FLBB-Kongress
Zwischen Führungswechsel, JICL‑Dossier und Kontinuität
Nach sechs Jahren an der Spitze des Basketballverbandes verlässt Samy Picard die FLBB. Max Krippler wurde per Akklamation zu seinem Nachfolger gewählt. Die ordentliche Generalversammlung des viertgrößten Sportverbandes verlief weitgehend ohne größere Diskussionen.
Nach sechs Jahren an der Spitze der FLBB übergibt Samy Picard den Ball an Max Krippler Foto: FLBB
Der scheidende Vorsitzende Samy Picard zog eine positive Bilanz seiner sechsjährigen Amtszeit, die zu Beginn der Corona-Pandemie begonnen hatte. Besonders hob er den positiven Zuschauertrend in der Meisterschaft hervor. Auch die Entwicklung der Nationalmannschaften stimme ihn zuversichtlich. Sie gewännen inzwischen Spiele und würden von ihren Gegnern ernst genommen. „Es gab viele Höhen und auch einige Tiefen. Auch wenn die Finanzen jetzt auf robusten Beinen stehen, gibt es noch einige Baustellen, wie das Regelwerk und den Damenbereich. Eine größere Herausforderung stellt das JICL-Dossier dar.“ Mehrere dieser Themen standen dann auch auf der Tagesordnung der Generalversammlung.
Die Statuten wurden ohne Beanstandungen an das neue ASBL-Gesetz angepasst. Um die Texte kohärenter zu gestalten, liegen Statuten und Regelwerk nun einheitlich auf Französisch vor. Lediglich die Strafskala muss noch übersetzt werden.
Debatte um die JICL-Regelung
Ein Antrag des BC Mess, unterstützt von Nitia Bettemburg, griff die Ausländerregelung auf. Zur Diskussion stand die im vergangenen Mai beschlossene Vorgabe. Maximal vier Non-JICL-Spieler dürfen auf dem Spielbogen stehen, höchstens zwei davon gleichzeitig auf dem Parkett. Der neue Antrag sah die Einführung eines Status „JICL assimilé“ vor. Ausländische Spieler sollten diesen Status erhalten können, wenn sie seit mindestens 18 Monaten einer beruflichen Tätigkeit nachgehen und weder über einen Sportverein beschäftigt noch dort registriert sind. Ebenfalls sollte diese Möglichkeit für Spieler gelten, die seit fünf Spielzeiten einer regulären Arbeit in Luxemburg nachgehen und/oder das 35. Lebensjahr erreicht haben. Nach drei Saisons als „JICL assimilé“ sollten sie automatisch in den JICL-Status wechseln können.
Die FLBB hatte die Vereine bereits im Vorfeld schriftlich darauf hingewiesen, dass diese Forderung einer juristischen Prüfung möglicherweise nicht standhalten würde. Lediglich drei Vereine stimmten schließlich dafür, drei enthielten sich. Der Vorschlag der Verbandsführung, eine Arbeitsgruppe zur Lösung dieser Problematik einzusetzen, wurde dagegen nahezu einstimmig angenommen. Lediglich Bartringen stimmte dagegen.
Führungswechsel in der Kontinuität
Wie im Vorfeld angekündigt, bestimmte der nationale Basketballverband FLBB auch den Nachfolger von Samy Picard. Max Krippler wurde mit großem Applaus per Akklamation zum neuen Präsidenten gewählt. Krippler, schon die letzten zwei Jahre im Vorstand, gilt im Basketball als Quereinsteiger. Er setzt auf Dialog und Neutralität und möchte die bereits begonnenen Projekte fortführen. „Es wird keine One-Man-Show sein, wir brauchen überall gute Leute und ich möchte dafür sorgen, dass diese Leute ihre Kompetenzen so gut wie möglich einsetzen können.“
In seiner Antrittsrede kündigte er außerdem die Schaffung des Postens eines Generaldirektors an und ernannte seinen Vorgänger zum Ehrenpräsidenten. Neu in den Vorstand gewählt wurden Caroline Schiltz (neutral), der ehemalige luxemburgische Profispieler Thomas Grün (Basket Esch) sowie Pit Rodenbourg (neutral). Rodenbourg war in den vergangenen anderthalb Jahren als „Head of Office“ bei der FLBB tätig. Nun kehrt er in die Privatwirtschaft und zugleich in den Vorstand zurück, dem er bereits zuvor angehört hatte. Wiedergewählt wurden Kim Thesen (neutral), Patrick Glod (Telstar Hesperingen), Patrick Gregorius (neutral) und Ben Duhr (neutral). Neben Picard traten auch Nicolas Hentges (Racing) und Cathy Donckel (neutral) nicht mehr an.