BGL Ligue

Von den Rüpeln der Liga bis hin zu den Oldies im Kasten: Der Saisonrückblick

Anekdoten und Notizen einer Saison: Im Tageblatt-Rückblick gibt es die Zahlen rund um das Fußballjahr 2025/26 in der BGL Ligue.

Alexandre Boukhetaia, Torwarttrainer von Canach, überrascht mit unerwartetem Comeback im Fußballtraining

Hatte selbst nicht mit einem Comeback gerechnet: Canachs Torwarttrainer Alexandre Boukhetaia Foto: Editpress/Jeff Lahr

Bewegung im Kasten: MitKevin Sommer (Jeunesse), Sébastien Flauss (Niederkorn) und Romain Ruffier (RFCUL) hängen gleich drei Franzosen ihre Handschuhe an den Nagel, mit Geordan Dupire verlässt eine weiterer Torwart den skandalumworbenen Swift Hesperingen. Damit steht bereits wenige Tage nach dem Ende der Meisterschaft fest, dass eine Reihe neuer Torhüter in der BGL Ligue gebraucht werden.

Die weißen Westen: Der Torwart mit den wenigsten Gegentreffern war diesmal „nur“ der zweitälteste. Canach setzte vor wenigen Wochen in Strassen nämlich auf die Dienste von Torwarttrainer Alexandre Boukhetaia, der mit 46 (!) Jahren wegen seiner Verletzungsmisere völlig überraschend 90 BGL-Ligue-Minuten bekam. Felipe Ventura, der Schlussmann von Déifferdeng 03, wurde im Februar 42 Jahre alt. Er hielt den Kasten in 28 Saisonspielen 15 Mal sauber. In der Gesamtabrechnung ist dagegen Strassen die Mannschaft, die am häufigsten ohne Gegentreffer blieb (18). Dort wurde Koray Özcan wegen einer Verletzung erst von Diogo Garrido und später von Ivan Marques ersetzt. Progrès steht ganz unten in diesem Ranking und ließ nur dreimal kein Gegentor zu.

Escher mögen es rund: Die Jeunesse Esch beendete die Saison mit einer perfekt ausgeglichenen Bilanz: zehn Siege, zehn Unentschieden und zehn Niederlagen. Eine solche Symmetrie hat es seit der Einführung der 16er‑Liga noch nie gegeben.

Der Belgier mit dem Torriecher: Mit 21 Buden konnte Roman Ferber die Torjägerkanone der Saison 2025/26 gewinnen, dabei stieß er erst am 29. August zum Kader des Meisters. Weniger Treffer hatte ein Topscorer zuletzt in der Saison 2010/11 (18, Sanel Ibrahimovic für Wiltz), allerdings gab es nur 26 Spieltage. Ferber gab sich übrigens fünfmal nicht nur mit einem Tor zufrieden, sondern mit zwei. Damit stand er nicht alleine da: 48 Mal konnte ein Spieler in der Saison einen Doppelpack erzielen.

Neun Dauerbrenner: Nur neun von 435 Spielern, die in der abgelaufenen Saison von ihren Trainern berücksichtigt wurden, brachten es auf 30 Einsätze. Hingegen standen 31 Namen nur einmal auf den Spielerbögen. Issam El Foukhari, Geoffrey Franzoni, Yanis Montantin und Steve Noode waren die vier Feldspieler, die in jeder Partie auf dem Platz standen, aber kein Tor erzielten.

Die „enfants terribles“ der Liga: Farid Ikene und Juan Bedouret wurden je dreimal vom Platz gestellt. Der RFCUL-Kapitän bekam zweimal Gelb/Rot und einmal Rot, der Differdinger bekam dreimal Gelb/Rot. Isaque Gavioli war mit 13 Karten der Gelbsünder der Saison, der Düdelinger sammelte seine Verwarnungen bei 26 Einätzen, erschwerend kamen je einmal Gelb-Rot und Rot hinzu.

