Elektromobilität

34.000 E-Autos in Luxemburg angemeldet – Weitere Prämien zum Ausbau der Ladeinfrastruktur

Mehr als 34.000 Elektrofahrzeuge gibt es bis dato in Luxemburg, und es sollen noch mehr werden. Energieminister Claude Turmes und Mobilitätsminister François Bausch erklärten am Freitag, wie das erreicht werden soll: mit einer Verdichtung der Ladeinfrastruktur und weiteren staatlichen Finanzhilfen. Die Prämien für private Ladestationen wurden bereits kürzlich bis zum Ende des kommenden Jahres verlängert.

U.a. sollen weitere Unterstützungen für das Installieren von Ladeinfrastrukturen die E-Mobilität fördern

U.a. sollen weitere Unterstützungen für das Installieren von Ladeinfrastrukturen die E-Mobilität fördern Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Kurz vor den Wahlen möchte jeder Politiker noch einmal in den Medien glänzen. Die beiden grünen Minister François Bausch und Claude Turmes machen dabei keine Ausnahme und wählten das Thema der Elektromobilität. Am Freitagmorgen stellten die beiden das bisher Erreichte in ihrem Bereich vor und erklärten, wie die hochgesteckten Ziele erreicht werden sollen. Der nationale Energie- und Klimaplan sieht vor, dass bis 2030 49 Prozent des Fuhrparks elektrisch ist.

Da der Transportsektor für insgesamt 67 Prozent der Treibhausgasemissionen in Luxemburg verantwortlich sei, sei eine weitere Steigerung des E-Mobilitätsanteils sinnvoll. Ende August gab es 34.347 Elektroautos (sowohl Plug-in-Hybride als auch reine Elektroautos) in Luxemburg. Allein von Januar bis August 2023 wurden 10.410 neue E-Autos registriert. Sie machen bereits rund ein Drittel aller Neuanmeldungen aus. Insgesamt bestehe der nationale Fuhrpark momentan zu 7,5 Prozent aus Elektroautos, schreibt das Mobilitätsministerium.

Den Anteil der Elektromobilität steigern helfen, sollen einerseits die verschieden staatlichen Prämien, andererseits der beständige Ausbau der Ladeinfrastruktur. Einen Nachteil, den Elektroautos noch gegenüber Verbrennern haben, ist die relativ geringe Reichweite der Batterien. Bei der steigenden Anzahl von E-Autos muss auch die Infrastruktur der Ladestationen mitwachsen. Es gebe heute, so das Energieministerium, in jeder Gemeinde des Landes wenigstens eine Ladesäule. Niemand bräuchte mehr als fünf Minuten bis zur nächstliegenden zu fahren. Damit ist das Problem aber nicht gelöst; niemand möchte dort zwei bis drei Stunden warten, bis sein Wagen aufgeladen ist. Aus diesem Grund werde auch die Schnellladeinfrastruktur ausgebaut. Momentan könne jeder Einwohner innerhalb von zehn Minuten Fahrzeit bei der nächsten „Superchargy“-Station sein. Insgesamt gebe es rund 1.990 öffentlich zugängliche „normale“ Ladesäulen und 172 mit einer Ladekapazität über 50 kW (Superchargy).

Im April 2024 tritt zudem eine EU-Verordnung in Kraft, die das Reisen mit Elektroautos in der Europäischen Union vereinfachen soll. Jedes EU-Mitglied muss dann auf seinem Gebiet eine angemessene Ladeinfrastruktur bereitstellen: Auf den Hauptverkehrsstraßen in Europa müssen in beiden Fahrtrichtungen mindestens alle 60 Kilometer Schnellladestationen installiert sein.

Staatliche Prämien

Daneben gibt es noch die privaten Ladestationen, die auch weiterhin mit dem „Klimabonus Mobilität“ unterstützt werden: Im August beschloss die Regierung, dass diese Finanzhilfe noch bis zum Ende des kommenden Jahres beantragt werden kann.

Firmen, die in Ladeinfrastruktur investieren, können ebenfalls von staatlichen Unterstützungen profitieren. Zwei entsprechende Projektausschreibungen wurden bereits organisiert, eine dritte läuft vom 1. Dezember 2023 bis zum 1. Februar 2024. Zusätzlich zu einer im April 2023 eingeführten Finanzhilfe für Unternehmen zur Anschaffung von emissionsfreien schweren Nutzfahrzeugen steht eine Projektausschreibung für Unternehmen offen, die in Ladeinfrastruktur für LKWs investieren möchten. Diese Ausschreibung wurde am 15. September gestartet. Anträge können noch zum 15. November 2023 eingereicht werden.

Laut einer Berechnung des Energieministeriums kosten 100 Kilometer mit einem Benziner zurzeit durchschnittlich 9,42 Euro, die gleiche Entfernung mit einem reinen Elektroauto dagegen nur 3,47 Euro. Auf Nachfrage mussten die Mitarbeiter des Ministeriums allerdings zugeben, dass die Rechnung sehr optimistisch sei, da vor allem Kleinfahrzeuge für die Hochrechnung gebraucht wurden. Realistisch muss man bei einem Elektroauto eher von einem Preis um die fünf Euro ausgehen. Günstiger als eine Fahrt mit einem Verbrenner sei es aber allemal noch.

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