BGL Ligue

Trainerwechsel unter der Lupe: Martino und Herinckx ragen heraus

Acht Vereine aus der BGL Ligue haben bereits einen Trainerwechsel vorgenommen – vier davon seit Rückrundenstart. Der erhoffte Effekt trat nicht immer ein. Eine Analyse.

Marco Martino motiviert Team Hostert zu erfolgreichem Comeback im Fußballspiel

Marco Martino hat Hostert wieder in die Spur gebracht Foto: Editpress/Gerry Schmit

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US Hostert: Als Marc Thomé nach Abschluss der Hinrunde entlassen wurde, war seine Bilanz nicht allzu schlecht. Die US Hostert galt gemeinhin als Abstiegskandidatin und stand in der Hinrunde auf dem 13. Platz. Trotzdem entschied sich der Verein dazu, ein neuen Weg einzuschlagen, und der zahlt sich momentan aus. Nachfolger Marco Martino hatte eine ganze Winterpause Zeit und scheint diese gut genutzt zu haben. Aus den ersten fünf Ligaspielen sprangen zehn Punkte heraus und die USH steht mittlerweile auf dem neunten Platz. Einziger Wermutstropfen: Im Pokal-Achtelfinale musste sich Martino mit seiner Mannschaft gegen Ehrenpromotionär Fola geschlagen geben.

FC Mamer 32: Beim Amtsantritt (Ende November 2025) von Frédéric Herinckx war Mamer quasi technisch k.o.. In den vorangegangenen neun Partien konnte nur ein Punkt geholt werden. Der letzte Tabellenplatz war die logische Folge. Mittlerweile kann der Aufsteiger wieder atmen – auch dank des belgischen Übungsleiters. Der Nachfolger von Dean Léen hat bis dato insgesamt vier Siege mit Mamer geholt. Mittlerweile stehen die 32er auf einem Relegationsplatz.

Zu früh für eine Bewertung

F91 Düdelingen: Bisher läuft alles nach Plan für Claudio Lombardelli. Seit seiner Amtsübernahme vor fast drei Wochen gelangten dem F91 zwei Siege und der Verein steht wieder auf dem dritten Platz der BGL Ligue. Unter Vorgänger Mika Pinto war Düdelingen kurzfristig auf Rang fünf abgerutscht. Lombardelli hat eine intakte Mannschaft übernommen und will diese nun zum Saisonziel Europapokalteilnahme führen. Dies gelang ihm bereits in der Saison 2023/24. Bis dahin ist es jedoch noch ein langer Weg. Die nächsten Wochen sind auch entscheidend bei der Frage, ob Lombardelli langfristig als Cheftrainer des F91 in Frage kommt.

FC Déifferdeng 03: Pedro Silva stand seit seinem Amtsantritt immer wieder in der Kritik. „Schuld“ daran sind auch die hohen Anforderungen, die der Vorstand an seine Trainer stellt. Siege und Titel – nichts anderes kommt in Frage. Silva wurde ein 0:0 gegen Canach zum Verhängnis. Sein Nachfolger war schnell gefunden. Mit Yannick Kakoko hat einer der talentiertesten BGL-Ligue-Trainer die Mannschaft vor einer Woche übernommen. Der 36-Jährige soll D03 in den kommenden Monaten weiterentwickeln, im besten Falle das Doublé holen und die Mannschaft noch besser auf den Europapokal vorbereiten.

FC Rodange 91: Zwei Wochen nach Rückrundenstart trennten sich der FC Rodange 91 und Mehdi El Alaoui wegen „unterschiedlicher sportlicher Ansichten“. Zu diesem Zeitpunkt stand Rodange auf dem letzten Tabellenplatz. Mittlerweile hat sich Rodange um einen Rang verbessert. Wie erfolgreich die Amtszeit des neuen Trainers Fahrudin Kuduzovic sein kann, ist derzeit noch nicht abzuwägen. In seinen drei Meisterschaftsspielen holte der ehemalige Racing-Trainer ein Remis und seine Mannschaft kassierte neun Gegentore. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Wechsel von El Alaoui zu Kuduzovic der richtige war.

Flop

Racing FC Union Lëtzebuerg: Schon länger steht fest, dass der Racing sein Saisonziel verpasst hat. Das Europapokalticket kann über die Liga nicht mehr gesichert werden. Im Gegenteil: Die Hauptstädter müssen sich weiterhin mit dem Thema Klassenerhalt beschäftigen. Ende Oktober trennte sich der RFCUL von Yannick Kakoko und ersetzte ihn durch Sébastien Grandjean. Seitdem läuft es nicht besser. Grandjean hat in der Meisterschaft im Schnitt 1,0 Punkte geholt, während sein Vorgänger, der wegen Erfolglosigkeit entlassen wurde, 0,9 Zähler pro Partie einsammelte. Grandjean hat die Mannschaft jedoch mit Ach und Krach ins Pokal-Viertelfinale geführt, sodass doch noch eine Möglichkeit besteht, an einem Europapokal-Ticket zu kratzen.

Union Titus Petingen: Der Tabellenletzte sprengt in dieser Saison alle Rekorde. Am Mittwoch übernahm mit Akil Momade der bereits vierte Trainer in dieser Saison die Mannschaft. Den Anfang machte im Sommer der junge Bulgare Kiril Rachev, der aus der eigenen Jugend hochgezogen wurde, jedoch nicht einmal die Vorbereitung überstand. Zum Meisterschaftsauftakt saß Präsident Ado Kojo wie schon zum Schluss der vergangenen Saison auf der Bank. Im Dezember gab er das Zepter an den unbekannten Ghanaer Charles Baffour weiter. Dieser behielt den Job nur fünf Spieltage und wurde nach der 1:2-Derbyniederlage gegen Käerjeng entlassen. Das ganze Hin und Her hat dazu geführt, dass die Mannschaft, die durchaus Potenzial besitzt, erstmals seit der Fusion droht, abzusteigen. Dieses Worst-Case-Szenario soll nun Akil Momade verhindern. Der neue, alte Trainer kann immerhin auf eine gute Bilanz verweisen. In der Saison 2024/25 verlor die UTP unter seiner Führung nur eines von neun Spielen.

Swift Hesperingen: Wenn man die finanziellen Probleme ausklammert, lief eigentlich alles nach Plan. Hakim Menaï leistete mit einer komplett neu zusammengebastelten Mannschaft gute Arbeit und verblüffte mit einigen erstaunlichen Resultaten. Im Oktober hatte der Swift fünf Siege vorzuweisen und kratzte an den Top 4. Dann kam es zu einer folgenschweren Rauferei mit Sportdirektor Ebrahim Bouazzati und beide wurden vor die Tür gesetzt. Obwohl die Mannschaft Menaï behalten wollte, konnte dieser nicht gehalten werden. Das hat spürbare Konsequenzen. Nachfolger Salem El Foukhari konnte nicht annähernd dieselben Resultate erzielen. In neun Meisterschaftspartien seit seinem Amtsantritt konnte nur ein Sieg gefeiert werden. Hesperingen steht mittlerweile auf einem Relegationsplatz.

Sébastien Grandjean hat den Racing noch nicht wieder in die Spur gebracht

Sébastien Grandjean hat den Racing noch nicht wieder in die Spur gebracht Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

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