Niederkorns Auswärtssaison: Wegen der Umbauarbeiten konnte Progrès Niederkorn nur vier Duelle im heimischen „Stade Jos Haupert“ austragen. Die restlichen elf Spiele musste die Mannschaft von Trainer Vivian Reydel notgedrungen auf dem Rasen des Rivalen Déifferdeng austragen. Der D03-Platz machte die doppelte Belastung lange mit, wurde aber inzwischen komplett abgetragen, da sich ein Pilz unter dem Gras gebildet hatte. Wirklich Glück gebracht hat die Rückkehr nach Hause den Gelb-Schwarzen auch nicht: Premiere war am 26. Spieltag gegen Rodange (1:0-Sieg) vor 764 Zuschauern. Es folgten zwei sehr bittere Niederlagen in der Meisterschaft (2:3 im Derby gegen den FC Déifferdeng 03 und im Pokal gegen Rosport nach jeweils einem 2:0-Vorsprung. Das letzte Meisterschaftsspiel verlor der Progrès Niederkorn gegen den F91 Düdelingen mit 2:4.

Die Torjäger liefen sich lange warm: In der 90. Minute (plus Nachspielzeit) wurden in der abgelaufenen Saison 70 Tore erzielt. In der 45. Minute plus Nachspielzeit wurde nur 18 Mal ins Schwarze getroffen. Mit 14 Toren geht Rang drei übrigens an die 70. Spielminute.

Nur sieben Coaches überlebten die Saison: Es handelt sich hierbei um jene von Bissen, Mondorf, Jeunesse Esch, Rosport, Progrès Niederkorn, Käerjeng und Canach. Alle anderen Vereine aus der Liga haben mindestens einmal den Chefcoach gewechselt – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Die erste Entlassung gab es schon vor dem Auftakt der Saison, als UT Petingen den Trainer zum ersten Mal wechselte. Hakim Menai musste den Stuhl nach Handgreiflichkeiten mit Sportdirektor Ebrahim Bouazzatti räumen. Fünf der genannten Vereine werden übrigens auch nicht mit dem gleichen Trainer in die Vorbereitung starten: Dean Léen ersetzt Martin Forkel in Rosport. Racing, Strassen, Mondorf und Rodange waren am Dienstag noch auf der Suche.

Die Nerven behalten: 57 Tore wurden per Elfmeter erzielt. Es handelte sich dabei um 43 Foulelfmeter. 14 Mal traf ein Schütze nach einem Handspiel im Sechzehner.

Minimalitisch angehaucht: In 240 Partien war das 1:0 mit 48 Mal das häufigste Ergebnis, vor dem 2:1 (32) und dem 2:0 (24). Die torreichste Spielrunde war mit 33 Treffern der 14. Spieltag, die wenigsten Tore wurden am 23. Spieltag erzielt, 15 an der Zahl.

Bei drei war Schluss: Kein Spieler konnte sich diesmal mit mehr als drei Toren in einem Spiel auszeichnen. Allerdings gab es gleichzeitig auch sechs Stürmer, die an einem Tag dreimal den Weg ins gegnerische Tor fanden: Kenan Avdusinovic (Progrès), Idrissa Diéme (Hostert), Roman Ferber (Bissen), Farid Ikene (RFCUL), Nicolas Perez und Matheus Souza (beide Strassen).

Der „Joker“ der Liga: Der Deutsche Andreas Buch kommt auf sieben Ligatore, davon fünf als sogenannter „Joker“. Am 2. Spieltag gegen Mamer wurde der Stürmer in der 78. Minute eingewechselt und schoss sogar zwei Tore. Nur beim 3:1-Sieg gegen Canach (2. Spieltag) und beim 2:0-Sieg gegen Käerjeng (29. Spieltag) spielte der 33-Jährige von Beginn an und erzielte jeweils einen Treffer. Schon im Europapokal hatte er vergangenen Sommer ähnliches vollbracht: In der 3. Runde der Qualifikation der Conference League gegen den FCI Levadia (EST) rettete der Stürmer, der in der 81. Minute eingwechselt wurde, den FCD03 mit seinem Tor in die Verlängerung, wo er dann zum zweiten Mal zustach.

Ein letztes Mal: Vier Luxemburger Klubs werden im Sommer in den Genuss des europäischen Geschäfts kommen. Damit ist 2026/27 erst einmal Schluss, denn aufgrund der Ergebnisse der vergangenen Jahre verliert der Verband einen internationalen Startplatz. Bleibt zu hoffen, dass die diesjährigen Teilnehmer wieder ordentlich Punkte sammeln, um im europäischen Ranking wieder Plätze gutzumachen.

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