Radsport
Tour Auvergne-Rhône-Alpes:Del Toro triumphiert, Seixas gibt auf
Mit zwei Etappensiegen und dem Gesamterfolg setzt Isaac del Toro ein Ausrufezeichen – und könnte bei der Tour de France eine Schlüsselrolle spielen. Die beiden Luxemburger stiegen bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes vorzeitig aus. Neben dem Rennen in Frankreich waren eine Reihe von Luxemburgern bei Rennen in den Nachbarländern, Dänemark und der Schweiz im Einsatz.
Isaac del Toro gewann am Sonntag die Tour Auvergne-Rhône-Alpes Foto: AFP/Anne-Christine Poujoulat
Tour Auvergne-Rhône-Alpes (F/2. UWT): Mexikos große Radsport-Hoffnung Isaac Del Toro hat das Sturzpech von Frankreichs Wunderkind Paul Seixas ausgenutzt und die Tour Auvergne-Rhône-Alpes gewonnen. Der 22-Jährige triumphierte am Sonntag auf der abschließenden schweren Bergetappe auf dem Plateau de Solaison und trat damit die Nachfolge seines Teamkollegen Tadej Pogacar an.
„Das war eine supercoole Tour, ich kann es noch gar nicht wirklich glauben. Es bedeutet mir so viel, dieses Rennen nach Tadej zu gewinnen“, sagte Del Toro, der als jüngster Fahrer seit Greg LeMond 1983 beim zuvor als Dauphiné bekannten Rennen triumphierte.
Pogacar, slowenischer Topstar der UAE-Mannschaft, fehlte diesmal beim traditionellen Vorbereitungsrennen auf die Tour de France, er fährt ab Mittwoch die Tour de Suisse.
Del Toro, der Pogacars wichtigster Helfer bei der am 4. Juli in Barcelona beginnenden Frankreich-Rundfahrt werden soll, hatte bereits die vorletzte Etappe am Samstag gewonnen und war mit 49 Sekunden Rückstand auf den in der Gesamtwertung führenden Australier Luke Tuckwell ins Finale gegangen. Am Schlussanstieg setzte sich der Mexikaner dann aber alleine ab und siegte mit genau einer Minute auf seinen spanischen Ex-Teamkollegen Juan Ayuso (Lidl-Trek). Tuckwell lag mit 1:43 Minuten Rückstand auf Rang acht.
In der Endabrechnung setzte sich Del Toro mit 54 Sekunden Vorsprung auf Tuckwell durch, Ayuso (+1:17 Minuten) wurde Dritter.
Seixas, drei Jahre jünger als Del Toro, war am Sonntag nach rund 30 km als Folge seiner Sturzverletzungen vom Vortag ausgestiegen. Der Jungstar des Decathlon-Teams war auf der vorletzten Etappe heftig gestürzt, hatte sich aber ins Ziel gekämpft. „Ich hatte Angst, mich schwer verletzt zu haben. Ich habe mir selbst gesagt, dass es vorbei ist“, sagte er über den Samstag.
Nach ersten Teamangaben habe sich Seixas diverse Schürfwunden zugezogen, aber keine strukturellen Verletzungen erlitten. Sein Tour-Start ist nach derzeitigem Stand nicht in Gefahr.
Seixas war im Frühjahr mit bemerkenswerten Auftritten bei Eintagesrennen und kürzeren Rundfahrten in die Weltspitze vorgedrungen. Experten trauten ihm aufgrund seiner damals gezeigten Leistungen zu, bei der Tour zumindest zeitweise mit den Größen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard mithalten zu können. Frankreich wartet seit Bernard Hinault 1985 auf einen Triumph bei der Tour.
Die beiden Luxemburger Radsportler am Start beendeten das Rennen vorzeitig. Kevin Geniets (Groupama-FDJ) war bereits am Freitag krankheitsbedingt ausgestiegen und Mathieu Kockelmann (Lotto-Intermarché) beendete die schwere Etappe vom Samstag vorzeitig.
Copenhagen Sprint (DK/1. UWT): Nach 228,2 km gewann der Belgier Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) den Sprint in der dänischen Hauptstadt, vor dem Dänen Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM) und Sam Welsford (AUS/Netcompany Ineos). Alex Kirsch (Cofidis) überquerte den Zielstrich als 97. (auf 3:49).
