Handball
Red Boys setzen mühsames Ausrufezeichen gegen Berchem
Die Red Boys haben im Kampf um den Meistertitel ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Im Nachholspiel gegen Mitfavorit HC Berchem hatte der amtierende Meister am Mittwochabend aber weitaus mehr Mühe, als der 33:27-Sieg erahnen lässt.
Enzo Jean Louis erzielte fünf Tore Foto: Editpress/Fernand Konnen
Berchem und die Red Boys haben eines gemeinsam. Beide haben sich vorgenommen, in dieser Saison den Meistertitel zu gewinnen. Das erste direkte Duell stand für den HC Berchem am Mittwochabend allerdings unter schwierigen Vorzeichen. Trainer Martin Hummel musste mit Guden (Muskelfaserriss im Oberschenkel), Weyer (Aufbau nach Kreuzbandriss), Testa (krank) und Scheid (Verdacht auf Muskelfaserriss in der Wade) gleich auf mehrere wichtige Spieler verzichten. Die Herausforderung gegen den amtierenden Meister, der seinerseits ohne Togno und Meyffret auskommen musste, wurde damit noch größer.
Trotzdem erwischten die Hausherren den besseren Start. Berchem nutzte einige Unaufmerksamkeiten der Red Boys aus und ging nach vier Minuten mit 4:1 in Führung. Torhüter Jarrar bewahrte die Differdinger vor einem größeren Rückstand. Mit seinen Paraden ermöglichte er es seiner Mannschaft dann auch, den Rückstand schnell aufzuholen. Wenig später stand es 5:5 – Jarrar hatte zu diesem Zeitpunkt bereits fünf Würfe pariert.
Red Boys mit vielen Fehlern
In der 15. Minute gingen die Red Boys durch Ouzrour dann erstmals in Führung (8:7). Berchem konnte noch zweimal gleichziehen, ehe Goedert mit drei Treffern in Folge und Jean Louis erstmals für eine etwas größere Lücke sorgten (14:10).
Vier Tore Vorsprung waren für die Red Boys aber noch längst kein Ruhekissen. Denn Berchem kämpfte und blieb dran – auch weil die Differdinger in einer insgesamt intensiv und aggressiv geführten Partie immer wieder leichtsinnige Ballverluste produzierten. Ab der 27. Minute mussten sie zudem ohne Goedert auskommen: Der bis dahin beste Torschütze der Gäste sah nach einem groben Foul die Rote Karte.
Die Red Boys blieben nach dem Seitenwechsel fehleranfällig, und die Hausherren nutzten das aus. Angeführt von Rückraumschütze O. Wener, kämpfte sich Berchem zurück ins Spiel und glich in der 36. Minute zum 20:20 aus. Kurz darauf war die Partie sogar gedreht: 21:20 für die Grün-Weißen.
Es entwickelte sich nun ein Schlagabtausch auf Messers Schneide. Doch rund zehn Minuten vor Schluss machte sich bei Berchem zunehmend der Kräfteverschleiß bemerkbar. Die Red Boys drehten wieder die Begegnung und ließen sich die Führung diesmal nicht mehr nehmen. Am Ende fiel ihr Sieg mit 33:27 deutlicher aus, als der Spielverlauf widerspiegelte.
Jarrar mit 16 Paraden
„Wir haben viele Fehler gemacht, die wir hätten vermeiden können. Wir sind froh über den Sieg, haben aber noch viel Arbeit vor uns“, gab Red-Boys-Torhüter Jarrar nach der Partie zu. Mit 16 Paraden war er seiner Mannschaft ein starker Rückhalt. „Auf diese Leistung kann ich aufbauen“, sagte er. „Wir müssen jetzt weiterarbeiten, denn wir haben uns am Anfang der Saison bereits ein Unentschieden (gegen Käerjeng) erlaubt. Wir wollen, dass kein weiterer Fehltritt hinzukommt.“
HCB-Trainer Martin Hummel sah trotz der Niederlage Positives: „Wir hatten unsere Chancen. In der zweiten Halbzeit waren wir mit zwei Toren vorn, mussten dann aber wechseln, weil einige angeschlagen oder müde waren. Die jungen Spieler haben dann übernommen, ihnen fehlt noch die Erfahrung. Aber sie haben ihre Sache auch gut gemacht. Nur so entwickeln sie sich weiter.“
Statistik
Berchem: S. Meyers (1-19‘, 30-60‘, 6 Paraden, davon 1 7m), K. Meyers (19-30‘), Hadrovic - O. Wener 8, Majerus 2, Mousel 2, C. Brittner, Pereira 2, T. Wener 2, Castilla 1, Karamehmedovic 4, Biel 3, Vrgoc 2
Red Boys: Jarrar (1-60‘, 16 P., davon 1 7m), Felici, Garcia - Ijmik, Nanque 4, Tako 5/1, I. Goedert 5, Ballet 2, Moualek 3, Jean Louis 5, Rac 7, Guerreiro, Leleux, Ouzrour 2, Peltier
Schiedsrichter: Weber/Weinquin
Zeitstrafen: Berchem 5 - Red Boys 3
Rote Karte: Goedert (27‘, grobes Foulspiel)
Siebenmeter: Berchem 0/1 - Red Boys 1/2
Zwischenstände: 5‘ 4:2, 10‘ 6:6, 15‘ 8:8, 20‘ 9:12, 25‘ 13:16, 30‘ 16:19, 35‘ 19:20, 40‘ 23:22, 45‘ 24:25, 50‘ 25:27, 55‘ 25:30
Zuschauer: 260 zahlende