Radsport

Viel Bock aufs fehlende Puzzlestück: Pogacar kehrt zur Vuelta zurück

Radsport-Superstar Tadej Pogacar wird nach seinem fünften Tour-Erfolg den letzten noch fehlenden Titel bei den großen Landesrundfahrten angreifen.

2019 bestritt Pogacar bei der Vuelta seine erste Grand Tour – und wurde Dritter

2019 bestritt Pogacar bei der Vuelta seine erste Grand Tour – und wurde Dritter Foto: AFP/Oscar del Pozo

Am Wochenende hängte Tadej Pogacar über tausend Hobbyfahrer bei einem Schaurennen am Berg ab – ab Ende August will der beste Radfahrer der Welt wieder knapp 200 Profis wie Amateure aussehen lassen. Nur zwei Wochen nach seinem fünften Tour-Sieg hat der slowenische Weltmeister offiziell seinen Start bei der Vuelta a Espana verkündet und damit das Rätselraten beendet. Die Fans dürfen sich auf weitere drei Wochen „Pogi-Show“ freuen, für die Konkurrenz ist es eine schlechte Nachricht.

„Meine Motivation, das Jahr auf gute Weise abzuschließen, ist gewaltig. Die Vuelta ist dabei ein großes Ziel“, sagte der 27-Jährige bei der Kaderbekanntgabe seines UAE-Teams am Montag. Schon während der Tour de France hatte Pogacar Spekulationen befeuert, er könnte vier Wochen nach Tour-Ende zur nächsten großen Rundfahrt antreten. Dass er am 22. August nun wirklich Richtung Spanien ausbricht, ist aus drei Gründen folgerichtig.

Der Nostalgie-Faktor: „Ich habe bei der Vuelta meine erste große Rundfahrt bestritten, ein wunderbares Erlebnis“, sagte Pogacar. 2019 hatte er als Youngster in Spanien Platz drei belegt. Es war – irrwitzig genug – sein bis heute schlechtestes Ergebnis bei einer großen Rundfahrt.

Der Heim-Faktor: Die Vuelta 2026 beginnt in Pogacars Wahlheimat Monaco – er muss quasi nur den Aufzug hinab zum Start nehmen. Monacos Fürst Albert hatte schon während der Tour bei L’Équipe verkündet: „Tadej will beim Start dabei sein.“ Nun ist klar: Nicht nur als Ehrengast.

Der „GOAT“-Faktor

Der „GOAT“-Faktor: Auf dem Weg, der größte Radsportler der Geschichte zu werden, fehlen Pogacar nur noch wenige Titel. Der Olympiasieg, Paris-Roubaix – und die Vuelta. Letztere kann er nun quasi mit Minimalaufwand gewinnen, ohne weite Anreise, gegen nicht allzu starke Konkurrenz.

Die Startliste führte bislang Pogacars Landsmann und Vuelta-Rekordsieger Primoz Roglic an – der Red-Bull-Profi wird demnächst 37 und wurde kürzlich von einem Auto angefahren. Ein Pogacar, ansatzweise in Normalform, wird bei der kletterlastigen Vuelta sportlich nicht zu schlagen sein. Und dann nach fünf Tour-Siegen sowie dem Giro-Erfolg 2024 als erst neunter Radprofi alle drei großen Landesrundfahrten mindestens einmal gewonnen haben – zuletzt komplettierte Pogacars Rivale Jonas Vingegaard im Mai beim Giro seine Sammlung.

Was gegen einen Start sprach: Pogacar, der zwingend den Spaß am Rennen braucht, ist nicht unbedingt Fan dieser zermürbend langen Drei-Wochen-Rundfahrten. Doch einerseits war der Reiz der neuen Großtat zu verlockend, andererseits stellte ihm UAE ein gegenüber der Tour komplett ausgetauschtes Team frischer Tophelfer wie Joao Almeida und Pavel Sivakov zusammen. Und schließlich gefährdet ein Vuelta-Einsatz nicht den Start bei seinen Lieblingsrennen.

Die Spanien-Reise endet am 13. September. Zwei Wochen später wird Pogacar in Montréal seinen WM-Titel verteidigen wollen, wiederum eine Woche später als Titelverteidiger das EM-Heimspiel in Slowenien bestreiten. Und noch einmal sechs Tage danach um seinen sechsten Lombardia-Sieg kämpfen.

Das Programm ist gewaltig, Pogacars Lust aber auch: „Ich freue mich sehr darauf.“ Und das ist durchaus als Drohung an alle anderen zu verstehen. (SID)

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