Tour de France
Schmid jubelt am Tag der Ausreißer, Kirsch verpasst richtige Gruppe
Ausreißer Mauro Schmid hat die 13. Etappe der Tour de France gewonnen. Alex Kirsch zeigte sich am Anfang der Etappe sehr offensiv, verpasste aber die richtige Gruppe. In der Gesamtwertung macht Tom Pidcock einen großen Sprung nach vorne.
Der Schweizer Mauro Schmid bejubelte am Donnerstag seinen Tour-Etappensieg Foto: AFP/Loïc Venance
Mauro Schmid raste mit einer spontanen Wheelie-Einlage über die Ziellinie, dann schlug der Schweizer Radprofi sein Vorderrad krachend auf den Asphalt. Am Tag der Ausreißer hat der 26-Jährige die 13. Etappe der Tour de France gewonnen und auch seinem bislang enttäuschenden Team JaycoAlUla einen Grund zum Feiern gegeben.
Schmid setzte sich bei der mit 205,8 km längsten Etappe der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt nahe seiner Heimat im Sprint gegen Harold Tejada aus Kolumbien (XDS Astana) durch. Das Duo hatte sich rund 15 km vor dem Ziel aus der Fluchtgruppe abgesetzt. Für Schmid war es der erste Tour-Etappensieg und der größte Karriereerfolg. Den dritten Platz sicherte sich mit zwei Sekunden Rückstand der Brite Tom Pidcock, der auch ohne Etappenerfolg zu den großen Gewinnern des Tages zählte.
Pidcock macht Sprung in der Gesamtwertung
Der zweimalige Mountainbike-Olympiasieger machte in der Gesamtwertung einen großen Satz nach vorn, ist nun auch vor dem deutschen Hoffnungsträger Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) Vierter (+4:15 Minuten). Auf längere Sicht wird Pidcock (Pinarello Q36.5) mit den Rundfahrt-Spezialisten aber nicht mithalten können.
Die Gruppe um Spitzenreiter Tadej Pogacar im Gelben Trikot erreichte das Ziel mit 7:32 Minuten Rückstand auf Schmid. Der viermalige Gesamtsieger aus Slowenien (UAE Emirates-XRG) hat nach wie vor 3:36 Minuten Vorsprung auf Verfolger Jonas Vingegaard (Dänemark/Visma-Lease a Bike).
Kirsch wieder offensiv
Mal wieder zeigte sich Alex Kirsch (Cofidis) sehr aktiv. Am Donnerstag war er der erste Fahrer, der attackierte. Zusammen mit Kasper Asgreen (EF), Michal Kwiatkowski (Ineos), Lou Vervaeke (Soudal) und Georg Zimmermann (Lotto-Intermarché) setzte er sich ab. Ihr Vorsprung betrug maximal 22 Sekunden, doch das Peloton ließ das Quintett nicht ziehen. Zu viele Teams hatten keinen Radsportler in der Ausreißergruppe platziert. So kam es, dass Kirsch und Co. nach etwas mehr als 20 Kilometern Flucht wieder eingeholt wurden.
Erst nach etwas mehr als 50 km stabilisierte sich die Rennsituation. Eine weitere Gruppe, die mit Blick aufs Grüne Trikot Interesse an der Sprintwertung 68 km vor dem Ziel hatte, bildete sich zusätzlich und schaffte nach langer und intensiver Verfolgung den Zusammenschluss. Insgesamt hatten sich fast 60 Fahrer abgesetzt.
Am Ballon d’Alsace, einem Anstieg der ersten Kategorie, dessen Scheitelpunkt 30 km vor dem Ziel erreicht wurde, blieb die Vorentscheidung trotz zahlreicher Attacken aus. Eine reduzierte Spitzengruppe um Pidcock raste in der Abfahrt geschlossen dem Ziel entgegen. Im Hauptfeld mit Pogacar und Lipowitz kam es zu keinen Attacken.
Vingegaards gute Erinnerung
Rund 15 Kilometer vor dem Ziel setzten Schmid und Tejada die entscheidende Attacke, um sich von den restlichen Ausreißern abzusetzen. Beim Zielsprint pokerte das Duo fast zu lange, machte den Sieg aber letztlich unter sich aus. Am Ende jubelte Schmid, der im Vorjahr ein Ausreißer-Duell um einen Tour-Etappensieg verloren hatte.
Der Kampf ums Gelbe Trikot geht auf der 14. Tour-Etappe in den Vogesen in die nächste Runde. Über 155,3 km erstreckt sich der Kurs zwischen Mülhausen und dem Ziel in Le Markstein Fellering, das vor allem Vingegaard in bester Erinnerung haben dürfte. Vor drei Jahren endete hier die 20. und vorletzte Etappe der Tour 2023, bei der der Däne seinen zweiten und bislang letzten Tour-Triumph zementierte. Der Etappensieg ging damals an Pogacar, der diesen Erfolg gern wiederholen möchte.
Im Überblick
113. Tour de France, 13. Etappe: Dôle-Belfort (205,8 km):
1. Mauro Schmid (Schweiz/Jayco) in 4:06:58 Stunden, 2. Harold Tejada (Kolumbien/Astana) gleiche Zeit, 3. Tom Pidcock (Großbritannien/Q36.5) 0:02, 4. Maxim Van Gils (Belgien/Red Bull), 5. Brandon McNulty (USA/UAE), 6. Kévin Vauquelin (Frankreich/Ineos), 7. Jordan Jegat (Frankreich/TotalEnergies), 8. Clément Afonso Braz (Frankreich/FDJ), 9. Tim Wellens (Belgien/UAE) alle gleiche Zeit, 10. Luke Plapp (Australien/Jayco) 0:11, ... 169. Alex Kirsch (Luxemburg/Cofidis) 24:52
Gesamtwertung nach 13 von 21 Etappen:
1. Tadej Pogacar (Slowenien/UAE) in 47:18:31 Stunden, 2. Jonas Vingegaard (Dänemark/Visma) 3:36, 3. Remco Evenepoel (Belgien/Red Bull) 4:06, 4. Pidcock 4:15, 5. Juan Ayuso (Spanien/Lidl-Trek) 4:22, 6. Paul Seixas (Frankreich/Decathlon) 4:35, 7. Florian Lipowitz (Deutschland/Red Bull) 4:44, 8. Isaac Del Toro (Mexiko/UAE) 5:08, 9. Mattias Skjelmose (Dänemark/Lidl-Trek) 5:45, 10. Lenny Martinez (Frankreich/Bahrain) 6:34, ... 118. Kirsch 2:36:22