Versorgungsengpass
Kommt auch in Luxemburg bald eine Rationierung des Sprits?
Die Preise für Diesel und Benzin brechen Rekorde. Während Frankreich Limits an der Zapfsäule einführt, meldet Luxemburg bislang keine Engpässe. Doch die Straße von Hormus bleibt gesperrt, die Versorgungssicherheit damit ungewiss.
Kommt bald nur noch Luft aus den Zapfhähnen? Was in Frankreich schon Realität ist, scheint in Luxemburg noch kein Problem zu sein. Foto: Editpress/Didier Sylvestre
Die Versorgungsengpässe erreichen Europa: In Frankreich meldet fast ein Fünftel der Tankstellen Versorgungsprobleme. Autofahrer dürfen vielerorts nur noch 30 Liter pro Fahrzeug tanken. Derweil bleibt die Lage in Luxemburg bislang entspannt. Das „Groupement énergies mobilité Luxembourg“ teilte laut RTL am Dienstagmorgen mit, es lägen keine Informationen über Engpässe im luxemburgischen Netz vor. Auch zwei große Heizöllieferanten bestätigten auf Nachfrage des Senders, ihre Kunden normal beliefern zu können — einer meldete sogar überfüllte Lager, weil viele Haushalte wegen der gestiegenen Preise weniger bestellen.
Wie lange das so bleibt, ist offen. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnte zuletzt in einem Interview mit dem Figaro vor einem „dreifachen Schock“ bei Öl, Gas und Lebensmitteln. Die globale Energieversorgung sei „noch nie so gefährdet gewesen wie heute“, sagte Birol. Solange sich die Lage rund um die Straße von Hormus nicht normalisiere, werde der Druck anhalten.
Luxemburgs Kraftstoffpreise werden vom Staat reguliert. Das Wirtschaftsministerium setzt Höchstpreise fest, die auf Basis des Rohölpreises, des Wechselkurses und der Transportkosten berechnet werden. Seit Anfang März hat Diesel damit rund 34 Cent pro Liter zugelegt. Der Rekord von 2022 wurde Anfang April gebrochen. Seit dem 4. April kostet ein Liter Diesel 2,186 Euro.
Andere EU-Länder greifen bereits aktiver ein. Griechenland hat einen sogenannten Fuel-Pass eingeführt: Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen erhalten für April und Mai einen Kraftstoffzuschuss zwischen 30 und 60 Euro. Frankreich diskutiert ähnliche Entlastungsmaßnahmen. Die luxemburgische Regierung setzt bislang auf das bestehende Preisdeckelsystem — und beobachtet.