Volleyball-Pokal

Steinfort: „Den Geheimfavoriten-Status haben wir uns verdient“

Im zweiten Halbfinale des Volleyball-Pokals treffen Gym und Steinfort aufeinander. Bonneweg hat in dieser Saison zu alter Stärke zurückgefunden und möchte nun auch wieder Titel gewinnen. Nach gut zwölf Jahren ohne Erfolg wäre es dafür höchste Zeit. Steinfort fühlt sich indes wohl in der Rolle des Herausforderers.

Nadja Schaus und Lara Picht von Gym motiviert, ihre Chance im Wettbewerb zu nutzen

Nadja Schaus (l.) und Lara Picht von der Gym wollen ihre Chance nutzen Foto: Editpress/Gerry Schmit

Der Gegner aus Steinfort war schwach in die Saison eingestiegen, startete jedoch ab Ende Oktober richtig durch und blieb fortan ungeschlagen. Steinfort ist das einzige Team, das gegen alle anderen Mannschaften mindestens einmal gewonnen hat, und hat sich somit zum Geheimfavoriten in beiden Titelrennen gemausert.

Liz Beffort, Libera von Steinfort, sieht darin eine Anerkennung für die Arbeit, die ihre Mannschaft über die gesamte Saison hinweg geleistet hat: „Die Chancen sind sicher realistisch. Wir haben zwar einige individuell starke Spielerinnen, unsere größte Stärke ist jedoch das Kollektiv. Auch in schwierigen Momenten bleiben wir standhaft und versuchen, unser Spiel konsequent durchzuziehen. Kämpferisch haben wir uns selten etwas vorzuwerfen. Aber der Pokal hat bekanntlich seine eigenen Gesetze. Am Ende wird meiner Meinung nach die Mannschaft gewinnen, die ihre Eigenfehler minimiert und in den entscheidenden Momenten kühlen Kopf bewahrt. Wir wissen, was wir können, und werden alles geben, um das auf dem Feld zu zeigen und unsere Chance konsequent zu nutzen.“

Beffort schätzt den Halbfinalgegner Gym als gleichwertig ein. Die ehemalige deutsche Nationalspielerin Nadja Schaus teilt diese Einschätzung: „Steinfort verfügt über eine starke und ausgeglichene erste Sieben mit hoher Angriffsqualität durch die Dascalu-Schwestern Alexandra und Sylvana. Gleichzeitig sind Annahme und Feldverteidigung bei Eline Delcourt und Liz Beffort in besten Händen. Die beiden argentinischen Neuverpflichtungen Noeli Giacomino und Carolina Paladino haben das Team in dieser Saison deutlich aufgewertet.“

Schwächen sieht Schaus vor allem in der Blockhöhe auf einigen Positionen sowie in der vergleichsweise schmalen Bank. Für Walferdingens Marie Schaack sind sowohl Steinfort als auch Gym stärker einzuschätzen als die eigene Mannschaft: „Die Spielerinnen sind teilweise größer als wir, was ihnen Vorteile im Angriff verschafft, und verfügen zudem über deutlich mehr Erfahrung. Alexandra Dascalu kann ihre Mitspielerinnen dank ihrer internationalen Erfahrung – insbesondere aus der französischen ersten Liga – selbst aus schwierigen Situationen führen und dem Spiel wieder Stabilität verleihen.“

Breite Bank als möglicher Vorteil

Gym hat sich intensiv auf das Halbfinale vorbereitet. „Wir haben während der Ferien mit dem kompletten Kader weitertrainiert und insbesondere an alternativen Aufstellungen gearbeitet. Natürlich haben wir Steinfort analysiert und unsere Taktik entsprechend angepasst. Seit Januar haben wir die Trainingsintensität gesteigert und sind körperlich fitter denn je. Unsere große Stärke – die im Final Four entscheidend sein könnte – ist die Breite unseres Kaders: Alle 14 Spielerinnen sind einsatzbereit und können in jeder Situation einen wertvollen Beitrag leisten“, sagt Schaus.

Wer auch immer das Halbfinale gewinnt, dürfte im Finale auf Walferdingen treffen. Beffort sieht dort ein junges Team, das durch einige erfahrene Spielerinnen ergänzt wird und vor allem durch seinen Kampfgeist überzeugt. Gerade diese Mischung macht Walferdingen unberechenbar und flexibel. Schaus erkennt insbesondere bei den jungen Spielerinnen – allen voran Marie Schaack und Lilli Tarantini – großen Ehrgeiz, ihre Qualität unter Beweis zu stellen. „Eine Schlüsselrolle könnte Elena Topputi einnehmen, die mit großem Spielverständnis und viel Übersicht im Angriff immer wieder ihre Klasse zeigt.“

Alle Teams haben im Vorfeld ihre Hausaufgaben gemacht und sich intensiv mit den potenziellen Gegnern auseinandergesetzt. Welcher Coach letztlich die besseren Entscheidungen getroffen hat, wird sich am Donnerstagabend auf dem Spielfeld zeigen.

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