LVM Saarland Trofeo (D/2.Ncup):Nach vier Tagen gab es einen norwegischen Erfolg beim Nationencup durch Sindre Orholm-Lonseth. Von den sechs gestarteten FSCL-Talenten erreichten deren vier das Ziel in Reinheim. Bestplatzierter war Ben König als 46., 7:55 hinter dem Gesamtsieger. Maximilien Outlet und Dave Cichy belegten die Plätze 65 (auf 20:20) und 68 (auf 20:33). Loïc Gouveia wurde 77. (auf 24:45).
CIC-Tour Féminin des Pyrénées (F/2.Pro): Die Entscheidung über den Gesamtsieg fiel am Samstag im Col du Tourmalet, wo Topfavoritin Paula Blasi (SP/UAE Team ADQ) zu einer Solofahrt von 40 km ansetzte und mit einem Vorsprung von knapp zwei Minuten auf die ersten Verfolgerinnen ankam. Die beiden Luxemburgerinnen Gwen Nothum (Minimax) und Liv Wenzel (Tirol) fuhren als 78. (auf 19:33) und 86. (auf 19:40) ins Ziel. Auf der Abschlussetappe, die von Eline Jansen (NL/VolkerWessels) gewonnen wurde, konnte Blasi ihre Führung souverän verteidigen. Nothum kam in der Endabrechnung auf Platz 60 (auf 23:28). Wenzel war auf der letzten Etappe vorzeitig ausgestiegen.
Grand Prix Gippingen (CH/1.1): Die 62. Auflage des Eintagesrennens ging an den Belgier Liam Slock (Lotto Intermarché), vor Aleksandr Vlasov (RUS/Red Bull-Bora-hansgrohe) und Richard Carapaz (COL/EF Education-Easypost). Die Luxemburger Alexandre Kess, Mil Morang (beide Lotto Kern-Haus) und Noé Ury (Strock-MRW Bau) rollten 17:30 später ins Ziel und belegten die Plätze 83 bis 85. Urys Teamkollegen Pol Breser und Mats Berns hatten aufgegeben.
Muur Classic Geraardsbergen (B/1.1): Nach 179 km setzte sich der Franzose Paul Magnier (Soudal Quick-Step) auf der „Mur de Grammont“ vor den Belgiern Floris Van Tricht (NSN DT) und Jenno Berckmoes (Lotto Intermarché) durch. Der 19-jährige Arnaud Noirhomme (Color Code-Alu Center) fuhr die 179 km nicht zu Ende.
Im Überblick
78. Tour Auvergne-Rhône-Alpes in Frankreich, 7. Etappe: La Bridoire - Grand Colombier (133,6 km): 1. Isaac del Toro (Mexiko/UAE Emirates-XRG) 3:41:41 Stunden, 2. Juan Ayuso (Spanien/Ledl-Trek) 0:24 Minuten zurück, 3. Tobias Halland Johannessen (Norwegen/Uno-X Monility) 0:38, 4. Matteo Jorgenson (USA/Visma-Lease a Bike) 0:41, 5. Cian Uijtdebroeks (Belgien/Movistar) gleiche Zeit, 6. Mattias Skjelmose (Dänemark/Lidl-Trek) 3:07
DNF Mathieu Kockelmann (Luxemburg/Lotto-Intermarché)
8. (letzte) Etappe: Beaufort - Plateau de Solaison (120,1 km): 1. Del Toro 3:35:07 Stunden, 2. Ayuso 1:00 Minuten zurück, 3. Johannessen1:02, 4. Skjelmose 1:31, 5. Cristian Rodriguez (Spanien/XDS Astana) gleiche Zeit, 6. Carlos Rodríguez (Spanien/Ineos Grenadiers) 1:36
Endstand in der Gesamtwertung nach 8 Etappen: 1. Del Toro 29:35:05 Stunden, 2. Luke Tuckwell (Australien/Red Bull-Bora-hansgrohe) 0:54 Minuten zurück, 3. Ayuso 1:17, 4. Jorgenson 1:36, 5. T. Johannessen 1:46, 6. Skjelmose 2:41