BGL Ligue

UNA-Präsident Luc Hilger verrät, wie die Trainersuche in Strassen verläuft

Manuel Correia und UNA-Sportdirektor Arno Bonvini sollen Strassen im Schlussspurt auf das Podium führen. Präsident Luc Hilger geht im Interview auf die Entlassung von Stefano Bensi ein und blickt bereits auf das Programm der nächsten Wochen. Die Liste der Kandidaten auf die Nachfolge dürfte täglich wachsen.

Strassener Präsident im Anzug bei Gesprächen mit potenziellen Trainern für kommende Wochen

Für den Strassener Präsidenten (r.) stehen in den nächsten Wochen viele Gespräche mit möglichen Trainern auf der Tagesordnung Foto: Editpress/Gerry Schmit

Tageblatt: Fünf Tage ist der Trainerwechsel nun her. Wie waren die unterschiedlichen Reaktionen auf diese Entscheidung?

Luc Hilger: Es ist ja nicht unserer Philosophie, den Trainer zu wechseln. Was das engere Umfeld angeht, scheint es, als hätten einige mehr und andere weniger damit gerechnet. Was in den sozialen Medien geschrieben wird, weiß ich nicht. Man kann es ohnehin nicht allen genehm machen. Unser Trainerstab vermittelte über die ganze Zeit ein gutes Bild und dafür möchte ich mich bedanken. Gleichzeitig war diese Aufgabe für einen jungen Trainerstab eine Vitrine. Sie haben viel mit uns erreicht. Jetzt hatten wir allerdings das Gefühl, etwas unternehmen zu müssen.

Gab es ein Spiel, das bei der Entscheidung ausschlaggebend war?

Es war nicht nur die Niederlage gegen Rodange am Sonntag: Seit Winter läuft es nicht mehr rund. Selbstverständlich fehlt uns unser Stürmer Matheus Souza. Im letzten Jahr hat er 23 Tore geschossen und war nie verletzt. Leider hatte er diesmal im Winter schon Pech während der Vorbereitung. Nach dem Pokalspiel in Differdingen erwischte er eine Entzündung. Man kann schon von Glück reden, dass er überhaupt noch Fußball spielen kann. Aber dass er fehlt, kann nicht alles erklären. Seit Winter sind unsere Leistungen nicht gut. Der Auftritt gegen Racing war stabil, aber gegen Käerjeng eine Katastrophe. Es war definitiv das schlechteste, was ich von uns gesehen habe. Und in so einer Lage ist es wie überall im Fußballgeschäft: Du kannst keine fünf oder sechs Spieler mitten in einer Saison austauschen. Deshalb fiel die Wahl auf ein Duo: Unser Sportdirektor (Arno Bonvini) weiß, worauf es ankommt, und Manuel Correia war frei.

Sind Sie von Spielern enttäuscht?

Nein, man kann keinen Einzelnen hervorheben und das behaupten. Wir werden unsere Konsequenzen ziehen und uns am Saisonende von einigen trennen.

Correia ist ein Trainerfuchs, der den Verein kennt. Das Gleiche gilt für Bonvini. Was kann man sich von einer Rückkehr auf den Trainerstuhl erwarten?

Sie machen das gemeinsam und haben das untereinander geklärt. „Man“ ist ein Motivator, den ich als einen Freund bezeichnen würde. Das gilt auch für Arno. Mit dieser Kombination könnten wir etwas erreichen.

Im Sommer soll dann ein neues Trainergespann vorgestellt werden. Wie lange können Sie sich, im Hinblick auf eine mögliche Conference-League-Teilnahme, damit Zeit lassen?

Wir sehen nächste Woche die ersten beiden Kandidaten für Gespräche. Wir haben ein paar interessante Lebensläufe bekommen. Ich hoffe, dass wir spätestens Mitte Mai einen Trainer gefunden haben. Die erste Phase der Sommertransfers läuft bereits. Aber wir wissen auch so, was zu tun ist und was wir brauchen.

Wie viele Lebensläufe liegen auf dem Tisch?

Etwa zehn. Da kommen noch welche. Die Ankündigung ist ja erst ein paar Tage her. Ich wollte das Ganze auch erst einmal zwei, drei Tage verdauen. Als Verein bekommt man ja keine gute Noten, wenn man sich von einem jungen Trainer trennt. Das ist also auch nicht gut für uns. Trotzdem muss es weitergehen. Das Wichtigste ist und bleibt der Verein – nicht der Trainer, Spieler oder der Präsident.

Was muss diese Person mitbringen?

Ein wenig Erfahrung. Der Trainer muss die Sprache der Spieler sprechen und die Philosophie des Vereins verstehen, die nicht unbedingt die gleiche ist wie an anderen Stellen. Das Verständnis für Spieler ist notwendig, denn uns bei uns stehen keinen 20 Profis zu Verfügung. Einige arbeiten halbtags, andere 40 Stunden. Man muss so eine Gruppe führen und bei Laune halten können. Dafür braucht es eine gewisse Gabe – und es ist gar nicht so leicht, so jemanden zu finden.

Zurück zur Aktualität. Es bleiben noch 15 Punkte zu vergeben und innerhalb der Spitzengruppe ist noch nichts entschieden. Wie lautet in dieser Situation das offizielle Ziel der UNA Strassen?

Es ist nach wie vor das gleiche wie vor dem Auftakt der Saison: einen Platz auf dem Podium. Wir haben nie vom Meistertitel geredet. Wenn Platz vier am Ende für die Teilnahme am Europapokal reicht, haben wir unser Ziel auf andere Weise erreicht. Die Chancen, dass Differdingen das Double erneut macht, sind groß. Im schlimmsten Fall landen wir am Ende auf Platz fünf. Dann ist es eben so, dann müssen wir anerkennen, dass wir unsere Ziele diesmal verpasst haben.

Canach, Differdingen, Jeunesse, Düdelingen und Mondorf heißen die Gegner – demnach drei direkte Konkurrenten. Ist das eine gute oder eine schlechte Nachricht?

Es ist gut. Das sind Sechs-Punkte-Spiele. Natürlich ist es ein heftiges Programm und eventuell kommt es am letzten Spieltag sogar zu einem Europapokal-Qualifikations-Finale gegen Mondorf. Wir müssen das Maximum herausholen. Es ist alles machbar, genauso können wir aber auch alle drei Spiele verlieren.

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