Fußball

„90 Prozent auf Grün“: Neuer verlängert bei den Bayern

Manuel Neuer hängt mit 40 Jahren noch eine Saison bei den Bayern dran – mindestens. Fährt er nun sogar zur WM?

Manuel Neuer in Torwartausrüstung beim FC Bayern, Vertragsverlängerung bis 2027 gefeiert

Rekordtorwart Manuel Neuer verlängert beim FC Bayern bis 2027 Foto: Sven Hoppe/dpa

Manuel Neuer räumte die erste von zwei drängenden Fragen kurz vor dem letzten Spieltag elegant ab. „Ich habe mir für die Entscheidung Zeit genommen und freue mich jetzt sehr“, sagte der Torhüter des FC Bayern am Freitag zu der durchaus erwarteten Vertragsverlängerung bis 2027. Auch mit 40 Jahren hat die Torhüter-Ikone also noch Lust auf mehr. Bleibt die zweite große Frage: Auch auf eine weitere WM?

Aufhören wird Neuer jedenfalls im Sommer nicht, das ist nun klar. „Hier stimmen alle Voraussetzungen: Wir können mit dieser Mannschaft jeden schlagen, ich fahre jeden Tag mit Spaß an die Säbener Straße und bringe meine Leistung“, sagte der Weltmeister von 2014, über dessen Comeback in der Nationalmannschaft zur WM seit langem diskutiert wird. Eine Antwort könnte es schon am Samstag geben, wenn Bundestrainer Julian Nagelsmann im Sportstudio des ZDF zu Gast ist.

Zumindest die Einigung mit den Bayern hatte sich zuletzt angedeutet, auch wenn Neuer sich eigentlich schon Ende März hatte entscheiden wollen. Der Routinier war in dieser Saison dreimal für kurze Zeit wegen Muskelfaserrissen ausgefallen. Der Entschluss zur Fortsetzung seiner Karriere wurde nach Neuers Aussage auch beeinflusst durch den Einzug der Münchner ins Halbfinale der Champions League, an dem er großen Anteil hatte. Seine Bezüge sollen indes laut Berichten auf rund 20 Millionen Euro reduziert werden.

Pro- und Contra-Argumente finden

Neuer erklärte, bei seiner Entscheidung alle Pro- und Contra-Argumente abgewogen zu haben. „Ich habe mir eine App runtergeladen, ähnlich wie diese Bewertungen auf einer Raststätte mit den Ampelfarben Rot, Gelb und Grün“, sagte er in einem Interview auf der Klub-Homepage: „Dann habe ich jedes Mal angekreuzt: Trainingsleistung, Spielleistung, wie ich mich fühle, ob ich glücklich bin ... Das war wie eine Art Tagebuch und ich muss sagen, dass am Ende 90 Prozent auf Grün stand.“

Auch die Klubführung stand hinter der Entscheidung. „Der FC Bayern hat eine Reihe absolut außergewöhnlicher Torhüter in seiner Geschichte – und Manuel Neuer nimmt hier einen ganz besonderen Platz ein: Er ist das Gesicht nicht nur einer, sondern von zwei Generationen und ein Kapitän, der auf wie neben dem Platz ein herausragendes Vorbild ist“, sagte Vereinspräsident Herbert Hainer. Der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen bezeichnete Neuer als einen „der besten Transfers unserer Vereinsgeschichte“.

„Die Zukunft des FC Bayern“

Neuer war 2011 von Schalke 04 zum FC Bayern gekommen. Seinen designierten Nachfolger Jonas Urbig holten die Münchner im Januar 2025 vom 1. FC Köln, er soll in der kommenden Saison zunehmend mehr Einsätze bekommen. Als dritter Torhüter ist weiter Sven Ulreich eingeplant, auch er verlängerte um ein weiteres Jahr.

Neuer und Ulreich sollen Urbig unterstützen, „die Zukunft des FC Bayern zu werden“, erklärte Sportvorstand Max Eberl. Der FC Bayern habe „bei der Ausrichtung im Tor einen klaren Plan und setzen ihn Schritt für Schritt um.“

Bleibt die Frage nach der WM. Inzwischen scheint klar, dass der Name Neuer auf der Liste mit 55 potenziellen WM-Kandidaten auftaucht, die der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beim Weltverband FIFA einreichen musste. Dabei könnte es sich aber auch um eine Vorsichtsmaßnahme handeln. Neuer selbst ließ sich auch am Freitag nichts entlocken, in dem langen Interview auf der Bayern-Webseite wurde nur seine Vorfreude auf das Pokalfinale abgefragt. Die Antwort auf die zweite drängende Frage muss also noch warten.

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