Winterspiele
„Nicht willkommen“: Geplanter ICE-Einsatz bei Olympia ruft Kritik hervor
Die US-Regierung schickt Beamte der Einwanderungsbehörde ICE zu den Olympischen Winterspielen nach Italien. Von dort kommt Kritik an den Plänen.
Die ICE-Agenten aus den USA werden auch bei den Olympischen Winterspielen in Italien vor Ort sein Foto. AFP/Stephen Maturen
ICE-Agenten bei Olympia? Zehn Tage vor der Eröffnungsfeier sorgt der geplante Einsatz von Beamten der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde bei den anstehenden Winterspielen in Italien für Aufruhr. Aus dem Gastgeberland kommt harsche Kritik am Vorhaben der Regierung von Präsident Donald Trump.
Wie ein Sprecher der Behörde der Nachrichtenagentur AFP mitteilte, soll die ICE-Abteilung für Heimatschutz (Homeland Security Investigations) vor Ort den Sicherheitsdienst des US-Außenministeriums unterstützen und zudem dem „Gastgeberland bei der Überprüfung und Minderung von Risiken durch transnationale kriminelle Organisationen“ helfen.
Für die Eröffnungsfeier der Winterspiele in Mailand und Cortina d‘Ampezzo (6. Februar) haben sich US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio angekündigt. Trump wird voraussichtlich nicht nach Italien reisen. ICE teilte mit: „Alle Sicherheitsmaßnahmen unterliegen weiterhin der italienischen Autorität.“ Weiter hieß es: „Selbstverständlich führt ICE keine Einwanderungskontrollmaßnahmen im Ausland durch.“
Mailands Bürgermeister kritisierte den geplanten ICE-Einsatz am Dienstag: Die Beamten seien „nicht willkommen“, sagte Giuseppe Sala dem Radiosender RTL 102.5. „Das ist eine Miliz, die tötet ... Es ist klar, dass sie in Mailand nicht willkommen sind, daran besteht kein Zweifel. Können wir nicht einmal Nein zu Trump sagen?“
Auch Alessandro Zan, Mitglied des Europäischen Parlaments für die Mitte-Links-Partei Partito Democratico, zeigte sich auf X empört: „In Italien wollen wir keine Menschen, die Menschenrechte mit Füßen treten und sich jeder demokratischen Kontrolle entziehen.“ Es sei „nicht akzeptabel, dass eine solche Organisation in unserem Land irgendeine Rolle spielen könnte, gleich welcher Art.“
Bereits in den vergangenen Tagen hatte die mögliche ICE-Präsenz in Italien heftige Debatten ausgelöst. Die Behörde steht auch in Europa nach den Todesschüssen auf die Zivilisten Renee Good und Alex Pretti in der Stadt Minneapolis im Fokus. In den USA setzt Präsident Trump Tausende ICE-Beamte ein, um gegen illegale Einwanderung vorzugehen. Deren brutales Vorgehen löste landesweit Proteste aus.