Coupe de Luxembourg
Warum Differdingens Artur Abreu gerade jetzt wieder in der Kabine gebraucht wird
Er verbreitet gute Laune, ist immer für ein Späßchen zu haben: Differdingens Artur Abreu weiß, dass man Rückschläge am besten wegsteckt, wenn man sich nicht runterziehen lässt. Wie die Stimmung vor dem Pokalfinale gegen Rosport ist, verriet die Nummer 10 im Tageblatt-Interview.
Artur Abreu hat bislang jedes seiner Pokalfinals gewonnen Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Tageblatt: Wie gehen Sie mit schwierigen Momenten im Fußball um?
Artur Abreu: Ganz einfach: Man muss aus Rückschlägen lernen und sie auch wieder vergessen können. Lehren zu ziehen, dauert allerdings länger als nur ein paar Tage. Es ist für uns alle ein schwerer Moment. Wir hatten ein Ziel vor Augen, waren monatelang Tabellenführer und wollten Meister werden. Doch in solchen Momenten zählt die mentale Stärke und die Konzentration auf die nächste Aufgabe. Es ist wirklich eine gute Sache, dass uns dieses Finale der Coupe de Luxembourg noch bleibt.
Sie sind ja eigentlich für gute Laune in der Kabine zuständig. Braucht und will die Mannschaft diese Energie jetzt? Gab es eine Aussprache?
Still und Artur – das passt nicht zusammen und das gibt es auch nicht. Selbst ein paar Stunden nach dem Spiel war die Sache klar: An der Niederlage und der Entscheidung in der Meisterschaft lässt sich nichts mehr ändern. Also müssen wir wieder etwas finden, worüber wir lachen können. Frust zu verspüren, ist absolut normal –trotzdem müssen wir das vor dem Finale ablegen. Am Dienstag hat der Trainer das bei seiner Ansprache auch wiederholt: Er will, dass wir wieder Lachen und Freude auf dem Platz haben. Das ist nicht so leicht, denn noch am Samstag gab es nach Schlusspfiff auch ein paar Tränen in der Kabine. Aber jetzt brauchen wir wieder Freude.
Wann hat Déifferdeng 03 die Meisterschaft aus der Hand gegeben?
In den Wochen vor diesem letzten Spiel gegen Bissen. Es war nicht ja auch nicht das erste Mal, dass wir ein Standardtor kassiert haben. Gegen Düdelingen lagen wir bis zur 88. mit 2:0 in Führung und haben es verpasst, den Sieg über die Zeit zu bringen. Hinzu kommen Unentschieden gegen UN Käerjeng und Rodange. Ohne beiden Vereinen an Respekt zu mangeln, aber diese Punkte fehlen uns. Dass es am Ende so spannend war, kann man als gute und wichtige Werbung für den Fußball sehen, nur für uns war es am Ende nicht so toll ...
Wie würden Sie die aktuelle Lage zwei Tage vor dem Pokalfinale beschreiben?
Von Rosport kann man erwarten, dass sie alles reinwerfen werden. Es ist immer schwer, gegen sie zu spielen. Bei uns dominiert der Wille, es besser machen. Wir wollen diesen Pokal nach Hause holen, um den Ausgang in der Meisterschaft ein wenig vergessen zu können. Es besteht kein Zweifel: Ein Meistertitel ist wichtiger als der Pokalsieg. Die Teilnahme an der Champions League und der finanzielle Aspekt sind ganz andere. Allerdings verbindet jede Gemeinde, jede Stadt und jeder Verein den Pokalgewinn mit hohem Ansehen. Das ist genau die Einstellung und Mentalität, die es am Freitag braucht.
Sie selbst haben eine makellose Bilanz, was das Pokalfinale angeht. 2015 standen Sie nicht im Kader – zählt dieser Pokalsieg trotzdem?
Ja, selbst wenn ich nicht auf dem Platz stand, war ich Teil der Mannschaft, die diesen Pokal gewonnen hat. Ich habe meine ganze Jugend in Differdingen verbracht und das war eben mein erster großer Titel.
Hilft es, zu wissen, dass man noch kein Pokalendspiel verloren hat?
Nein. Ich hatte bis Samstag ja auch noch keine Meisterschaft mit Differdingen verloren ... Man darf den Fehler nicht machen und denken, es ging von selbst. Was wir brauchen, ist Konzentration und den hundertprozentigen Willen, dieses Duell zu gewinnen.
Wie würden Sie den Kader und die Spielweise von Victoria Rosport beschreiben?
Aggressiv, physisch, kompakt mit gestandenen Spielern wie Steinbach, Marques oder Vogel. Hinten stehen sie gut. Bei unserem 3:0-Heimsieg haben wir dank dreier Standards gewonnen. Das zeigt, dass es aus dem Spiel heraus wirklich kompliziert gegen sie ist. Sie lassen dem Gegner nicht viel Räume. Es ist ein Finale, beide Mannschaft werden übermotiviert sein.
Sind das in der aktuellen Konstellation gute Voraussetzungen für einen D03-Sieg?
Jeder Differdinger Spieler will es besser machen. Wir haben ein paar Leute im Kader, die das Stade de Luxembourg noch nicht miterlebt haben. Denen habe ich schon erzählt, was sie da erwartet: eine tolle Kulisse und vor allem die super Möglichkeit, die Saison mit einem Titel zu beenden.
Unabhängig von Ergebnissen: Nach mehreren Verletzungsrückschlägen haben Sie diesmal eine komplette Saison hinter sich. Wie bewerten Sie die eigenen Statistiken?
Fakt ist: Ich habe es die Jahre zuvor schon besser gemacht. Aber in der Rückrunde war meine Position auch ein bisschen defensiver. Ich kann nicht sagen, dass ich mit meine Statistiken zufrieden bin. Hätten wir den Titel gewonnen, würde das mir egal sein. Es ist alles ein bisschen chaotisch, weil wir nicht Meister geworden sind. Ich bin mir bewusst, dass ich meine eigenen Zahlen in der nächsten kann und will.
Der Präsident hat bereits angedeutet, dass nach dem Finale Änderungen bevorstehen. Wie sieht Ihre Zukunft aus?
Ich habe noch mit niemandem geredet. Mein Vertrag läuft noch bis nächstes Jahr. Ich möchte bleiben und ich denke, der Verein will das auch. Es ist richtig, dass es Veränderungen geben wird. Es macht einen großen finanziellen Unterscheid, ob man in der Champions League antritt oder nicht. Ich mache mir trotzdem keine Sorgen: Differdingen wird auch im kommenden Jahr wieder eine starke Mannschaft ins Rennen schicken.