Torun
So stark ist die Konkurrenz von Patrizia Van der Weken bei der Leichtathletik-WM
Patrizia Van der Weken peilt bei der Hallen-Weltmeisterschaft über 60 Meter nach Bronze im vergangenen Jahr wieder eine Medaille an. Doch sie trifft auf starke Konkurrenz. Ein Überblick über den Favoritenkreis.
Julien Alfred ist Olympiasiegerin Foto: AFP/Jewel Samad
Julien Alfred: Sie stammt von der kleinen Karibikinsel Sankt Lucia, ist erst 24 Jahre alt, hat aber bereits die Trophäen einer Weltklasse-Athletin. 2024 gewann Alfred über 100 Meter Gold bei den Olympischen Spielen in Paris, im gleichen Jahr holte sie auch den WM-Titel über 60 m in der Halle. Zweimal feierte sie außerdem den Gesamtsieg der Diamond League. Ihre Kombination aus blitzschnellem Start und Top‑Endgeschwindigkeit macht sie auch bei der WM in Torun zur Topfavoritin über 60 m. Mit einer Zeit von 6,99 Sekunden führt sie die Meldeliste an.
Zaynab Dosso: An der Spitze der Meldeliste steht auch Zaynab Dosso. In Torun hat sie im Februar mit 6,99 Sekunden bereits ein Ausrufezeichen gesetzt und das Goldmeeting gewonnen – vor Patrizia Van der Weken. Seit letztem Winter gehört die Italienerin zu den Dauerkonkurrentinnen der Luxemburgerin. Während Van der Weken bei der Hallen-EM und -WM 2025 Bronze holte, wurde Dosso Europameisterin und Vize-Weltmeisterin. In Torun will sie nun auch WM-Gold angreifen. Die letztjährige Weltmeisterin, Mujinga Kambundji (CH), wird in Polen übrigens fehlen, da sie im November erstmals Mutter wurde.
Ewa Swoboda, Patrizia Van der Weken und Zaynab Dosso bei der letztjährigen WM Foto: FLA
Jacious Sears: Sie ist eins der größten Sprinttalente der USA. 2024 lief Sears am College über 100 Meter in 10,77 Sekunden die zweitschnellste Zeit der NCAA-Geschichte. Mit 7,03 Sekunden ist sie bei der Hallen-WM direkt hinter Van der Weken (7,01) gemeldet. Nachdem sie letztes Jahr in Tokio mit der amerikanischen Staffel WM-Gold im Freien gewann, folgt in Torun ihr erster globaler Titelangriff im Einzel.
Amy Hunt und Jonielle Smith: Den fünften Platz der Meldeliste teilen sich zwei Athletinnen, die in dieser Saison 7,04 Sekunden gelaufen sind. Die Britin Hunt ist eigentlich eher als 200-Meter-Spezialistin bekannt, auf der Distanz ist sie immerhin Outdoor-Vizeweltmeisterin. In diesem Winter verbesserte sie sich aber auch deutlich über 60 m und gehört bei der WM nun ebenfalls zum Favoritenkreis. Ebenso die Jamaikanerin Smith. Nach vier Jahren voller Verletzungen meldete sie sich vergangenes Jahr zurück und holte mit der 4x100‑m‑Staffel in Tokio Silber. Auch indoor will sie nun nach einer WM-Medaille greifen.
Der erweiterte Favoritenkreis: Auch hinter diesen Athletinnen geht es in der Meldeliste eng zu. Mit Karolina Manasova (CZE), Dina Asher-Smith (GB) und Ana Azevedo (BRA) sind gleich drei Sprinterinnen mit 7,05 Sekunden gemeldet. Auch die Polin Ewa Swoboda (7,07) würde vor ihrem heimischen Publikum gerne vorne mitmischen.