Champions League
„Nicht mal einen Dollar“: City und Guardiola am Scheideweg
Manchester City steht vor dem Rückspiel gegen Real Madrid vor dem Aus. Der Druck auf Teammanager Pep Guardiola wächst.
Pep Guardiola steht in der Kritik Foto: Pierre-Philippe Marcou
Pep Guardiola gibt sich keinerlei Illusionen hin. „Auf uns würde kaum einer mehr auch nur einen Dollar setzen“, kommentierte der Teammanager von Manchester City die missliche Ausgangslage seiner Mannschaft vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Real Madrid. Ob irgendjemand darauf „wetten würde, dass wir gegen Madrid zurückkommen?“, fragte der Starcoach und schob die ernüchternde Antwort direkt hinterher: „Niemand. Auf gar keinen Fall!“
Während vor dem Duell am Dienstagabend (21.00) also laut Ansicht des Spaniers gähnende Leere in den Kassen der Buchmacher herrscht, blieben auch ihm selbst nach dem 0:3 im Hinspiel kaum mehr als ein paar trotzige Floskeln. „Wir müssen es versuchen“, fasste Guardiola knapp zusammen: „Was haben wir zu verlieren?“
In Anbetracht der mindestens notwendigen drei Tore, um das Ergebnis aus der ersten Partie gegen den Rekordgewinner des Wettbewerbs zu egalisieren, eigentlich nichts – und doch ganz viel. Zumindest Guardiola.
Nach fast zehn Jahren im Verein steht der 55-Jährige am Scheideweg. Die kritischen Stimmen werden immer lauter, denn auch in der Liga läuft es nicht rund. Nach dem neuerlichen Ausrutscher bei West Ham United (1:1) fehlen bei einem Spiel weniger neun Punkte auf Spitzenreiter FC Arsenal.
Doch für Guardiola gilt: Jetzt erst recht! Das Hinspiel in Madrid sei gar nicht so schlimm gewesen, in den ersten 20 Minuten habe die Mannschaft gar „großartig“ gespielt, behauptete er. Dass sein Team, wie es der Telegraph schrieb, „in Stücke gerissen“, dass er selbst „als taktischer Neuling bloßgestellt“ (Guardian) worden sei? Egal.
Schon so oft habe er K.o.-Spiele verloren, betonte Guardiola stattdessen, so oft sei er für „Entscheidungen und das, was passiert ist, zerrissen worden“. Dies sei „nicht das erste Mal. Trotzdem bin ich immer noch hier, in dieser Position – bis zum letzten Tag.“ Und bis dieser gekommen sei, werde er sich für nichts entschuldigen. Punkt.
Anlass zur Sorge gibt jedoch nicht nur der große Rückstand, sondern auch die Formdelle von Stürmerstar Erling Haaland. Der Norweger hat in keinem der jüngsten vier Pflichtspiele getroffen; im Hinspiel hatte Antonio Rüdiger den Angreifer zum wiederholten Mal bestens im Griff.
Doch Guardiola gibt sich unerschütterlich. „Ich mag meine Mannschaft, ich mag sie“, bekräftigte er und versprach: „Wir werden bis zum Schluss durchhalten – und nächste Saison sind wir wieder zurück.“ Er selbst würde wohl auf sein Team wetten – auch mehr als einen Dollar. (SID)