Im Netz der Kartelle

Wie kriminelle Netzwerke von der Fußball-WM in Mexiko profitieren

Trotz der Milliarden-Investitionen in Infrastruktur und Tourismus warnen zivilgesellschaftliche Organisationen, dass kriminelle Netzwerke in Mexiko, die eng mit dem Staat verflochten sind, von der Weltmeisterschaft profitieren und ihre Geschäftsfelder von Geldwäsche bis hin zur sexuellen Ausbeutung ausdehnen. Ein Gespräch mit Vertreterinnen der mexikanischen Zivilgesellschaft.

Aktivisten protestieren vor dem historischen Azteken-Stadion in Mexiko-Stadt bei Tageslicht

Aktivisten am berühmten Azteken-Stadion Foto: Centro ProDH

Offiziell heißt es Estadio Ciudad de México, weltbekannt ist es als das Aztekenstadion. Es war Schauplatz von Fußballsternstunden wie dem Jahrhundertspiel zwischen Italien und Deutschland, dem Halbfinale bei der WM 1970 (4:3 nach Verlängerung), dem Finalsieg von Brasiliens Seleção gegen die Squadra Azzurra vier Tage später, dem Sieg Maradonas und der argentinischen Albiceleste gegen England und wiederum vier Tage später gegen Deutschland, vor mehr als hunderttausend Zuschauern im Stadion.

Mexiko ist nun zum dritten Mal WM-Ausrichter – wieder unter schwierigen Bedingungen. Auch diesmal können die wenigsten Mexikaner die Spiele in den drei Stadien verfolgen – außer in der Hauptstadt finden in Guadalajara und Monterey Spiele statt. An einigen Orten gibt es Public Viewing, an einem großen Kreisverkehr der Hauptstadt hingegen, der Glorieta de las y los Desaparecidos, erinnern Angehörige an die offiziell 133.000 gewaltsam Verschwundenen im Land, wie das Suchkollektiv „Luciérnagas“. Denn Mexiko ist „Campeón en desaparición“ – Weltmeister des Verschwindens, wie zu lesen war. Der entsprechende Schriftzug an der Glorieta wurde übertüncht.

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