Champions League
Total verrückt! – Titelverteidiger PSG schlägt FC Bayern bei Offensivspektakel
Was für ein aberwitziges Spiel, was für ein unglaubliches Drama! Der große Triple-Traum des FC Bayern ist nach einem historischen Offensivspektakel der Extraklasse in Gefahr. Der Rekordmeister verlor das packend-wilde Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim eiskalten Titelverteidiger Paris Saint-Germain 4:5 (2:3).
Die beiden Torhüter (hier: Matvey Safonov von PSG) hatten einen sehr arbeitsreichen Tag Foto: AFP/Christine Poujoulat
Torgarant Harry Kane (17., Foulelfmeter) mit seinem 13. Champions-League-Treffer, Michael Olise (41.), Dayot Upamecano (65.) und Luis Díaz (68.) waren für die Bayern erfolgreich. Doch Paris bestrafte die vielen Wackler gnadenlos. Chwitscha Kwarazchelia (24./56.) und Weltfußballer Ousmane Dembélé (45.+5, Handelfmeter/58.) trafen doppelt. João Neves (33.) machte das torreichste Halbfinalspiel der Wettbewerbsgeschichte perfekt.
Der gesperrte Bayern-Trainer Vincent Kompany zitterte und bibberte auf seinem Tribünenplatz im stimmungsvollen Prinzenpark inmitten seiner Spielanalysten. Er sah Abwehrfehler in Serie und völlig losgelöste Offensivreihen. Mit einem Knopf im Ohr hielt er Kontakt zur Bank, wo ihn Assistent Aaron Danks vertrat.
„Vincent ist im Herzen dabei, wir spielen auch für ihn“, sagte Kapitän Manuel Neuer vor dem „Kampf der Häuptlinge“ (Le Figaro). Die Bayern gingen es mit Jamal Musiala in der Startelf an – 297 Tage nach seiner schweren Verletzung beim bitteren Klub-WM-Aus gegen Paris (0:2). „Nicht nur einer, die ganze Mannschaft muss da sein“, sagte Kompany. Und zu seiner Sperre: „Ich habe Vertrauen in die Jungs.“
Was auf dem Spiel stand, wurde den PSG-Profis bei der Busankunft von den Fans mit reichlich Pyronebel klar gemacht. Im Stadion spielte eine Blaskapelle inmitten von Bühnenflammen die Star-Wars-Melodie. Die Choreo zeigte ein Schlachtengemälde mit einem um Gnade flehenden roten „Bayern-Soldaten“, vor dem Anpfiff ging ein Feuerwerk hoch.
Offener Schlagabtausch
Das erlebten die Zuschauer auch auf dem Platz, nur anfangs gebot der große Respekt Vorsicht. Schon die erste gute Offensivaktion der Bayern brachte die Führung, als Verteidiger Willian Pacho gegen Luis Díaz zu hart einstieg. Kane verwandelte den Elfer sicher, Kompany zeigte die Faust.
Es war der Startschuss für einen offenen Schlagabtausch, in dem sich Paris bald ein Übergewicht erarbeitete. Olise (20.) hatte nach Kanes Zuckerpass zwar das 2:0 auf dem Fuß. Dann aber trat erstmals Superstar Dembélé in Erscheinung, vergab frei vor Neuer (23.). Vor dem 1:1 übertölpelte Kwarazchelia den schläfrigen Josip Stanisic.
„Alles geben für unseren Traum“, lautete der Auftrag der Gästefans, ihre Lieblinge blieben dran. Neves lenkte den Ball nach einem feinen Olise-Dribbling an den eigenen Pfosten – und schlug im Gegenzug nach einer Ecke zu. Musiala hatte ihn aus den Augen verloren.
Olises Zaubertor, bei dem er sich gegen vier Mann durchsetzte, brachte das 2:2. Doch Paris blieb dran. Ein Handspiel von Alphonso Davies, der zur Pause für Konrad Laimer Platz machte, ermöglichte Dembélé die abermalige Führung. Neuer war mit den Händen dran, konnte den scharf getretenen Strafstoß aber nicht abwehren.
Nach dem Seitenwechsel entglitt den Gästen das Spiel, Paris zeigte eine Wucht, der auch die Schwergewichte Chelsea und Liverpool nichts entgegenzusetzen hatten. Kwarazchelia hatte beim 2:4 viel zu viel Platz, Dembélé erhöhte nach einem Konter.
Doch das war nicht der K.o. für die Münchner Mentalitätsmonster. Upamecano traf nach Freistoßflanke von Joshua Kimmich per Kopf, Díaz nutzte einen weiteren Traumpass von Kane zu einem technisch herausragenden Treffer. Die Bayern drängten nun, hatten aber Glück, als Senny Mayulu (87.) für Paris die Latte traf.
Arsenal unter Druck
Entscheidende Tage für den FC Arsenal: Vor dem Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Atlético Madrid steht für das Team viel auf dem Spiel. Für den Gegner ist es die letzte Titelchance.
Der FC Arsenal will sich im Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Atlético Madrid am Mittwoch (21.00 Uhr) eine gute Ausgangsposition erspielen. Kai Havertz wird den „Gunners“ fehlen, der deutsche Nationalspieler hatte sich beim Sieg der Londoner in der Premier League gegen Newcastle United am vergangenen Wochenende an der Leiste verletzt.
Für Arsenal steht viel auf dem Spiel: In der Premier League liefert sich das Team von Mikel Arteta mit Manchester City mittlerweile ein enges Duell um die Meisterschaft. Einen größeren Vorsprung hatte der FC Arsenal, der 2004 zum letzten Mal den Premier-League-Titel holte, zuletzt verspielt.
Für Atlético ist es die letzte Titelchance der Saison. Das Team von Diego Simeone liegt in der spanischen Liga nur auf Platz vier.