Tyrell Sturdivant
Zwischen Pokaltriumph und Vaterfreuden
Dass ausgerechnet Tyrell Sturdivant in den Schlusssekunden als letzter Felser an die Freiwurflinie trat, war kein Zufall. Der US-Amerikaner zählt in dieser Saison zu den Erfolgsgaranten der Arantia und präsentiert sich fast schon in der Form seines Lebens. In den nächsten Tagen dürfte dann der nächste Höhepunkt folgen.
Überwältigt von seinen Gefühlen: Tyrell Sturdivant freut sich über seinen ersten Titel in Luxemburg Foto: Editpress/Gerry Schmit
Nach dem Spiel konnte Tyrell Sturdivant sein Glück kaum fassen. „Es fühlt sich immer noch nicht real an. Ich habe all die Jahre keinen Titel in Luxemburg gewonnen und nun hat es endlich geklappt“, sagte der Felser, überwältigt von seinen Gefühlen.
In der Saison 2018/19 war der inzwischen 30-Jährige als Profispieler nach Luxemburg gekommen und lief in seiner ersten Spielzeit für die AS Zolver auf. Nach einem Abstecher nach Gießen zog es ihn 2020 zurück ins Großherzogtum, wo er seitdem für die Arantia Fels, die Hedgehogs Bascharage sowie zuletzt zwei Jahre lang für Contern spielte. Im Sommer kehrte er schließlich zur Arantia zurück – nicht mehr als Profispieler, denn Sturdivant ist längst in Luxemburg sesshaft geworden und arbeitet hauptberuflich als Informatiker.
Am Samstag konnte nun die bittere Erfahrung aus dem Finale 2022 und der deutlichen 65:84-Niederlage gegen Esch endlich aus den Köpfen verschwinden, wie Tyrell Sturdivant berichtete: „Das war schwer zu verkraften und man schleppt das immer mit sich herum. Umso wichtiger war es, dass wir es diesmal besser gemacht und sogar gewonnen haben.“
Anders als zwischen 2020 und 2022 nimmt der Rückkehrer bei der Arantia nun eher die Rolle eines Mannschaftsspielers ein – eine Rolle, die er gegen Ettelbrück in 30 Minuten mit 14 Punkten und 10 Rebounds eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Vaterfreuden
So konnte sein Verein mit ihm als Center den Fokus bei den Profis auf spielstarke Aufbauspieler legen und bereitet den Gegnern damit in der Defensive schon die ganze Saison über große Probleme.
Dabei erlebte der Center bei seiner Kernaufgabe, der Verteidigung des starken Etzella-Spielers Nicholas Davis, einen äußerst schwierigen Beginn, da sein Gegenspieler gleich für die ersten zwölf Punkte der Ettelbrücker verantwortlich war. Tyrell Sturdivant zollte seinem Kontrahenten dann auch großen Respekt: „Er ist ein sehr vielseitiger Spieler und überrascht dich oft aus der Bewegung heraus. Du weißt nie, was kommt – und das macht es sehr schwierig.“
Mit zunehmender Spieldauer stellten sich seine Mannschaftskameraden immer besser auf Davis ein, während Tyrell Sturdivant nun auch offensiv besser zu seinem Spiel fand. Mit seinen ersten Punkten nach 15 Minuten (30:29) schien der Knoten geplatzt zu sein, und noch vor der Pause traf er gleich zweimal aus der Distanz (36:39, 20.).
Als ihm sechs Minuten vor Schluss der Dreier zum 13-Punkte-Vorsprung gelang (64:77), hätte die Partie eigentlich entschieden sein müssen. Doch der weitere Spielverlauf sollte den US-Amerikaner bekanntlich nochmals fordern.
Gegen Nicholas Davis hatte Tyrell Sturdivant alle Hände voll zu tun Foto: Editpress/Gerry Schmit
Die Geburt könnte jeden Moment bevorstehen – im Moment kommt wirklich alles zusammen
Tyrell Sturdivant
über das private Glück
Mit dem Pokalsieg gibt sich Tyrell Sturdivant jedoch noch nicht zufrieden: „Ich bin sehr glücklich, wieder in Fels zu sein, und die Saison läuft bisher perfekt. Wir sind aber noch nicht am Ende und befinden uns in einer exzellenten Ausgangslage in der Liga, wo der Titel ebenfalls möglich ist“, richtete der 30-Jährige gleich die nächste Kampfansage an die Konkurrenz.
In den kommenden Tagen wird der Fokus jedoch zunächst auf anderem liegen, denn zu Hause steht ein weiteres freudiges Ereignis an. „Die Geburt könnte jeden Moment bevorstehen – im Moment kommt wirklich alles zusammen“, schilderte Sturdivant ein bisher perfektes Jahr 2026 sowohl sportlich wie auch privat.