchen, gefolgt von in Finanzmärkte investieren und Immobilien besitzen. Als beste Methode, ein Vermögen aufzubauen, gilt nach wie vor folgender Trick: Reich geboren werden und erben.