FLBB-Damen

Reaktionen nach der Niederlage: „Teil des Lernprozesses“

Zu gerne hätten die FLBB-Damen gegen Israel um den ersten Tabellenplatz gekämpft. Dass aber auch solche Niederlagen wie die gegen Israel Teil des Prozesses sind, in dem sich das Team gerade befindet, das ist Kapitänin Magaly Meynadier und Trainer Patrick Unger trotz der Enttäuschung bewusst.

Basketballspiel der Frauen-EM-Qualifikation 2027 zwischen Luxemburg und Israel, Aktion auf dem Spielfeld

Magaly Meynadier fehlte am Samstag bei ihrem Team die richtige Körpersprache Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Für Kapitänin Magaly Meynadier war die Niederlage direkt nach dem Spiel nur schwer zu verdauen. „Ich muss sagen, dass ich schon ziemlich enttäuscht bin. Nicht darüber, dass wir verloren haben, sondern darüber, wie. Wir haben nicht unseren Basketball gespielt, waren nicht aggressiv, nicht physisch und haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“

Dabei war die 34-Jährige noch mit einem guten Gefühl ins Gymnase gekommen. „Die letzten beiden Trainingseinheiten waren gut, und ich dachte mir, dass wir wirklich einen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben. Leider haben sie uns mit ihrer Physis und Aggressivität komplett fertiggemacht.“

Überrascht davon war Meynadier nicht. „Wir wussten, dass sie mit mehreren Spielerinnen unsere Hauptspielerinnen unter dem Korb, Dionne und Isi, verteidigen würden. Doch wir haben nicht clever reagiert. Vielleicht haben wir zu sehr forciert, weil wir diese Aggressivität noch nicht gewohnt sind und nicht wissen, wie wir darauf antworten sollen. Dann passieren eben so viele Turnover.“

Maximal 14 Ballverluste hatte sich die Mannschaft vorgenommen. „Dann wissen wir, dass wir Spiele gewinnen können.“ Dass es am Ende 31 wurden, fand auch die Kapitänin erschreckend. Dass Israel mit Isi Etute und Anne Simon gerade die beiden Spielerinnen, die im November noch am stärksten scoren konnten, komplett aus dem Spiel nahm, überraschte Meynadier hingegen nicht. „Sie haben das wirklich sehr clever gemacht.“

Für die Zukunft wünscht sich die Profispielerin auch in solchen Spielen eine andere Körpersprache. „Dieser Frust – das darf auf diesem Niveau nicht passieren. Wir dürfen uns da einfach nicht so gehen lassen.“ Dabei hätten ihr auch die Zuschauer gefehlt. „Wenn wir unsere Leute hier gehabt hätten, hätte uns das vielleicht in den Momenten, in denen es nicht gut gelaufen ist, wieder mehr Energie gegeben.“

Ein junges Team

FLBB-Spielerinnen enttäuscht auf dem Spielfeld ohne Unterstützung der eigenen Zuschauer beim wichtigen Spiel

Am Ende fehlte den FLBB-Spielerinnen auch die Unterstützung von den eigenen Zuschauern Foto: Editpress/Luis Mangorrinha

Für Trainer Patrick Unger war Israel am Samstag einfach eine Klasse besser. „Sie haben es uns ungewöhnlich schwer gemacht, in unsere Entries zu kommen. Wir waren aber auch irgendwie nicht bereit. Ich habe mir selbst gesagt: Es war nichts dabei, worauf wir nicht vorbereitet waren.“

Dass es am Ende 31 Turnover waren, konnte auch der Nationaltrainer dann nicht wirklich fassen. „Sie haben 35 Punkte daraus gemacht. Wenn man davon nur die Hälfte abzieht, dann hat man schon fast wieder ein offenes Spiel.“ Dass seine Mannschaft es nicht geschafft hat, Anne Simon ins Spiel zu bringen, bedauert er besonders. „Sie ist bei uns ein ganz großer Faktor, und da muss ich mir auch Gedanken machen, wie wir sie in solchen Situationen besser ins Spiel bekommen.“

Dass aber gerade auch solche Partien auf sein Team zukommen würden, dessen war sich Unger bereits vor seinem ersten Spiel mit dem Nationalteam im vergangenen November bewusst, als er das Jahr 2029 als großes Ziel ausgab. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir bis auf zwei, drei Spielerinnen ein extrem junges Team haben. Und das ist ein Lernprozess, der dazugehört.“ Dabei spricht er auch die junge Isi Etute an, die noch am Mittwoch mit ihren 27 Punkten herausragte, am Samstag jedoch einen sehr schweren Stand hatte. „Es ist ein Prozess, den sie durchlaufen muss, weil das genau das ist, was international auf sie zukommen wird.“

Auf einem guten Weg

Auf dem Weg, den die FLBB-Damen derzeit gehen, kann Unger selbst diesem Spiel auch Positives abgewinnen. „In dem Prozess, in dem wir uns befinden, helfen Niederlagen wahrscheinlich mehr als Siege. Hier sehen wir, was uns auf dem Weg zu einem hoffentlich guten internationalen Team erwartet.“

Insgesamt sieht er seine Mannschaft, die ihr Ticket für die zweite Qualifikationsrunde bereits sicher hat, auf einem guten Weg. „Ein Team zu sein, wenn man gewinnt, ist sehr einfach. Aber ein Team zu sein, wenn es wirklich hart wird – so wie am Samstag –, ist immer schwer. Und da haben wir uns am Ende durchgekämpft.“

Für Trainer und Kapitänin ist klar: Am Dienstag wollen sie zeigen, dass sie es auch anders können. „Es wäre wichtig, dieses Fenster mit einer positiven Note zu Ende zu bringen. Es wäre schade, noch einmal so ein Spiel zu erleben und uns dann diese lange Zeit bis November nicht mehr zu sehen“, so Meynadier.

In dem Prozess, in dem wir uns befinden, helfen Niederlagen wahrscheinlich mehr als Siege. Hier sehen wir, was uns auf dem Weg zu einem hoffentlich guten internationalen Team erwartet.

Patrick Unger

Nationaltrainer

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