Finanzmärkte
2025 war ein gutes Jahr an der Börse – Luxemburg konnte Verluste wettmachen
Für Investoren, die Geld an den Finanzmärkten angelegt hatten, war 2025 ein überaus gutes Jahr. Die Kurse zogen an. Nicht nur in den USA, auch in Europa. Der Luxemburger Börsenindex konnte seine Verluste vom Vorjahr wieder wettmachen.
Trotz aller Turbulenzen war 2025 ein ertragreiches Jahr für Anleger an den Börsen Foto: AFP/Thomas Samson
Letztes Jahr war das dritte in Folge, in dem die Börsenkurse weltweit stark zugelegt haben – trotz wachsender geopolitischer Spannungen und zunehmender Unsicherheiten für den Welthandel.
Anfang April hatte es noch düster ausgesehen. Als US-Präsident Donald Trump an dem von so genannten „Liberation Day“ hohe Importzölle für fast alle Staaten, die mit den USA Handel betreiben, ankündigte, sind weltweit die Börsenkurse heftig eingebrochen.
Der Rückgang war jedoch nur von kurzer Dauer. Schnell liefen internationale Verhandlungen an, und die meisten Länder fügten sich den Wünschen des US-Präsidenten. Nach nicht einmal einem Monat hatten sich die Börsen erholt und befanden sich wieder auf dem seit einigen Jahren anhaltenden Rekordkurs. Eine weiterwachsende Wirtschaft und fallende Leitzinsen sorgten für Optimismus.
Der Dow Jones, der die 30 größten und bedeutendsten US-amerikanischen Unternehmen umfasst, hat, ähnlich wie im Vorjahr, um rund 14 Prozent zugelegt. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index ist in den letzten zwölf Monaten um rund 17 Prozent nach oben geschnellt, weniger schnell als die 29 Prozent im Vorjahr.
Auch an den asiatischen Märkten haben die Kurse, trotz Handelskrieg und Spannungen, weiter deutlich zugelegt. Im Laufe des vergangenen Jahres wurden in Hongkong und in Tokio an den Börsen, mit einem Plus von rund 30 Prozent, neue Höchststände erreicht. Während Hongkong vor allem die Stabilisierung der chinesischen Wirtschaftsaussichten zugutekam, waren es in Japan Reformen, die die Zuversicht der Investoren gestärkt haben. Indien schnitt mit einem Plus von fast 9 Prozent ebenfalls gut ab.
Zugelegt haben 2025 nicht nur die Aktienkurse in den USA und in Asien. Auch in Europa wurden durchgehende Zuwächse verbucht. Der Euro-Stoxx-50 verzeichnete ein Plus von rund 18 Prozent. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten waren jedoch groß: Während die Börsenindizes in Deutschland und Belgien um etwa 20 Prozent angestiegen sind, sind die Kurse in Spanien und Polen um rund 50 Prozent in die Höhe geschnellt. Mit einem Plus von zehn Prozent verbuchte der CAC40 in Paris die schwächste Entwicklung.
Überdurchschnittlich stark zugelegt in Europa haben Aktien aus dem Banken- und dem Verteidigungssektor. Besonders beim Letzteren gibt es keinen Mangel an Aufträgen.
LuxX legt deutlich zu
Auch in Luxemburg, wo der Leitindex LuxX 2024 rund 14 Prozent an Wert verloren hatte, ging es im nun abgelaufenen Jahr 2025 wieder deutlich aufwärts. Mit einem Plus von fast 35 Prozent konnten die Verluste des Vorjahres mehr als wettgemacht werden.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Börsenindizes kann der LuxX jedoch nicht als Spiegelbild der nationalen Wirtschaft angesehen werden. Der Index zählt nur noch neun Werte, von denen nicht einmal alle einen direkten Link zur Luxemburger Wirtschaft haben. Mit zu den neun zählen der Stahlproduzent ArcelorMittal, der Satellitenbetreiber SES, der Medienkonzern RTL Group wie auch die Beteiligungsgesellschaften Luxempart, Reinet Investments und Brederode.
Dass der Luxemburger Index 2025 gestiegen ist, liegt demnach nicht an der Entwicklung der nationalen Wirtschaft, sondern an der Kursentwicklung einzelner Unternehmen.
Die weltweite Entwicklung der Börsenkurse ist jedoch wichtig für das Volumen der von den Luxemburger Investmentfonds verwalteten Gelder. Hier wurde letztes Jahr ein neuer Rekord von mehr als 6.000 Milliarden Euro erreicht. Das wiederrum ist wichtig für die Entwicklung des Finanzplatzes und der Steuereinnahmen des Landes.
US-Dollar hat an Wert verloren
Bleibt noch zu erwähnen, dass der Ölpreis 2025 rückläufig war, der Preis ist im Jahresverlauf von über 70 auf unter 60 Dollar pro Barrel gefallen. Kakao und Kaffee wurden teurer, aber Weizen billiger. In den unsicheren Zeiten sind zudem die Preise für Gold und Silber überaus deutlich gestiegen.
