Saisonstart am Sonntag
Was man zur neuen Formel-1-Saison wissen muss
24 Grand Prix in 273 Tagen: vom Auftakt in Melbourne am Sonntag bis zum Finale in Abu Dhabi am 6. Dezember. Die Formel 1 stürzt sich in das erste Jahr ihrer neuen Regelrevolution. Hier gibt es alles, was es zur neuen Saison zu wissen gibt.
Lando Norris, hier bei den Tests in Bahrain, geht als Titelverteidiger in die neue Saison Foto: AFP/Giuseppe Cacace
Warum sollte mich die Formel 1 in diesem Jahr interessieren?
Die Formel 1 könnte so spannend wie lange nicht werden. Der Grund dafür ist der größte Reglementeinschnitt ihrer jüngeren Grand-Prix-Geschichte. Die Autos sind kürzer, schmaler und leichter. Die Motoren werden zu gut 50 Prozent vom Verbrenner angetrieben, der von komplett nachhaltigem Kraftstoff befeuert wird, die restlichen fast 50 Prozent liefert die Batterie. Außerdem ist die Aerodynamik der Autos neu, weil die bislang speziell geformten Unterböden wieder flach sind. All das könnte die Kräfteverhältnisse verschieben und für Überraschungen sorgen.
Erobert Max Verstappen den WM-Thron zurück?
Das ist nicht gesagt. Auch wenn Verstappens Red-Bull-Team, das mit Ford erstmals alleine auch einen Motor baut, reibungslos durch die Tests kam. Der Niederländer nimmt nach seiner Entthronung durch Lando Norris seinen fünften Titel in Angriff. Der 35. Weltmeister der Formel-1-Geschichte will dagegen seinen Erfolg wiederholen. „Am besten erlebe ich nochmal ein Déjà-vu und es passiert nochmal alles genauso wie im letzter Jahr“, sagte Norris. Allerdings beinhaltet jeder Regelwechsel in der Formel 1 immer die Chance, dass ein Rennstall die neuen Anforderungen cleverer und besser umsetzt als die Konkurrenz. Als 2014 die Hybrid-Ära anbrach, erwies sich Mercedes als großer Gewinner. Und die Silberpfeile haben in den Tests in Bahrain ebenfalls einen starken Eindruck hinterlassen.
Und was ist mit Rekordweltmeister Lewis Hamilton?
Der Superstar aus England hat eine deprimierende Premierensaison bei Ferrari hinter sich. Der siebenmalige Weltmeister blieb erstmals in seiner Karriere ohne Podestplatz in einem Grand-Prix-Jahr und schloss das WM-Klassement nur als Sechster ab. Dabei war der 41-Jährige doch verpflichtet worden, um die Scuderia wieder zum Weltmeister zu machen. 2007 wurde Kimi Räikkönen bislang letzter Fahrerweltmeister in Rot, 2008 gewannen die Italiener letztmals die Konstrukteurs-WM. In den Tests zeigte sich der neue Ferrari aber zuverlässig und schnell. Vielleicht ist das eine Chance für Hamilton, der sein Umfeld samt Renningenieur neu geordnet hat. Ein wenig seiner DNA stecke schon im neuen SF-26, meinte er nach seiner Aufbauarbeit im Simulator zuversichtlich.
Viel ist von Boost, Overtake und Recharge die Rede ...
Dabei handelt es sich um verschiedene Modi im Auto. Drückt der Fahrer den Boost-Knopf, kann er die maximale Leistung des Antriebs abrufen. Diesen Modus kann man je nach Rennsituation zum Überholversuch oder zur Verteidigung einsetzen. Der Overtake-Modus ist ausschließlich eine Überholhilfe. Befindet sich ein Fahrer innerhalb von einer Sekunde hinter einem Konkurrenten, kann an einem bestimmten Punkt auf der Strecke, meist ist es die letzte Kurve, Zusatzleistung abgerufen werden. Recharge wiederum bedeutet, dass die Autos zum Aufladen der Batterie wieder Energie zurückgewinnen müssen. Das machen sie durchs Bremsen oder vom Gas gehen am Ende einer langen Geraden. In den meisten Fällen erfolgt die Aufladung für die Fahrer automatisch mit Hilfe von wählbaren Aufladekennzielen.
Gibt es neue Gesichter in der Formel 1?
Eines ist ganz neu. Arvid Lindblad aus der Red-Bull-Akademie wurde befördert und fährt künftig für das Schwesterteam Racing Bulls an der Seite von Liam Lawson. In Valtteri Bottas und Sergio Perez gibt es zwei Rückkehrer in ein Stammcockpit. Bottas war zuletzt Ersatzmann bei Mercedes, Perez war nach seinem Aus bei Red Bull ein Jahr ohne Sitz. Der Finne und der Mexikaner bilden das Fahrerduo beim brandneuen elften Formel-1-Team Cadillac, einer General-Motors-Tochter. Seine Premierensaison als Werksteam erlebt Audi, das den Schweizer Rennstall Sauber geschluckt hat.
In der Formel 1 kracht es immer wieder. Gibt es schon ein Zoff-Thema?
Nicht nur eins. Der viermalige Weltmeister Verstappen kritisierte schon die neuen Autos scharf, die beim Fahren ein permanentes Energie-Management erfordern. „Es hat mit der Formel 1 eigentlich nichts zu tun“, schimpfte der Red-Bull-Star. Und dann gibt es natürlich noch die Schummelvorwürfe gegen Mercedes. Setzen die Silberpfeile ein illegales Verdichtungsverhältnis und illegalen Kraftstoff ein? „Blödsinn“ sei das, empörte sich Teamchef Toto Wolff. Vor allem das sogenannte Verdichtungsverhältnis, das mehr Leistung aus dem Motor herausholen kann, rief die Konkurrenz auf den Plan, die sofort bei den Regelhütern intervenierte.
Der Rennkalender 2026
8. März: Großer Preis von Australien/Melbourne
15. März: Großer Preis von China/Shanghai
29. März: Großer Preis von Japan/Suzuka
12. April: Großer Preis von Bahrain/Sakhir
19. April: Großer Preis von Saudi-Arabien/Dschidda
3. Mai: Großer Preis von Miami
24. Mai: Großer Preis von Kanada/Montréal
7. Juni: Großer Preis von Monaco/Monte Carlo
14. Juni: Großer Preis von Barcelona-Katalonien
28. Juni: Großer Preis von Österreich/Spielberg
5. Juli: Großer Preis von Großbritannien/Silverstone
19. Juli: Großer Preis von Belgien/Spa-Francorchamps
26. Juli: Großer Preis von Ungarn/Budapest
23. August: Großer Preis der Niederlande/Zandvoort
6. September: Großer Preis von Italien/Monza
13. September: Großer Preis von Spanien/Madrid
26. September: Großer Preis von Aserbaidschan/Baku
11. Oktober: Großer Preis von Singapur
25. Oktober: Großer Preis der USA/Austin
1. November: Großer Preis von Mexiko-Stadt/Mexiko-Stadt
8. November: Großer Preis von São Paulo
21. November: Großer Preis von Las Vegas
29. November: Großer Preis von Katar/Lusail
6. Dezember: Großer Preis von Abu Dhabi