Basketball

Sticky, Billy und die Youngsters: Diese Spieler haben die Saison 2025/26 geprägt

Es war eine spannende Saison, auch wenn die Finalserie bereits nach drei Spielen entschieden war. Vor allem der Abstiegskampf präsentierte sich jedoch so intensiv wie selten zuvor, während im Pokal eine lange Durststrecke beendet wurde. Nachfolgend wirft das Tageblatt einen Blick auf die Spieler, die die Saison 2025/26 besonders geprägt haben.

Ein Spieler für die wichtigen Momente: Philippe Gutenkauf

Ein Spieler für die wichtigen Momente: Philippe Gutenkauf Foto: Editpress/Gerry Schmit

JICL-Spieler

Philippe Gutenkauf: Er ist und bleibt der MVP der Enovos League. Seine Klasse stellte „Sticky“ Gutenkauf nicht zuletzt im Finale gegen die Sparta unter Beweis, als er im direkten Duell gegen Max Logelin die Oberhand behielt. Auf den 31-Jährigen ist in den großen Momenten Verlass. So gab es lediglich eine Play-off-Partie – im Viertelfinale gegen Kordall –, in der er nicht im zweistelligen Bereich traf. In Sachen Assists macht im luxemburgischen Basktetball längts niemand dem Ettelbrücker etwas vor. Sein Wert von durchschnittlich 6,2 entscheidenden Pässen pro Partie ist absoluter Liga-Spitzenwert. Er war auf jeden Fall der Garant für die erfolgreiche Titelverteidigung seines Teams.

Yannick Verbeelen: Teamkollege Max Logelin spielte zwar ebenfalls eine starke Saison, doch der Spieler, der im Sparta-Lager zum wichtigsten Zeitpunkt die Verantwortung übernahm, war Yannick Verbeelen. Im Viertelfinale gegen Walferdingen, als Bartringen im zweiten Spiel deutlich in Rückstand lag und damit kurz vor dem Aus stand, war es der 27-Jährige, der die erfolgreiche Aufholjagd anführte und seine Leaderqualitäten eindrucksvoll unter Beweis stellte. Allein in den Play-offs kam der Nationalspieler auf einen Schnitt von 14,75 Punkten pro Partie und war auch im Finale der Bartringer, der mit seinem Einsatz und seiner Energie am meisten herausstach.

Oliver Vujakovic: Die Résidence spielte zwar insgesamt eine eher durchwachsene Saison, doch wenn jemand seine Mannschaft wie kein anderer getragen hat, dann war es Oliver Vujakovic. Der 29-Jährige lieferte auch in den Play-offs ab und kam etwa in der ersten Viertelfinalpartie gegen die Sparta auf ein „Double-double“ mit 15 Punkten und 15 Rebounds. Mit einem Saisonschnitt von 14,4 Punkten, drei Assists und 6,3 Rebounds gehört der routinierte Nationalspieler weiterhin zu den wichtigsten einheimischen Spielern der Enovos League.

Profi-Spieler

Nicholas Davis: Unter den Brettern konnte sich die Etzella Ettelbrück auf ihren 2,01 Meter großen Center-Spieler verlassen. Für den Meister war dies umso wichtiger, nachdem Yann Wolff nach der vergangenen Saison seine Karriere beendet hatte und man auf dieser Position noch stärker auf einen zuverlässigen Profi angewiesen war. Dabei überzeugte Davis vor allem durch seine starke Trefferquote aus dem Feld. Besonders eindrucksvoll zeigte sich dies am letzten Spieltag der regulären Saison gegen die Arantia, als sich Ettelbrück in extremis noch die Tabellenführung sicherte und der Center eine Wurfquote von 100 Prozent aus dem Feld heraus aufweisen konnte. Nicht vergessen werden sollte dabei allerdings auch der zweite Etzella-Profi Adrian Delph. Gerade im Zusammenspiel harmonierten die beiden US-Spieler hervorragend – eine der großen Stärken der Ettelbrücker in dieser Saison.

Non-Profi-Spieler

Billy McDaniel: Er kam, sah und siegte. Was der 41-Jährige noch immer auf dem Spielfeld zeigt, ist bemerkenswert. In Sachen Routine macht ihm in der Enovos League kaum jemand etwas vor, und so avancierte der erfahrene Spieler in der Finalserie zum großen Matchwinner. In den beiden Heimspielen gegen Sparta war es McDaniel, der mit seiner Einwechslung die entscheidenden Impulse brachte und sein Team nach anfänglichen Problemen wieder auf Kurs führte. Dass er selbst defensiv noch die gegnerischen Profispieler übernehmen kann, zeigte der 41-Jährige ebenfalls eindrucksvoll – unter anderem gegen Sparta-Profi Iwuakor. Billy McDaniel weiß dank seiner enormen Erfahrung ganz genau, wo er auf dem Spielfeld stehen muss, lässt sich kaum aus der Ruhe bringen und verwandelt – wie schon zu seinen besten Zeiten in Steinsel – weiterhin auch schwierigste Würfe.