Spürbar gefallen ist die Kryptowährung Bitcoin, von 98.474 Euro zu Jahresbeginn auf 79.439 Euro Ende Dezember. Zwischendurch, Anfang Oktober, hatte sie mit 106.307 Euro einen neuen Höchststand verbucht.
Der US-Dollar hat im Jahresverlauf an Wert verloren. Der Preis für einen Euro ist von 1,04 auf 1,17 US-Dollar gestiegen. Im Oktober 2022 war der Wert eines Euro kurzzeitig unter den Wert eines Dollar gefallen. Einen Höchststand hatte der Euro im Sommer 2008 erreicht, als er mehr als 1,50 Dollar kostete.
Silber glänzte 2025 mehr als Gold

Der Preis von Silber hat sich im Jahr 2025 verdoppelt Foto: Editpress/Julien Garroy
Wer zu Beginn des Jahres 2025 in Silber investiert und das Edelmetall bis im Dezember gehalten hat, der kann sich über eine noch stattlichere Rendite freuen, als wenn er auf Gold gesetzt hätte. Zu Jahresbeginn 2025 musste ein Käufer für ein Gramm Silber 0,91 Euro auf den Tisch legen. Im Jahresverlauf hat sich der Preis dann verdoppelt: Ende Dezember lag er bei über 2,09 Euro pro Gramm. Ein historischer Rekord. Vor dem Jahr 2005 lag der Wert eines Gramms Silber noch bei unter 20 Cent.
Der Preis für Gold ist im Jahr 2025 auch gestiegen, jedoch „nur“ um rund 60 Prozent.
Viele Analysten sind dabei der Überzeugung, dass der Aufwärtstrend beim Silber auch in Zukunft weitergehen wird. Sie verweisen darauf, dass Silber in der Industrie breite Anwendung findet. Es besitzt unter anderem eine gute elektrische Leitfähigkeit und kommt beispielsweise in der Fotovoltaik und bei Windkraftanlagen zum Einsatz. Es heißt, dass seit einigen Jahren die Nachfrage nach Silber höher ist als das Angebot.
Wer das Metall nun jedoch mit der Hoffnung auf Rendite kaufen will, muss trotzdem aufpassen: In den vergangenen Jahrzehnten hatte der Preis für Silber mehrfach sehr starke Preissprünge erlebt, auf die dann schnell wieder Preisrückgänge folgten. Auch ist Silber nicht ideal, wenn es um das Horten von wirklich großen Geldsummen geht: Mit dem aktuellen Rekordpreis kostet ein Kilo rund 2.000 Euro. Zum Vergleich: Für ein Kilo Gold muss man fast 120.000 Euro auf den Tisch legen.
Folgen der US-Intervention
Mit der Frage, was die Folgen der rezenten US-Intervention im Venezuela für Wirtschaft und Finanzmärkte sind, hat sich die Schweizer Privatbank Lombard Odier in ihrem „Global CIO Flash“ beschäftigt.
Insgesamt erwarten die Marktbeobachter dadurch, dass Venezuelas Wirtschaft relativ klein ist, keine großen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Mittelfristig bleiben Schwellenländer attraktiv, da viele über solide Fundamentaldaten und Rohstoffvorkommen verfügen, schreiben sie. Lediglich kurzfristige Schwankungen an Schwellenmärkten seien möglich.
Größere Auswirkungen sehen sie mit der Geopolitik. „Die Intervention markiert eine Rückkehr zu regionalen Einflusssphären in der Weltpolitik.“ Die USA beanspruchen Lateinamerika als ihre Einflusszone. Dies wiederrum habe Signalwirkung für die gesamte Region. Weltweit „treten die internationalen Beziehungen in eine neue Ära der Realpolitik ein, in der regionale Eskalationen nicht ausgeschlossen werden können“, warnen sie. Die Vereinten Nationen haben als mögliche Vermittler an Gewicht verloren.
In Venezuela und Südamerika derweil könne die neue Nähe zu den USA zu mehr Investitionen und damit auch zu mehr Wachstum führen. Der fehlende Widerstand bei der US-Intervention lasse „auf eine Zusammenarbeit der venezolanischen Beamten mit den US-Streitkräften schließen“.
Auch der Energiesektor werde durch die neue Geopolitik verändert, erwartet die Bank. Der Ölhandel werde sich an geopolitischen Machtblöcken orientieren: „Venezolanisches Rohöl wird den Bedarf der USA decken und über amerikanische Unternehmen nach Europa gelangen, während Russland seine Energiebeziehungen zu China vertiefen wird.“
Doch sollte die Produktion in Venezuela zulegen und der Preis fallen, dann würde die OPEC wohl gegensteuern. Was den Marktpreis anbelangt, so lässt die Bank ihre Zwölf-Monats-Prognose von 63 Dollar pro Barrel unverändert.
Des Weiteren rechnen sie mit möglichen innenpolitischen Folgen in den USA, nämlich mit einer potenziellen Schwächung der Republikaner im Kongress. Das könnte dem US-Präsidenten das Regieren in seiner zweiten Mandatshälfte erschweren.