Schwimmen
Warum Paris nicht Henx’ größter Sieg ist
Ein Dutzend Europameisterschaften hat Julien Henx schon miterlebt. Dass der 31-jährige Luxemburger allerdings in Paris zum Aufgebot der FLNS gehört, grenzt aufgrund eines schweren Motorradunfalls an ein Wunder. Über den steinigen Weg zurück zur Elite und realistische Ziele eines Routiniers.
Julien Henx will selbst über sein Karriereende bestimmen können Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Eine Woche vor der Europameisterschaft in Paris fehlten im Koffer von Julien Henx noch die nagelneue EM-Schwimmhose und die Brille des Ausrüsters. Beides war bei der Bestellung der FLNS abhanden gekommen. Umstände, die den Sportler vor einem Jahr – und unmittelbar vor einem so wichtigen Moment – noch aus der Ruhe gebracht hätten. Heute regt sich der Sportsoldat kaum noch über derartige Pannen auf: „Klar hätte ich die Hose lieber einmal vorher getestet, aber jetzt ist es eben so. Ich hatte vor wenigen Monaten noch ganz andere Sorgen. Es wird wohl nicht von der Hose abhängen.“
Gemeint ist sein schwerer Motorradunfall: Vor elf Monaten hätte die Karriere des Schwimmers nämlich auch schlagartig beendet sein können. Brüche von Schien- und Wadenbein sowie einen Bruch des Oberschenkelknochens knapp oberhalb des Knies wurden am 8. September 2025 noch am gleichen Tag operiert. Seither kämpfte sich Henx mit eisernem Willen an den Startblock zurück.