Ukraine-Krieg
Zwischen Angst um die Familie und Spenden: Merscher Fußballtrainer sah „die Sorge in den Augen der Soldaten“
Taras Senkiv wirkt gefasst. Nach einer 30-stündigen Fahrt an die polnische Grenze ist der Ukrainer zu seiner Frau nach Luxemburg zurückgekehrt. Der Co-Trainer des Fußballvereins aus Mersch hat während seiner Spendenabgabe nicht viel vom Horror gesehen, weiß aufgrund der Eindrücke seiner Schwester – die eine Hilfsorganisation in ihrer Kommune in Lwiw koordiniert – aber ganz genau, welches Leid die Menschen in der Ukraine gerade erfahren müssen. Ein Telefonat mit einem jungen Mann, der bereits an seiner nächsten Hilfsaktion arbeitet.
Die Sportwelt zeigte sich solidarisch mit den Opfern in der Ukraine Foto: Peter Lazar/AFP
Über eine Stunde spricht Taras Senkiv über einen Krieg, der seit Tagen das Land zerstört, in dem er aufgewachsen ist. Der Ukrainer, der Luxemburg vor sechs Jahren zu seiner Wahlheimat gemacht hat, bleibt gefasst, versucht, sich nicht von Wut oder Emotionen überwältigen zu lassen. Auch nicht, als er von seiner Mutter erzählt. Er kann sogar verstehen, warum die Frau in dieser Ausnahmesituation standhaft bleibt – und sich auch von seinem Hilfsangebot nicht hat umstimmen lassen: „Sie hat ihr ganzes Leben dort verbracht. Mein Vater ist vor sechs Jahren verstorben. Sie hatten dieses Haus gemeinsam aufgebaut. Das will sie jetzt nicht einfach hinter sich lassen.“ Doch die Sorge, es könnte ihr etwas zustoßen, ist nicht zu überhören: „Gott sei Dank ist es im Westen des Landes momentan ruhig.“