Cyclocross-Landesmeisterschaft
Schreiber siegt komfortabel: „Es hat einfach Spaß gemacht“
Wie erwartet konnte Marie Schreiber (SD Worx-Protime) ihren Landesmeister-Titel im Elite-Rennen der Damen souverän verteidigen. Einen Überraschungssieg gab es bei den Espoirs durch Layla Barthels (CT Atertdaul). Bei den Juniorinnen und den Masters gingen die Titel an June Nothum (UC Dippach) und Suzie Godart (CCI Differdingen).
Unangefochten zum Titel: Marie Schreiber nutzte die Landesmeisterschaft in Diekirch als Trainingseinheit Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Nachdem Nina Berton (EF Education-Easypost-Oatley) beim Start am besten in die Pedale gekommen war, dauerte es nicht lange, bis Marie Schreiber (SD Worx Protime) an ihr vorbeizog und bis ins Ziel einen Vorsprung von dreieinhalb Minuten auf ihre einzige Konkurrentin herausfahren konnte. Maïté Barthels (CT Atertdall) hatte krankheitshalber von ihrer Teilnahme absehen müssen, weswegen zwei Damen bei der Elite starteten.
Nach ihrer erfolgreichen Titelverteidigung zeigte sich Schreiber ganz angetan: „Bei den Damen sind nie viele Konkurrentinnen am Start und es fehlt demnach an Spannung. Dennoch war die Atmosphäre super. Der VC Diekirch hat viel Werbung gemacht, und es ist toll, dass trotz der Kälte so viele Zuschauer gekommen sind. Die Strecke hat mir sehr gut gefallen, es hat einfach Spaß gemacht. Da ich in Contern nicht dabei sein konnte, bin ich umso glücklicher, hier vor eigenem Publikum zu starten.“
„Kein überragendes Rennen“ für Schreiber
Zufrieden zeigte sich die 22-Jährige auch mit ihrer ansteigenden Formkurve: „So langsam komme ich ins Rollen. Ich habe das Rennen als Trainingseinheit genutzt, als Vorbereitung für die kommenden Wochen. Es ist immer schwierig, wenn man seine Runden alleine dreht. Ich habe versucht, mein hohes Tempo bis zum Schluss durchzuziehen. Jempy (Drucker) hat mich auch jede Runde daran erinnert. Vom Gefühl her bin ich kein überragendes Rennen gefahren. Die letzten Tage habe ich viel trainiert und habe deswegen noch eine gewisse Müdigkeit gespürt. Es ist dennoch ganz gut gelaufen. Es ist ein gutes Zeichen, dass die Rundenzeiten, bis auf drei Sekunden, gleichgeblieben sind. Was die Technik anbelangt, kann ich ebenfalls zufrieden sein“, sagte Schreiber, die das Rennen in Anwesenheit ihrer Cyclocross-Trainerin, der dreifachen Weltmeisterin Sanne Cant, fuhr.
Ab dieser Woche wird sich die U23-WM-Zweite in den kommenden zwei Wochen in Spanien auf die WM, die Ende des Monats in Hulst (NL) stattfindet, vorbereiten. „Dort werde ich mit Intervalltraining weiter an der Ausdauer arbeiten. Bei dem Wetter in Luxemburg fällt einem das Training doch schwerer“, sagt Schreiber. „Während vier Wochen konnte ich kein Cross-spezifisches Training absolvieren. Meine Saison hat dann gleich mit den beiden physisch anspruchsvollen Rennen begonnen. Das war ein gewisser Schock für meine Muskulatur.“
Mit Optimismus Richtung WM
Dem Saisonhöhepunkt sieht Schreiber dennoch mit Optimismus entgegen. „Bis zur WM sind es noch drei Wochen. Wenn man nur die Watt-Werte in Betracht zieht, ist meine Form besser als im vergangenen Jahr zum selben Zeitpunkt. In den Resultaten hat sich das bislang noch nicht widergespiegelt, da ich aus der dritten Startreihe ins Rennen gehe, womit ich mental zu kämpfen habe. Ich bin es nicht mehr gewohnt, mich mit den Konkurrentinnen aufzureiben, um Plätze nach vorne gutzumachen. In Diegem habe ich gezeigt, dass ich es noch kann. Es war kein Zufall, dass ich dort Zweite geworden bin. Ich weiß, dass die Form da ist. Bei den drei verbleibenden Weltcups werde ich versuchen, das auch rüberzubringen. Um Plätze gutzumachen, werde ich am Start etwas aggressiver sein müssen. Manchmal gehört auch einfach etwas Glück dazu.“
Tränen bei den Espoirs
Ein tränenreiches Ende gab es bei den Espoirs. Freudentränen gab es bei Layla Barthels, die ihren ersten Titel überhaupt feiern konnte. Nachdem Liv Wenzel (Sebmotobikes Cx Team), die U23-Meisterin der letzten drei Jahre, sich zu Beginn des Rennens einen komfortablen Vorsprung auf ihre einzige Gegnerin herausgefahren hatte, stürzte die 22-Jährige in der zweiten Runde. Dabei blockierte ihre Gangschaltung. Auf dem Weg zum Materialposten sah sie Barthels an ihr vorbeifahren. Nach einer beeindruckenden Aufholjagd flossen bei ihr die Tränen der Enttäuschung, da ihr am Ende acht Sekunden zur Titelverteidigung fehlten.
Unter vier Konkurrentinnen holte sich June Nothum den Titel bei den Juniorinnen vor Elena Lopes und Amy Breuer (beide CT Atertdaul). Suzie Godart (CCI Differdingen) war die einzige Starterin bei den Masters.
Ergebnisse
Cyclocross-Landesmeisterschaft 2026 in Diekirch:
Elite (2 Teilnehmerinnen):
1. Marie Schreiber (SD Worx-Protime) in 49:36, 2. Nina Berton (EF Education-Easypost-Oatley) auf 3:30
Espoirs (2):
1. Layla Barthels (CT Atertdaul) in 45:10, 2. Liv Wenzel (Sebmotobikes Cx Team) auf 0:08
Juniorinnen (4):
1. June Nothum (UC Dippach) in 40:27, 2. Elena Lopes auf 1:22, 3. Amy Breuer (beide CT Atertdaul) 3:22, Kylie Bintz (Vëlosfrënn Gusty Bruch) 3:34
Masters (1):
Suzie Godart (CCI Differdingen) in 46:47