Robertas Jonaitis: Dass Aufsteiger Kordall erstmals in seiner Vereinsgeschichte die Play-offs schaffte lag nicht zuletzt am Litauer, der zweifelsohne eine der Entdeckungen der Saison war. Der Forward überzeugte durch seine Athletik, seine Spielübersicht und seine Scorerqualitäten, wie sein Schnitt von 22 Punkten pro Partie unterstreicht.

Trainer

Gavin Love: Es war seine vierte Saison bei der Etzella und zum zweiten Mal in Folge gewann der Klub aus dem Norden den Titel. Das muss einem Trainer auch erst einmal gelingen. In den letzten Jahren spielte Ettelbrück stets oben mit, gewann in der Zeit mit dem Briten neben den beiden Meisterschaften auch den Pokal 2023.

Ange Konan Oth war eine der Entdeckungen der Saison 2025/26

Ange Konan Oth war eine der Entdeckungen der Saison 2025/26 Foto: Editpress/Gerry Schmit

Youngster

Edson de Sousa Silva: Der 19-Jährige bringt eine Explosivität und Sprungkraft aufs Spielfeld, die bemerkenswert sind. In dieser Saison bekam das junge Felser Eigengewächs mehr und mehr , übernahm sichtlich mehr Verantwortung und konnte mit dem Pokalsieg seinen ersten Titel feiern.

Ange Konan Oth: Die Rückkehr zurück ins familiäre Umfeld hat dem 18-Jährigen sichtlich gut getan. Bei den Musel Pikes entwickelte er sich in den letzen Monaten zu einem wichtigen Leistungsträger, stand oftmals mehr als 30 Minuten auf dem Feld und zeigte, dass er einer der kommenden Spieler in der Enovos League ist. Mit seinem Schnitt von 13,3 Punkten, 1,5 Assists und 8,1 Rebounds pro Partie ist er jedenfalls der Shooting-Star dieser Saison

Comeback

Vic Heuschling: In der letzten Saison bestritt der 30-Jährige aufgrund einer langwierigen Meniskusverletzung gerade einmal vier Spiele. Ein Jahr später avancierte Heuschling zum Felser Pokalhelden. Mit seinen 22 Punkten – davon sechs Dreier –, führte er die Arantia zum ersten Titel seit 56 Jahren und wird damit seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher haben.

Enttäuschung

AB Contern: Es war eine trostlose Saison, die der ABC in den vergangenen Monaten erlebte. Gerade einmal einen einzigen Sieg konnte der Traditionsklub, der immerhin bereits vier Meistertitel feiern durfte, in der Spielzeit 2025/26 verbuchen. Der Gang in die Zweitklassigkeit war damit bereits nach dem ersten Spieltag des Play-down besiegelt. Der Wurm war dabei eigentlich schon vom ersten Spieltag an drin, als sich Kapitän Christophe Mertzig zum Saisonauftakt die Nase brach. Hinzu kamen zahlreiche weitere Verletzungen, ein Neuzugang Lukic, der den Verein bereits nach wenigen Partien wieder verließ, sowie eine frühzeitige Trainerentlassung, die keine Wirkung zeigte.

Vom Langzeitverletzten zum Pokalhelden: Vic Heuschling gelang das Comeback der Saison

Vom Langzeitverletzten zum Pokalhelden: Vic Heuschling gelang das Comeback der Saison Foto: Editpress/Gerry Schmit

Zahl

5: Fast die Hälfte aller Erstligisten hat sich in der Saison 2025/26 frühzeitig von ihrem Trainer getrennt. Den Anfang machte der T71 Düdelingen, der große Hoffnungen in Christophe Ney gesetzt hatte. Ein Experiment, das Ende Oktober bereits Gesichte war. Kurze Zeit später kehrte Ex-Trainer Defraigne in die „Forge du Sud“ zurück. Es folgten Contern, wo der Trainerwechsel keine Rettung brachte, Walferdingen, die Musel Pikes und die Kordall Steelers, die mit Neu-Coach Pires die Play-offs perfekt machten.

Fazit

Spannung: Enge Spiele, die oft erst in der letzten Sekunde entschieden wurden. An Spannung fehlte es in dieser Saison keinesfalls, auch wenn die Finalserie bereits nach drei Spielen entschieden war. Vor allem die Viertelfinalserien sorgten jedoch für einige Überraschungen, wie das 2:0 des T71 gegen Mitfavorit Fels oder dem Heimsieg der Steelers gegen die Etzella. Drei von vier Duellen wurden dann auch erst im Entscheidungsspiel entschieden. Krimis gab es aber vor allem im Abstiegskampf, der so intensiv wie selten zuvor war. Sogar in der Relegation musste erstmals überhaupt eine dritte Partie herhalten. Zwei Kapitäne hatten im Tageblatt-Almanach übrigens das Finale mit Meister und Vizechampion richtig getippt. Glückwunsch an den Escher Clancy Rugg und Max Hilger vom Racing. Contern hatte hingegen niemand als Absteiger auf der Rechnung.

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