Luxemburg gegen Israel
Trotz zahlreicher Ausfälle: Die größte Chance der „Rote Löwinnen“ zu punkten
In Ungarn bestimmen zurzeit der Wahlsieg von Peter Magyar und die Niederlage von Viktor Orban das öffentliche Geschehen. Am Rande dieses politischen Ereignisses trifft die Luxemburger Frauennationalmannschaft in der WM-Qualifikation auf Israel (heute, 18.00 Uhr). Das erste Länderspiel nach der Entlassung des langjährigen Nationaltrainers Dan Santos findet auf neutralem Boden und ohne Zuschauer statt. Das neue Coaching-Duo erhofft sich trotz vieler Ausfälle einen positiven Start.
Charlotte Schmit (l.) gehört mit ihren 20 Jahren bereits zu den erfahrenen Spielerinnen Foto: sportspress.lu/Roland Miny
Cristina Correia und Daniel Zirbes wissen seit etwas mehr als drei Wochen, dass sie die Frauennationalmannschaft in den restlichen WM-Qualifikationsspielen begleiten müssen. Ihr Vorgänger Daniel Santos wurde bekanntlich wegen „unangemessener Nachrichten an die Spielerinnen“ vom nationalen Fußballverband entlassen. Dem neuen Duo blieb nicht viel Zeit, um sich mit der neuen Verantwortung anzufreunden und die Mannschaft auf die beiden wichtigen Spiele gegen Israel vorzubereiten. Das erste Treffen mit der Mannschaft gab es am 7. April. Seitdem wird sich täglich auf die anstehenden Aufgaben vorbereitet.
Am vergangenen Freitag gab es gute Nachrichten zu vermelden. Kapitänin Laura Miller, die eigentlich wegen eines Muskelfaserrisses ausgefallen war, wurde überraschend doch noch rechtzeitig fit und stieß am vergangenen Wochenende zur Mannschaft. Wie lange die Bundesligaspielerin des 1. FC Nürnberg zum Einsatz kommen kann, ist derzeit noch nicht vorauszusehen.
Die Liste der Ausfälle ist trotzdem lang. Mit Andreia Machado (Muskelverletzung), Caroline Jorge (Kreuzbandriss), Edina Kocan (Beruf) und Amy Thompson (im Aufbau) fallen vier Leistungsträgerinnen aus. Auch Olivia Konsbrück (Schule), Vera Villegas (verletzt) und Rita Leite (Bänderüberdehnung) sind nicht dabei. An ihrer Stelle wurden vor allem unerfahrene und sehr junge Spielerinnen nominiert, die bisher noch ohne Länderspieleinsatz sind.
Wegen der Sicherheitslage in Nahost finden die beiden Spiele auf neutralem Boden und unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das „Auswärtsspiel“ wird am Dienstag im Budapester Vorort Budaörs ausgetragen. Für Luxemburg ist das Duell gegen Israel wohl die einzige Chance, in dieser Gruppe Punkte zu holen und auf den Klassenerhalt in der Nations League Division B zu hoffen.
Die ersten beiden Spiele verdeutlichten den Klassenunterschied, der in dieser Gruppe herrscht. Die FLF-Auswahl kassierte gegen Schottland zwölf Gegentore und kam auch nur selten über die Mittellinie. Israel unterlag Belgien zweimal (0:5, 0:3).
Israel hat nicht das Niveau von Schottland, ist aber stärker einzuschätzen als die „Roten Löwinnen“. Wie Luxemburg ist auch die Mannschaft aus Nahost ein Aufsteiger. Allerdings spielte Israel bereits 2024 in der Division B der Nations League und bringt wichtige Erfahrungswerte mit. Aber auch für den morgigen Gegner der Luxemburgerinnen geht es einzig und alleine um den erstmaligen Klassenerhalt. „Israel steht defensiv sehr gut und spielt schnell auf Konter. In der Weltrangliste stehen sie auch deutlich vor uns. Wir wollen alles geben, was wir haben und dagegenhalten“, sagt Trainerin Correia.
Correia und Zirbes haben in den vergangenen Tagen vor allem an der Defensivarbeit und an der Ballsicherheit gearbeitet. In diesen Bereichen hatten die Luxemburgerinnen gegen Schottland Schwächen gezeigt. „Israel spielt oft in die Tiefe, wir haben uns vorbereitet, um diese Angriffe zu verhindern“, so Correia.
Die Mannschaft, die in den beiden Duellen am besten abschneidet, wird mit großer Sicherheit am Ende der Gruppenphase Platz drei belegen. Das andere Team wird wieder in die Division C absteigen.
Im Überblick
Das FLF-Aufgebot:
Tor: Emma Goetz (Austria Wien/AUT), Joy Jung (Hesperingen), Lucie Schlimé (SC Sand/D)
Abwehr: Ana Barbosa, Silvia Conte (beide RFCUL), Amal Cherkane (Bettemburg), Kimberley dos Santos (1. FC Saarbrücken/D), Liane Freymann (Deutz 05/D), Emma Kremer (Vorwärts Spoho/D), Joana Ribeiro (Kehlen)
Mittelfeld: Carolina Barbosa (Kehlen), Marta Estevez (RFCUL), Aina Fernandez-Berenguer (FC Metz/F), Carmen Kirps (1. FC Saarbrücken/D), Catarina Lavinas (Famalicão/POR), Leticia Mateus (Junglinster), Anna Miny (TuS Issel/D), Charlotte Schmit (Sporting CP/POR), Leila Schmit (SV Elversberg/D), Laura Miller (1. FC Nürnberg/D)
Angriff: Hannah Dietrich (1. FC Saarbrücken/D), Charlie Jorge (Junglinster), Rachel Kirps (SV Elversberg/D), Joana Lourenco (Diekirch), Barbara Serra (Ell), Diana Teles (D03)
Das Programm:
14. April, 19.15 Uhr, in Budaörs (UNG):
Israel - Luxemburg
18. April, um 18.00 Uhr in Budaörs (UNG):
Luxemburg - Israel