Fußball

Uninteressante Spiele wegen XXL-WM? Verbände wehren sich

UEFA-Präsident Aleksandar Ceferin übt Kritik an der Fußball-WM mit 48 Mannschaften. Mehr als ein Dutzend Verbände laufen gegen seine Äußerungen Sturm.

Livano Comenenc erzielt das zwischenzeitliche 1:1 für Curacao im Fußballspiel gegen Deutschland

Ein Moment für die Ewigkeit: Livano Comenenc schoss das zwischenzeitliche 1:1 für Curaçao gegen Deutschland. Das Spiel endete 7:1 für die DFB-Elf. Foto: AFP/Paul Ellis

Fußballverbände aus Afrika, Asien und der Karibik haben Kritik von UEFA-Präsident Aleksandar Ceferin an der Weltmeisterschaft mit 48 Nationen wegen „uninteressanter Spiele“ zurückgewiesen. „Für unsere Länder ist kein WM-Spiel bedeutungslos“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Senegal, Kap Verde, Curaçao, Usbekistan, Haiti und der Demokratischen Republik Kongo sowie deren Unterstützern Algerien, Tunesien, Marokko, Ägypten, Ghana, Elfenbeinküste und Südafrika.

Damit reagierten die WM-Teilnehmer auf Aussagen von Ceferin. Der Slowene hatte jüngst auf einer Pressekonferenz in Ljubljana erklärt, dass die Ausweitung der WM auf 48 Teilnehmer dem Fußball nicht guttue, weil „viele Spiele völlig uninteressant“ seien. Und weiter: „Andererseits ermöglicht sie auch kleineren Ländern die Teilnahme und lässt sie die Atmosphäre der Weltmeisterschaft spüren, was sehr wichtig ist.“

Qualifikation mehr als sportlicher Erfolg

Gegen diese Kritik wehren sich nun die 13 Verbände. „Wir weisen diese Äußerungen respektvoll, aber entschieden zurück“, hieß es. Für die WM-Neulinge Kap Verde, Curaçao und Usbekistan sei die Turnierteilnahme ein historischer Erfolg und die Erfüllung eines generationenübergreifenden Traumes. Die Rückkehr von Haiti und Kongo (beide zuletzt 1974) habe „nach langer Abwesenheit eine besondere Bedeutung für Millionen von Fans“.

Ceferins Äußerungen, dass deren Spiele weniger wichtig seien, zeugten von mangelnder Wertschätzung und seien zutiefst enttäuschend, denn hinter jeder Qualifikation steckten jahrelange harte Arbeit und Investitionen. „Fußball gehört nicht einer ausgewählten Gruppe von Nationen. Seine Stärke liegt in seiner Universalität“, schrieben die Unterzeichner.

Für viele Länder sei die WM-Teilnahme nicht nur ein sportlicher Erfolg. „Sie ist ein Moment, der eine Generation inspiriert, die Entwicklung des Fußballs beschleunigt und bleibende Erinnerungen schafft. Wir sind überzeugt, dass jede qualifizierte Nation Respekt verdient“, betonten die Verbände.

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